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Barsinghausen Freilichtbühne eröffnet die sanierte Halle
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Freilichtbühne eröffnet die sanierte Halle
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12:22 25.11.2018
Die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé begrüßt die Besucher zur Eröffnung der sanierten Halle Unter den Eichen. Quelle: Frank Hermann
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Barsinghausen

Hinter der Deister-Freilichtbühne liegt ein enormer Kraftakt: Innerhalb von fünf Monaten hat der Verein die marode Halle Unter den Eichen gründlich sanieren lassen – und sich damit eine neue Probenstätte sowie eine Werkstatt für Bühnenmalerei und Kulissenbau geschaffen. Dafür gab es bei der offiziellen Eröffnung am Sonnabend viel Beifall von den geladenen Gästen, darunter die stellvertretende Bürgermeisterin Marlene Hunte-Grüne.

Dieses Schild mit dem historischen Vereinslogo der Deister-Freilichtbühne soll künftig an der Fassade der sanierten Halle hängen. Quelle: Frank Hermann

Zur Vorbereitung auf die neue Theatersaison kann der Verein jetzt bereits die sanierte Halle nutzen. „Hier haben wir genügend Platz für die Proben. Außerdem können hier die Bühnenbauer arbeiten. Für uns ist diese Halle wirklich ideal“, erläuterte die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé.

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Zuletzt war das zuvor städtische Gebäude wegen Einsturzgefahr gesperrt. Gutachter hatten vor zwei Jahren erhebliche Mängel am Dach sowie an den Unterdecken festgestellt. Dank einer finanzielle Zuwendung aus den EU-Fördermitteln für Integrierte Ländliche Entwicklung (ILEK) in Höhe von 200000 Euro entschied sich die Freilichtbühne zur Übernahme der Halle von der Stadt Barsinghausen, um das Gebäude in direkter Nachbarschaft des Spielerheimes und der Bühnenanlage für eigene Zwecke herzurichten.

Zur Finanzierung der Sanierungskosten von zunächst geplanten rund 300000 Euro zahlte die Stadt Barsinghausem zudem einen Zuschuss von 65000 Euro. Weitere rund 63000 Euro erhofft sich die Bühne von der Region Hannover – über diese Förderung sei aber noch nicht entschieden, sagte die Vorsitzende.

Weil die ILEK-Fördersumme erst Ende Mai bewilligt wurde, stand die Freilichtbühne mit den Sanierungarbeiten unter erheblichem Zeitdruck. „Um alle Vorgaben erfüllen zu können, mussten wir das ursprünglich auf ein Jahr angelegte Projekt spätestens am 9. November komplett abrechnen. Das haben wir unter großen Anstrengungen geschafft“, erklärte Nunez-Bartolomé, die insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den Architekten und mit der Stadt Barsinghausen lobte. Zudem haben einige Bühnenmitglieder viele ehrenamtliche Arbeitsstunden investiert und dabei nahezu jeden Tag auf der Baustelle zugebracht.

Die Bühnenvorsitzende Julia Nunez-Bartolomé begrüßt die Besucher zur Eröffnung der sanierten Halle Unter den Eichen. Quelle: Frank Hermann

Im Mittelpunkt der Sanierung stand eine komplette Erneuerung des Daches. Zudem wurden die Elektrik und die Heizungsanlage neu installiert. Einige Restarbeiten stehen noch aus – dazu gehören Sanitärarbeiten in den Nebenräumen, das Abschleifen des Parkettfußbodens sowie eine Renovierung der ans Gebäude angeschlossenen Obdachlosenunterkunft. Die Stadt Barsinghausen will anschließend diese Unterkunft vom Verein zurückmieten.

Laut Julia Nunez-Bartolomé lässt sich der kalkulierte Kostenrahmen von rund 300000 Euro für das Sanierungsprojekt nicht einhalten. „Die ganze Sache wird wegen der umfangreichen Arbeiten etwas teurer als ursprünglich geplant. Wir gehen jetzt von etwa 380000 Euro aus“, betonte die Vorsitzende. Dennoch habe der Verein bislang keinen Kredit für das Vorhaben aufnehmen müssen, sondern könne seinen Eigenanteil von etwa 65000 Euro aus den Rücklagen finanzieren.

Bei Bedarf dürfen in Zukunft auch weiterhin der Waldkindergarten und die Brieftauben-Reisevereinigung Barsinghausen sowie der Bergmannsverein Glückauf die Halle nutzen. Entsprechende Vereinbarungen seien bereits getroffen. Die Brieftaubenzüchter überreichten als Eröffnungsgeschenk eine Tafel mit dem historischen Freilichtbühnen-Logo für das Hallenfassade.

Von Frank Hermann