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Barsinghausen Bauwillige müssen sich auf Baulücken konzentrieren
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17:38 20.07.2018
Das alte Kirchdorfer Sportheim wird abgerissen. Es weicht neuen Wohnhäusern. Quelle: Andreas Kannegießer
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Kirchdorf/Barsinghausen

Im Neubaugebiet am alten Sportplatz in Kirchdorf ist die Stadt nach rund sechs Jahren am Ziel: Der Verkauf des letzten verfügbaren Grundstücks, auf dem noch die Ruine des alten TSV-Sportheims steht, steht unmittelbar bevor. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagt der in der Stadtverwaltung für den Bereich Planen und Bauen verantwortliche Fachdienstleiter Florian Jürgens.

Auch wenn der Kaufvertrag für das 1143 Quadratmeter große Grundstück noch nicht unterschrieben ist, so haben die potentiellen Erwerber mit Zustimmung der Stadt bereits mit dem Abbruch des alten Sportheims begonnen. Das Vertrauen sei da, dass das Geschäft nicht mehr scheitern werde, sagt Jürgens.

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Die Vermarktung des Kirchdorfer Baugebiets hatte sich seit 2012 länger hingezogen als von Politik und Verwaltung erhofft. Der Grund war die vom Rat zunächst beschlossene Vorgabe, dass auf dem Sportplatzareal an der S-Bahn-Trasse ausschließlich teure Passivhäuser gebaut werden durften. Trotz reger Baukonjunktur hatten jahrelang nur einzelne der 32 Grundstücke Käufer gefunden. Erst als vor rund zweieinhalb Jahren die Passivhausvorgabe fiel, standen die Grundstücksinteressenten endlich Schlange. Nur für das Sportheimareal, das am besten für Reihenhausbebauung geeignet ist, fand sich lange Zeit kein Käufer – offenbar wegen der zusätzlich anfallenden Abbruchkosten für das alte Gebäude.

Nachdem das letzte Kirchdorfer Grundstück veräußert ist, gibt es im Barsinghäuser Stadtgebiet derzeit kein größeres Neubaugebiet mit aktuell verfügbaren Grundstücken mehr. Nach Jürgens’ Worten hat die Stadt selbst zurzeit lediglich drei Einzelgrundstücke im Angebot – eines in Wichtringhausen und zwei ehemalige Spielplätze in der Kernstadt und in Egestorf. Erst 2019 und 2020 werden die nächsten geplanten Neubaugebiete in Egestorf, Groß Munzel und in der Kernstadt baurechtlich so weit entwickelt sein, dass der Verkauf starten kann.

Ein Problem ist die derzeitige Angebotslücke aus Sicht der Stadtverwaltung nicht. „Die Verkaufszahlen für Grundstücke sind 2018 genauso hoch wie im Vorjahr“, berichtet Jürgens. Die Zahl der Bauanträge sei sogar noch einmal gestiegen. „Die Menschen werden kreativer und fragen auch nach Baulücken“, sagt der Fachdienstleiter. Von denen gibt es nach einer Erhebung der Stadtverwaltung aus dem vergangenen Jahr im Stadtgebiet immerhin mehr als 450. Die vorrangige Nutzung bereits erschlossener Grundstücke entspricht zudem dem ausdrücklichen politischen Willen der Ratsfraktionen. Deshalb gebe es auch ohne Neubaugebiete keinen Stillstand beim Wohnungsbau, betont Jürgens. „Davon sind wir weit entfernt.“

Die nächsten Neubaugebiete im Stadtgebiet werden dann auf einer Freifläche der Klosterkammer zwischen Eisvogelweg und Wilhelm-Heß-Straße in der Kernstadt sowie am östlichen Ortsrand von Groß Munzel entstehen. Das Groß Munzeler Vorhaben, das von der Volksbank entwickelt werde, sei am weitesten, sagt Jürgens. „Dort soll es im nächsten Jahr losgehen.“ Auch für eine größere Fläche östlich des Rottkampweges in Egestorf hat die Stadtverwaltung bereits konkrete Erschließungspläne. Allerdings gebe es dort viele Einzeleigentümer, mit denen Einigung erzielt werden müsse.

Auch beim Geschosswohnungsbau im Stadtgebiet geht es derzeit aus Sicht der Verwaltung gut voran. Die Stadtsparkasse hat an der Schillerstraße mit den Bauarbeiten für ein größeres Vorhaben begonnen. Und in Großgoltern auf einem Grundstück an der Gutsstraße entstehen nach Jürgens’ Worten derzeit in drei Einzelgebäuden insgesamt 21 Wohneinheiten.

Von Andreas Kannegießer