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Barsinghausen Jugendwerkstatt hat immer wieder Zukunftssorgen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Jugendwerkstatt hat immer wieder Zukunftssorgen
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17:52 24.04.2019
Labora-Betriebsleiterin Daniela Möhlenbrock (Zweite von links) zeigt den SPD-Mitgliedern auf dem Wertstoffhof die Tauschinsel. Wer einen der dort präsentierten Gegenstände schön findet, darf ihn mitnehmen. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Mitarbeiter der Labora-Jugendwerkstatt an der Hannoverschen Straße haben Sorgen wegen der weiterhin ungewissen Finanzierung der Qualifizierungseinrichtung. Die Jugendwerkstatt bekommt Geld aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) als wichtigen Finanzierungsbaustein, zurzeit rund 165.000 Euro jährlich. Die N-Bank zahlt das EU-Geld an Labora und landesweit mehr als 90 weitere Jugendwerkstätten aus. Allerdings wird die Förderung stets nur für begrenzte Zeiträume gewährt. Derzeit ist der Labora-Betrieb bis Ende 2020 gesichert, wie Betriebsleiterin Daniela Möhlenbrock Mitgliedern der Barsinghäuser SPD bei einem Ortstermin erläuterte. Sie wünscht sich eine verbindliche und reguläre Landesförderung, um die Labora-Arbeit langfristig planen zu können. „Wir wollen perspektivisch arbeiten können“, sagte sie.

In der Einrichtung an der Hannoverschen Straße werden 20 junge Menschen betreut und qualifiziert. 16 der Betreuungsplätze werden vom Jobcenter besetzt und auch mitfinanziert. „Manche junge Menschen brauchen einfach etwas länger, um sich zu entwickeln“, erläuterte Möhlenbrock. Auf dem Weg zu Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen werden die Schützlinge von Labora eng begleitet und grundlegend qualifiziert. Neben dem Wertstoffhof gibt es dafür eine Holz- und Metallwerkstatt und einen Hauswirtschaftsbereich. Sieben Sozialpädagogen, Lehrer und handwerkliche Anleiter betreuen die jungen Menschen. Zum Konzept gehört auch das tägliche, jeweils selbst zubereitete gemeinsame Frühstück und Mittagessen, wie Möhlenbrock erläuterte. „Die Teilnehmer erfahren Wertschätzung, wir bieten ihnen ein Stück Rückhalt.“ Die jungen Menschen fühlten sich wohl bei Labora. „Wir müssen manche zwingen, uns auch wieder loszulassen“, berichtete die Betriebsleiterin.

Drei bis vier Plätze hält Labora auch für sogenannte Schulpflichterfüller vor – das sind Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig die Schule abgebrochen haben und statt dessen die Jugendwerkstatt besuchen dürfen. Seit diesem Jahr bekommt Labora für die Arbeit mit den Schulpflichterfüllern eine Kostenbeteiligung von der Stadt Barsinghausen. Für die gewünschte dauerhafte Finanzierung der übrigen Betreuungsplätze machte Möhlenbrock eine Musterrechnung auf: Wünschenswert seien 1000 Euro pro Teilnehmer und Monat, sagte sie – „um Menschen zu ermöglichen, selbstbestimmt zu leben“.

Die SPD hat großes Verständnis für die Anliegen der Jugendwerkstatt. „Wir wollen junge Menschen in die Gesellschaft hineinbekommen, da ist das Denken in Perioden nicht sinnvoll“, sagte SPD-Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler. Im Landtag hätten die Anliegen der Jugendwerkstätten grundsätzlich Gehör gefunden, es sei eine Arbeitsgruppe zu dem Problem gebildet worden. Allerdings ist nach Schüßlers Worten dennoch bisher nicht klar, wie es nach 2020 weitergeht. Die von den Jugendwerkstätten geforderte feste Landesfinanzierung würde einen zusätzlichen Posten im niedersächsischen Etat bedeuten. „Damit tun sich viele schwer“, sagte die Abgeordnete. In der SPD-Fraktion herrsche aber Einigkeit: „Die Arbeit der Jugendwerkstätten muss weitergeführt werden“, sagte Schüßler.

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Von Andreas Kannegießer

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