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Barsinghausen Anna-Forcke-Stift: Vertragsabschluss für Hospiz noch diesen Monat?
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Anna-Forcke-Stift: Vertragsabschluss für Hospiz noch diesen Monat?
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17:29 07.06.2019
Das marode, aber unter Denkmalschutz stehende Anna-Forcke-Stift soll zu einem stationären Hospiz umgebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Im Ringen um die Zukunft des ehemaligen Anna-Forcke-Stiftes am Deisterrand und den geplanten Umbau in ein stationäres Hospiz steht offenbar eine Entscheidung unmittelbar bevor. Die Eigentümer des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, Ernst und Andrea Wildhagen, haben bestätigt, dass voraussichtlich noch im Juni ein Vertrag zum Verkauf des Anna-Forcke-Stiftes unterzeichnet werden soll. Als Käufer steht die Diakonie bereit, die den Umbau des Gebäudes finanzieren und das Hospiz betreiben will. Der Verein für Gemeindediakonie hält sich allerdings noch bedeckt. Vorstand Joachim Richter, auch Leiter des Kirchenkreisamtes Ronnenberg, will sich erst dann zu dem Projekt äußern, wenn „verbindliche Aussagen möglich“ sind. Er bestätigt aber, dass das wahrscheinlich „noch im Juni“ der Fall sein werde.

Immer wieder finden die Eigentümer des Anna-Forcke-Stiftes die Türen des alten Gebäudes aufgebrochen vor. Quelle: Privat

Umbau wird teurer als ursprünglich kalkuliert

Die Grundsatzentscheidung über den Eigentumsübergang war bereits im vergangenen Jahr getroffen worden. Im Winter hatten die Familie Wildhagen und auch der Verein für Gemeindediakonie bestätigt, dass eine unterschriebene Absichtserklärung über den Verkauf des Gebäudeensembles in bester Hanglage existiere. Allerdings war es auch für den Verein für Gemeindediakonie – wie zuvor schon für die Wildhagens – offenbar nicht ganz einfach, die Finanzierung des Vorhabens sicherzustellen. Richter hatte vor wenigen Monaten noch von einem „ambitionierten Projekt“ gesprochen. Ursprünglich hatten Ernst und Andrea Wildhagen selbst vor, das Anna-Forcke-Stift zu einem Hospiz umzubauen und dann an die Diakonie als Betreiberin zu vermieten. Wegen Problemen mit einer Bankbürgschaft hatte das Ehepaar die eigenen Pläne im Herbst 2017 aber aufgegeben. Die Gespräche mit dem Verein für Gemeindediakonie auf der Suche nach einer neuen Variante zur Umsetzung der Pläne liefen aber weiter – bis zum nun offenbar bevorstehenden Vertragsabschluss.

Nach den Worten von Ernst Wildhagen dürfte der Umbau des Anna-Forcke-Stifts in ein stationäres Hospiz für sterbenskranke Menschen inzwischen deutlich teurer werden als die ursprünglich veranschlagten 3,7 Millionen Euro. „Die Angebote stammen aus dem Jahr 2016“, sagt der Eigentümer. Er geht davon aus, dass das Budget inzwischen bei rund vier Millionen Euro liegen dürfte. Das Problem sei es, angesichts der überhitzten Konjunktur im Baugewerbe überhaupt „wirtschaftlich vernünftige Angebote“ für die Umbauarbeiten zu bekommen. Die vom Architekten Dirk Nolte erstellten Umbaupläne seien nach wie vor aktuell, betont Wildhagen. Vermutlich werde der Umbau im Jahr 2020 beginnen können.

Appelle der Eigentümer, das Grundstück nicht zu betreten, werden häufig ignoriert. Quelle: Andreas Kannegießer

Immer wieder Probleme mit Eindringlingen

Derweil hat das Ehepaar Wildhagen ständig Probleme mit Eindringlingen in der leer stehenden Immobilie an der Bergstraße. „Immer wieder müssen wir feststellen, dass mutwillig Türen aufgebrochen, Kellerfenstergitter herausgehoben und verschlossene Fenster aufgehebelt werden“, berichtet der Eigentümer. Wildhagen betont, dass es sich um Hausfriedensbruch und Einbruch handele und gegen ertappte Eindringlinge in jedem Fall Strafanzeige erstattet werde. Zudem bestehe beim Betreten Lebensgefahr, da Gebäudeteile nach einem Brand einsturzgefährdet seien. „Eltern sollten auch ihre Kinder darauf hinweisen“, betont Wildhagen. Als Spielplatz sei das Anna-Forcke-Stift ungeeignet. Wer das historische Gebäude lediglich fotografieren wolle, könne sich an die Eigentümer wenden. „Wir öffnen dann gerne das Gebäude nach Terminabsprache.“

Mehr zum Thema:

Das ist der Verein für Gemeindediakonie Barsinghausen

Von Andreas Kannegießer

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