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Barsinghausen Rottkampweg: Anwohner wollen Baupläne nicht einfach hinnehmen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Rottkampweg: Anwohner wollen Baupläne nicht einfach hinnehmen
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13:51 10.11.2019
Anwohner äußern beim Ortstermin heftige Kritik an den Plänen für ein Neubaugebiet am Rottkampweg in Egestorf. Quelle: Ingo Rodriguez
Egestorf

Zunehmende Verkehrsbelastung, Versiegelung einer Naherholungsfläche und Zerstörung einer wichtigen Frischluftschneise – dies sind die Kritikpunkte, die etliche Anwohner gegen das geplante Neubaugebiet am Rottkampweg vorbringen. Bei einem Ortstermin mit der Grünen-Fraktion aus dem Rat der Stadt Barsinghausen am Sonnabendmittag haben rund 25 Anlieger noch einmal heftige Vorbehalte gegen die Pläne der Stadt geäußert. Sie wollen vor allem auch in die weiteren Planungen miteinbezogen werden und fühlen sich nicht ausreichend informiert. Die Grünen versicherten, dass ein von der Verwaltung zugesicherter Termin für eine Versammlung mit Anwohnern tatsächlich realisiert werde.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Christian Röver (links) und Grünen-Ratsherr Abdulselam Dogan (Zweiter von links) hören sich beim Ortstermin die Bedenken der Anwohner an. Quelle: Ingo Rodriguez

Anwohner haben eigene Website

Ihre Bedenken gegen die Baupläne trugen die Anwohner bei dem Ortstermin vor. „Wir möchten in Zukunft angehört werden und wehren uns auch gegen die Art der geplanten Bebauung“, sagte etwa Anwohner Friedrich Holtiegel. Er hat unter der Adresse www.rottkampweg212.baschex.de sogar eine Internetseite gestaltet, auf der Fakten rund um den Stand der Planung und die Argumente gegen das Vorhaben zusammengetragen werden. „Mit der geplanten mehrstöckigen Bebauung wird auch gar keine Rücksicht auf die vorhandene Bebauung genommen“, sagte Holtiegel. Er verwies darauf, dass der Besitzer der eingeplanten Fläche eines Kleingartengeländes möglicherweise ganz andere Pläne für sein Grundstück habe. „Da hat die Stadt doch die Rechnung ohne den Wirt gemacht“, sagte Holtiegel.

Auch die Fläche einer Kleingartenkolonie soll nach den Plänen Neubauten weichen. Quelle: Ingo Rodriguez

Andere Anwohner verwiesen auf ihrer Meinung nach viel geeignetere Flächen für Neubaugebiete. „Wir haben doch schon drei Baugebiete in Egestorf bekommen“, sagte ein Anlieger. Wenn die aktuellen Neubaupläne der Stadt auch noch umgesetzt würden, sei eine spätere Erweiterung der Bebauung so gut wie sicher. Zunehmender Verkehr und weniger Frischluft seien dann die Folgen für das attraktive Naherholungsgebiet am Deister.

Am Rottkampweg in Egestorf soll ein Neubaugebiet entstehen. Quelle: Ingo Rodriguez

Termin für Info-Veranstaltung noch offen

Grünen-Fraktionsvorsitzender Christian Röver und Grünen-Ratsherr Abdulselam Dogan versicherten, die Anregungen der Bürger in die weiteren Planungen mit einzubeziehen. Vor allem aber wollen die Grünen bei der Stadt auf den zugesicherten Termin für eine Informationsversammlung pochen, damit Anwohner ihre Kritik auch noch einmal gegenüber der Verwaltung äußern können und genauer über die Baupläne informiert werden.

Gleichwohl schränkte Dogan ein: „Ich kann nicht sagen, dass die Grünen die Pläne für das neue Bauland ablehnen. Wir haben das im Rat unterstützt, weil wir viele kommunale Aufgaben haben und der Bedarf an zusätzlichem Wohnraum enorm ist.“ Fraglich sei jedoch noch, wie genau die Pläne umgesetzt würden und wie man möglichst vielen Bedenken gerecht werden könne. Eine Anwohnerin erzürnte das Ergebnis des Treffens. „Wenn nicht einmal die Grünen für klimapolitische Aspekte zugänglich sind, ist das echt bitter“, sagte die Frau.

So sehen erste Pläne für das Neubaugebiet am Rottkampweg in Egestorf aus. Quelle: Ingo Rodriguez

Stadt will zusätzlichen Wohnraum schaffen

Die Ackerflächen beiderseits des Rottkampweges gelten als eines der letzten Areale in Egestorf für eine innerörtliche Bebauung. Bereits 2016 hatte der Rat der Stadt die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 212 für den Rottkampweg beschlossen. Im Plangebiet ist eine gemischte Bebauung mit Mehrfamilienhäusern, Reihen- und Einzelhäusern vorgesehen. Im Frühjahr dieses Jahres waren die Pläne wegen der anhaltend großen Nachfrage nach Wohnraum deutlich erweitert worden. Zum rund 4,7 Hektar großen Plangebiet gehört nun auch das gesamte Kleingartengelände. Seither regt sich Widerstand: Im Zuge der sogenannten frühzeitigen Bürgerbeteiligung konnten Betroffene im Sommer zu dem Bebauungsplanentwurf Stellung nehmen. „Es hat viele Eingaben und Anregungen während dieser öffentlichen Auslegung gegeben“, berichtete Verwaltungsvorstand Alexander Wollny im Anschluss. Im Spätsommer hatte der Egestorfer Hartmut Stoehr zahlreiche Unterschriften für seine Forderung gesammelt, von dem Bebauungsplan 212 abzulassen. Kritische Fragen und Anmerkungen von Anliegern hatte es auch während der jüngsten Sitzung des städtischen Bauausschusses gegeben. Die Stadtverwaltung strebt an, den Bebauungsplan bis Mitte 2020 fertigzustellen.

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Von Ingo Rodriguez

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