Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Barsinghausen Ausstellung zeigt ASB-Geschichte im NS-Staat
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Ausstellung zeigt ASB-Geschichte im NS-Staat
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:40 28.05.2019
Mitautorin Marthe Burfeind und der ASB-Vorsitzende Friedbert Mordfeld blättern im Buch über den ASB in der Zeit des Nationalsozialismus. Quelle: Frank Hermann
Anzeige
Barsinghausen

Drei Historiker haben eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung über das Thema „Der Arbeiter-Samariter-Bund und der Nationalsozialismus“ erarbeitet. Anschauliche Einblicke in diese Geschichtsschau gibt derzeit eine kleine Wanderausstellung, die noch bis zum 1. Juni im ASB-Bahnhof zu sehen ist. Mitautorin Marthe Burfeind hat die Ausstellung am Montag gemeinsam mit Friedbert Mordfeld, Vorsitzender des ASB-Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg, eröffnet.

Ein Jahr lang forschten Marthe Burfeind sowie Nils Köhler und Rainer Stommer deutschlandweit in den Archiven, um Material für die Untersuchung zusammenzutragen. Im Februar stellte das Autorentrio schließlich ein Buch und die Ausstellung über die Geschichte des ASB in der Zeit des Nationalsozialismus vor – von der erzwungenen Auflösung der Samariter-Organisation am 1. September 1933 bis zur Wiedergründung im Jahr 1946.

Anzeige

Bei der Vorstellung ihrer Arbeitsergebnisse im ASB-Bahnhof sprach Burfeind von einer „reizvollen Aufgabe, die Geschichte des ASB aus dieser Zeit zu erforschen“. Damit zeigten die Samariter auf Bundesebene einen vorbildlichen Umgang mit diesem Abschnitt ihrer Vergangenheit.

Erzwungene Auflösung am 1. September 1933

Als Teil der Arbeiterbewegung waren die Samariter nach Angaben der Historikerin schon frühzeitig in den Blick der Nazis geraten. Nach ersten Übergriffen und Verboten wurde der ASB am 1. September 1933 vom NS-Staat aufgelöst und enteignet. Das Eigentum ging zum Teil an die SA und SS, in anderen Fällen an das DRK über.

Einzelne Samariter sowie manchmal auch ganze Kolonnen traten ebenfalls zum Roten Kreuz über. Andere ASB-Kolonnen schlossen sich sogar der SA an, während umgekehrt etliche Abteilungen ihre organisierte Hilfstätigkeit komplett einstellten. „Im Arbeiter-Samariter-Bund gibt es viele Opfer des NS-Staates, aber auch angepasste Mitläufer und Verstrickte. Gemeinsam bauten sie die Organisation nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf“, erläuterte Marthe Burfeind.

Wiedergründung 1946 in Neumünster

Die erste ASB-Kolonne trat 1946 in Neumünster wieder an die Öffentlichkeit. Auf ostdeutschem Boden der ehemaligen DDR entstand im Januar 1990, wenige Wochen nach dem Mauerfall, der erste ASB-Ortsverband in Güstrow. Danach etablierte sich die Hilfsorganisation innerhalb kurzer Zeit in den neuen Bundesländern. Derzeit gehören dem ASB bundesweit rund 1,3 Millionen Mitglieder an.

Die Ausstellung „Der Arbeiter-Samariter-Bund und der Nationalsozialismus“ ist noch bis einschließlich Sonnabend zu den regulären Öffnungszeiten im ASB-Bahnhof zu sehen – montags bis freitags von 7 bis 17.15 Uhr sowie am Sonnabend von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. Begleitend zur Ausstellung ist auch das gleichnamige Buch zum Preis von 25 Euro erhältlich.

Am Himmelfahrt-Donnerstag, 30. Mai, bleiben Bahnhof und Ausstellung geschlossen.

Alles Wichtige aus Barsinghausen direkt per WhatsApp aufs Handy: Melden Sie sich jetzt kostenlos an

Sie wollen immer über das Wichtigste in Barsinghausen informiert werden? Oder haben Sie eine Frage? Dann fragen Sie Lisa! HAZ-Redakteurin Lisa Malecha kümmert sich und versorgt Sie so schnell es geht mit einer Antwort – direkt per WhatsApp auf ihr Handy. Öffnen Sie dazu ganz einfach diesen Link auf Ihrem Smartphone:

„Frag Lisa!“ Hier tippen und beim kostenlosen WhatsApp-Newsletter mitmachen.

Wer ist Lisa?

„Frag Lisa!“ ist der neue Service der HAZ für alle Menschen in Barsinghausen. Lisa Malecha ist HAZ-Reporterin in Barsinghausen, arbeitet täglich vor Ort und kennt sich in allen aktuellen Themen aus – und steht ab sofort in noch besserem Austausch mit allen Bewohnern der Stadt. Oder schicken Sie Lisa doch einfach eine Mail an lisa.malecha@haz.de

Von Frank Hermann

Anzeige