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Barsinghausen Helfer des Wetterdienstes: Egestorfer hat seit 25 Jahren Pflanzen und Wetter im Blick
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Helfer des Wetterdienstes: Egestorfer hat seit 25 Jahren Pflanzen und Wetter im Blick
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16:06 10.09.2019
Axel Freund prüft täglich mithilfe von Messgeräten in seinem Privatgarten die Wetterdaten. Quelle: Frank Hermann
Egestorf

Axel Freund führt akribisch Buch über seine Beobachtungen in der Natur: Wann treiben die Pflanzen im Frühjahr aus? Wann ist das Getreide erntereif? Wann beginnt das Laub sich im Herbst zu verfärben? Als phänologischer Beobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) übermittelt der Egestorfer seit mehr als 25 Jahren seine Feststellungen an das Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung in Braunschweig. Zum Dank für diese ehrenamtliche Tätigkeit ist Freund am Dienstag mit der Wetterdienstplakette des zuständigen Bundesverkehrsministeriums ausgezeichnet worden.

Corina Schube (links) vom Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung Braunschweig überreicht Axel Freunde die Wetterdienstplakette für 25 Jahre ehrenamtliche Beobachtertätigkeit. Quelle: Frank Hermann

Nahezu 1200 ehrenamtliche Helfer in ganz Deutschland umfasst das phänologische DWD-Beobachtungsnetz. Zu diesen Helfern gehört seit 1993 auch Axel Freund. Er dokumentiert im Jahresverlauf die Entwicklung von Wild- und Kulturpflanzen – von der Haselnussblüte im Vorfrühling bis zum Nadelfall der Lärche im Spätherbst. „Im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, ist immer Hochbetrieb. Da bin ich fast jeden Tag unterwegs“, sagt der 76-Jährige.

Mehr als 3900 Daten geliefert

Mehr als 3900 Daten für die Wachstumsanalyse von Pflanzen hat Freund seit 1993 an den Deutschen Wetterdienst geliefert. „Ein wichtiger Beitrag, um Auswirkungen des Klimas auf die Pflanzen in freier Natur aufzuzeichnen“, sagte Corina Schube vom Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung bei der Auszeichnung. Klimaveränderungen ließen sich anhand langer Datenreihen, wie sie auch von Axel Freund erstellt werden, gut erkennen. So beginne zum Beispiel der meteorologische Frühling immer früher, und die Winter würden wärmer.

Darüber hinaus profitiere die Landwirtschaft von den Beobachtungen – zum Beispiel bei den Beratungen für einen möglichst schonenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder für Bewässerungen. Hinzu kommen spezielle Blühvorhersagen für Imker und Allergiker.

Wettermessstation im Garten

Bei seinen Naturbeobachtungen beschränkt sich Freund jedoch nicht allein auf die Pflanzen. Der pensionierte Vermessungstechniker hat sich auch der Wetteranalyse verschrieben. Im Privatgarten betreibt er eine Wetterstation mit Messgeräten unter anderem für Luft- und Bodentemperatur, Niederschlagsmenge, Windrichtung und -stärke. Auch diese Daten notiert Axel Freund in einen Tagebuch und gibt die Ergebnisse weiter an den Deutschen Wetterdienst.

Angefangen habe dieses Faible für Wetteraufzeichnungen bereits zu Beginn der Achtzigerjahre „mit einem Gartenthermometer aus dem Baumarkt“, erzählte der 76-Jährige. Nach und nach habe er immer mehr meteorologische Instrumente in seinem Garten aufgestellt. Seit den Neunzigerjahren beliefere er den DWD mit seinen Wetterdaten.

„Es macht mir Spaß, denn Zahlen sind mein Leben“, sagt Axel Freund mit einem breiten Lachen. Darauf deute ja schon sein Beruf als Vermessungsingenieur früher bei der Deutschen Bahn hin. In seiner Freizeit vermesse er die Pflanzen und das Wetter. Und die Begeisterung für Zahlen und Daten lasse nicht nach.

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