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Barsinghausen Entwicklungsplan soll Zukunft des Sports aufzeigen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Entwicklungsplan soll Zukunft des Sports aufzeigen
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00:49 03.03.2018
Gruppenbild mit Politikern, Sportlern und Vertretern der Verwaltung: Bei dem Workshop haben die Teilnehmer engagiert über die Zukunft des Sports am Deister diskutiert. Quelle: Privat
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Barsinghausen

 Die gemeinsame Arbeit von Politik, Verwaltung und Vertretern des Sports an einem Sportentwicklungsplan für die Deisterstadt hat begonnen. Den Auftakt bildete ein Workshop unter wissenschaftlicher Begleitung, bei dem Fragen zur Zukunft des Sports bereits intensiv diskutiert worden sind.

Am Ende des Prozesses soll ein umfangreiches Werk stehen, in dem die Sportstätten und das derzeitige Sportangebot in Barsinghausen analysiert werden. Viel wichtiger noch sind die Handlungsempfehlungen, die ebenfalls in dem Sportentwicklungsplan stehen sollen. Dabei geht es nach den Worten des Ersten Stadtrats Thomas Wolf um Empfehlungen für die inhaltliche Gestaltung des Sportangebots bei den Vereinen, die Rahmenbedingungen der finanziellen Förderung des Sports, aber auch um die Zukunft der Sportstätten. Bis es soweit ist, liegt ein intensiver Austausch vor allen Beteiligten. Wolf erwartet in dem Prozess einen „immens hohen Kommunikationsaufwand“, der auch längere Zeit in Anspruch nehmen werde. „Wir müssen mit mindestens zwei Jahren rechnen“, sagt Wolf.

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Im weiteren Arbeitsablauf sind nacheinander die Bestandsaufnahme und dann die Bedarfsbestimmung vorgesehen. Bei der Bestandsaufnahme wünscht sich die Stadtverwaltung laut Wolf, dass die Arbeit in Eigenleistung organisiert wird, eventuell unter Beteiligung von Studenten. Bei der Bedarfsbestimmung werde externe Beratung notwendig sein, meint der Erste Stadtrat. „Wir werden uns jemanden suchen müssen, der uns im Prozess begleitet.“ Das Ganze sei nur erfolgreich möglich in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen. Geld zur Finanzierung der externen Unterstützung ist vorhanden: Der Rat hatte bereits bei der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2018/19 im Dezember 20.000 Euro für die Sportentwicklungsplanung bereitgestellt. „Damit müsste der Prozess ausreichend finanziert sein“, sagt Wolf.

„Wichtig ist, dass Sportentwicklungsplanung nicht bedeutet, dass wir als Stadt den Vereinen etwas wegnehmen oder gar vorschreiben wollen“, sagt Bürgermeister Marc Lahmann. Die Stadt wolle auch kein Geld sparen mit dem Entwicklungsplan, betont Wolf. Falls am Ende deutlich werde, dass nicht mehr alle Sportstätten benötigt würden, solle das möglicherweise frei werdende Geld nicht eingespart, sondern neu verteilt werden. „Kürzungen sind nicht geplant.“

Bei dem Workshop zum Auftakt moderierte der Sportwissenschaftler Arne Göring von der Universität Osnabrück die Diskussion. Auch Göring betonte, dass Sportentwicklungsplanung ein Prozess sei, „der alle Beteiligten mit einbeziehen und regelmäßig reflektiert werden muss“. Die Teilnehmer verwiesen darauf, dass die Herausforderungen für den Sport nicht nur in Barsinghausen vielfältig seien. Die Vereine müssten sich „den gesellschaftlichen Megatrends stellen“, hieß es. Vor allem Gesundheit sei für die meisten Menschen der Hauptantrieb, wenn es darum gehe, Sport zu treiben. Immer mehr Sportangebote werden nach Einschätzung der Experten aufgrund des demographischen Wandels auf die sogenannten „Best Ager“ zugeschnitten. Der Sport entwickele sich hin zu einem Dienstleistungsanbieter. Viele Menschen verzichteten inzwischen auf die Mitgliedschaft in Vereinen und gingen in ihrer Freizeit zeitlich flexibel individuellen Sportarten nach. Im Sportentwicklungsplan sollen denn auch nicht nur die Sportvereine thematisiert werden. „Es geht auch um die Situation des nicht vereinsgebundenen Sports“, sagt Wolf

Von Andreas Kannegießer