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Minden Feuer an Kraftwerk Veltheim gelöscht: Statiker begutachtet Ruine
Aus der Region Minden Feuer an Kraftwerk Veltheim gelöscht: Statiker begutachtet Ruine
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13:33 11.07.2019
Teile des Kraftwerkes sind eingestürzt. Der Brand ist gelöscht.  Quelle: dpa
Veltheim

Der Brand am ehemaligen Veltheimer Kraftwerk ist gelöscht, seit Donnerstagmorgen ist der Einsatz für die Feuerwehr nun auch beendet: Eine Brandwache hatte den Einsatzort im Blick behalten, um eventuell wieder aufflammende Brandnester unter Kontrolle zu bringen.

Am Vormittag soll ein Statiker die Brandruine in Augenschein nehmen. Die Betreibergesellschaft war am Morgen telefonisch noch nicht zu erreichen.

Rauchgasentschwefelungsanlage vollständig ausgebrannt

Der Brand im ehemaligen Kraftwerk war am Mittwochabend ausgebrochen. Rund 120 Feuerwehrleute waren im Einsatz, konnten jedoch nicht mehr viel retten: Das Gebäude brannte kontrolliert ab. Als die Einsatzkräfte am Brandort eingetroffen waren, brannte die ehemalige Rauchgasentschwefelungsanlage bereits in voller Ausdehnung, Teile des Gebäudes stürzten ein. Personen wurden nicht verletzt, das betroffene Gebäude brannte kontrolliert aus.

Bei dem ehemaligen Gemeinschaftskraftwerk Veltheim handelt es sich um ein Steinkohlekraftwerk, das bis März 2015 noch in Betrieb war. Momentan finden auf dem Gelände Rückbau- und Abbrucharbeiten statt. Arbeiter hatten auch bereits Teile der in Brand geratenen Rauchgasentschwefelungsanlage im hinteren Bereich des Kraftwerksgeländes abgerissen, darunter einen größeren Tank vor dem Gebäude, und sich etwa vier bis fünf Meter in die Struktur des Gebäudes vorgearbeitet. Während des Abbruchs wurde ein Brand bemerkt und versucht diesen mit eigenen Mitteln zu löschen. Die Löschversuche brachten allerdings keinen Erfolg, berichtet die Feuerwehr Porta.

Alle Arbeiter brachten sich in Sicherheit

Bereits auf der Anfahrt war eine riesige Rauchwolke über dem Kraftwerk sichtbar, ebenfalls schlugen massive Flammen aus dem oberen Teil der Rauchgasentschwefelungsanlage. Bei der ersten Erkundung wurde festgestellt, das das gesamte Gebäude in Vollbrand steht. Treppenhäuser waren eingestürzt oder bereits abgebrochen worden. Personen wurden nicht vermisst, nach Auskunft eines Vorarbeiters konnten sich alle Arbeiter unverletzt in Sicherheit bringen. Unmittelbar nach der Erkundung stürzte ein Gebäudeteil neben dem Hauptturm der Rauchgasentschwefelungsanlage ein. Bei dem Einsturz wurden ebenfalls keine Einsatzkräfte oder andere Personen verletzt.

Aufgrund der Einsturzgefahr und der Brandausbreitung beschloss die Einsatzleitung, keine Einsatzkräfte zu gefährden. Das Gebäude der Rauchgasentschwefelungsanlage brannte kontrolliert ab, Löscharbeiten waren aufgrund der Gebäudehöhe und des Einsturzradius nicht möglich. Eine Wasserversorgung wurde über vorhandene Hydranten und über eine Wasserentnahmestelle an der Weser aufgebaut. Die Feuerwehr Rinteln war zur Unterstützung mit einer Drehleiter und einem Tanklöschfahrzeug vor Ort, musste aber nicht eingesetzt werden.

Am ehemaligen Kraftwerk in Veltheim ist ein Großbrand ausgebrochen. Teile der Gebäude sind eingestürzt, daher sind Löscharbeiten nicht möglich. 

Schadstoffmessungen blieben unbedenklich

Gegen 21.25 Uhr flammte der Trümmerberg des eingestürzten Gebäudeteils auf, erneut stieg eine massive Rauchwolke auf. Aufgrund der Rauchentwicklung wurde eine Warnmeldung über Katwarn/Nina abgesetzt um Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Messzug der Kreises Lippe führte Schadstoffmessungen auf der gegenüberliegenden Weserseite durch, der Schadstoff-Erkunder der Portaner Wehr führte Messfahrten im Bereich Veltheim und Eisbergen durch, dabei wurden keine erhöhten Messwerte festgestellt.

Die Portaner Wehr richtete eine Brandwache vor Ort ein, die Einsatzkräfte lösen sich in einem Schichtsystem ab. Gegen 2 Uhr erfolgte eine Ablösung. Momentan sind zwei Löschgruppen vor Ort. Das weitere Vorgehen soll bei Tagesanbruch mit Eigentümern und Statikern abgesprochen werden.

Hochspannungsleitungen mussten außer Betrieb genommen werden

Das Technische Hilfswerk war mit mehreren Ortsgruppen und Fachberatern vor Ort und übernahm die Ausleuchtung der Einsatzstelle. Auf den Einsatz von schwerem Räumgeräten wurde aufgrund der unklaren Statik in der Nacht verzichtet. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Versorgung der Einsatzkräfte. Vor Ort war ebenfalls Polizei, Bezirksregierung, Umweltamt, Ordnungsamt und Eigentümer/Betreiber. Durch die Elektrizitätswerke wurde eine Hochspannungsleitung im Bereich des Kraftwerks außer Betrieb genommen.

Während des Einsatzes waren sehr viele Schaulustige auf den Zufahrtswegen rund um das Kraftwerk unterwegs, teilweise kam es zu Behinderungen von Einsatzfahrzeugen auf der Anfahrt.

An vielen Stellen in den sozialen Netzwerken tauchen bereits Behauptungen auf, dass das in drei Wochen stattfindende Festival "Umsonst&Draußen" am Kraftwerksgelände bereits abgesagt sei. "Das stimmt nicht. Bisher haben wir keinen anderen Stand als dass das Festival stattfindet", betont Philipp Spitzok vom Festivalverein auf MT-Anfrage. mt

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