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Winzlar Skorpione sehen und Boote schnitzen
Skorpione sehen und Boote schnitzen
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19:30 29.07.2013
Joanna, Mia, Louisa und Menuca zeigen stolz eines der Boote, die sie selbst geschnitzt haben.
Joanna, Mia, Louisa und Menuca zeigen stolz eines der Boote, die sie selbst geschnitzt haben. Quelle: ade
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Von Beate Ney-Janssen

Winzlar.  Im Wald spielen und am Bach, mit Messern Löffel und Boote schnitzen, Erbsen pulen und Essen über dem Lagerfeuer selbst kochen: Die 15 Kinder, die für eine Woche die Ferienbetreuung in der ÖSSM in Winzlar genossen haben, überschlagen sich schier in ihrem Eifer, von allen Erlebnissen zu erzählen. Einen jungen Feuersalamander haben sie alle zu Gesicht bekommen. Und erfahren, dass Spitzwegerich gut gegen Mückenstiche ist, dass im Bach kleine Skorpione leben. Und gelernt, wodurch Greifvögel sich voneinander unterscheiden. Während die Kinder noch erzählen, beugt Elke Schmitt, Erlebnispädagogin bei der ÖSSM, den Kopf in den Nacken und zeigt in den Himmel. „Schaut mal, was da fliegt.“ „Ein Milan!“, rufen alle übereinstimmend.

Viel haben Louisa und Nele, Mia, Kemi und Len und wie sie noch alle heißen, in dieser einen Woche gelernt – und außerdem noch Spaß dabei gehabt. Manche von ihnen freuen sich schon darauf, weitere drei Tage Ferienbetreuung in der ÖSSM zu bekommen, andere sind für die folgende Woche in der Loccumer Heimvolkshochschule angemeldet. Dass sie einen Teil der Ferien so verbringen, hat bei manchen der Kinder einen sehr triftigen Grund. Denn die sechs Wochen Sommerferien, auf die sich alle Kinder freuen, sind für manche Eltern eine große Hürde, die nicht leicht genommen werden kann. Welche Eltern können schon sechs Wochen Urlaub nehmen und wie viele sind es, die keine Großeltern in der Nähe oder andere Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder parat haben?

Das ist der Grund gewesen, weshalb das Familien-Servicebüro Rehburg-Loccums bereits im vergangenen Jahr Ferienbetreuung angeboten hat. Rund die Hälfte der Kinder, die sich eine Woche in der ÖSSM tummeln, kommt aus dem Stadtgebiet – ihre Betreuung wird finanziell von der Stadt unterstützt. Etwas mehr müssen die Kinder zahlen, die aus Uchte und Nienburg, Hagenburg und Wölpinghausen kommen – das ist es ihren Eltern aber auch wert gewesen.

Gute Erfahrungen hat Ute Grolms vom Familien-Servicebüro auf jeden Fall gemacht, und notwendig scheint das Angebot zu sein: Von den 15 Plätzen, die je Einheit vorhanden sind, ist keiner ungebucht geblieben. Das lässt hoffen, dass die Ferienbetreuung auch im kommenden Jahr manchen Eltern aus der Patsche hilft und manchen Kindern schöne Wochen beschert.