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Barsinghausen Mieten für Altbauwohnungen steigen am stärksten
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Mieten für Altbauwohnungen steigen am stärksten
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16:57 25.11.2018
Große Nachfrage herrscht weiterhin nach sehr gut ausgestatteten Neubauwohnungen in Zentrumsnähe. Das Bild zeigt den Rohbau der von der Stadtsparkasse an der Schillerstraße neu errichteten Mietwohnungen. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

In Barsinghausen sind die Mieten für ältere Wohnungen in den vergangenen zwei Jahren deutlich stärker gestiegen als die Mieten für Neubauwohnungen, die nach 1995 entstanden sind. Das geht aus dem neuen Mietspiegel für das Jahr 2019 hervor, der jetzt vorliegt. Für ältere, vor 1960 gebaute Wohnungen ist die Durchschnittsmiete demnach binnen zwei Jahren zwischen 8,9 und gut 10 Prozent gestiegen – je nachdem, wie groß die Wohnung ist. Für Neubauwohnungen liegt die Miete dagegen nur zwischen 1,7 und 7,3 Prozent über den vor zwei Jahren ermittelten Durchschnittsmieten.

Die Region Hannover hat jetzt wieder für alle 21 Regionskommunen einen sogenannten qualifizierten Mietspiegel erarbeiten lassen, der alle vier Jahre neu erstellt werden muss. Dazwischen werden die ermittelten Daten im Abstand von jeweils zwei Jahren mit weniger statistischem Aufwand fortgeschrieben. Für den qualifizierten Mietspiegel hat ein Hamburger Unternehmen im Auftrag der Region in den vergangenen Monaten 135.000 zufällig ausgewählte Haushalte angeschrieben und zur Wohnsituation und Miethöhe befragt. Aus den Ergebnissen sind die Mietspiegel für jede Regionskommune berechnet worden. Die jeweiligen Räte müssen die Mietspiegel formal anerkennen, damit sie Rechtskraft erlangen und in Streitfällen als Vergleichsmaßstab herangezogen werden können. Das Zahlenwerk für Barsinghausen soll der Rat in seiner Sitzung am 6. Dezember verabschieden.

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Nach wie vor sind Wohnungen Mangelware, sodass es Vermietern offenbar leicht fällt, höhere Mieten durchzusetzen. Allerdings entwickelt sich der Markt in den verschiedenen Segmenten unterschiedlich. Die im Mietspiegel veröffentlichten Werte könnten den Schluss zulassen, dass die Preise für ältere Wohnungen in Barsinghausen zuletzt noch nicht so weit ausgereizt waren wie bei den oft zuvor schon teuer vermieteten Neubauten.

Auffällig ist auch, dass Wohnungen in Altbauten aus den Jahren vor 1960 deutlich teurer sind als Wohnungen, die zwischen 1961 und 1994 gebaut worden sind. Die durchschnittliche Monatsmiete für Altbauten variiert je nach Wohnungsgröße zwischen 6,33 und 6,45 Euro pro Quadratmeter. Mittelalte Wohnungen aus den 1960er bis 1990er Jahren sind laut Mietspiegel in Barsinghausen für durchschnittlich 5,51 bis 5,86 Euro pro Quadratmeter zu haben. Am teuersten sind die Neubauten: Sie kosten im Schnitt 7,04 Euro pro Quadratmeter in Wohnungen bis 85 Quadratmeter Größe und 7,71 Euro in Wohnungen von 45 bis 65 Quadratmeter Größe. Für komfortabel ausgestattete Wohnungen in guten Lagen ist im Einzelfall aber auch deutlich mehr zu zahlen: Als oberen Varianzwert weist der Mietspiegel 10,50 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete für mittelgroße Neubauwohnungen aus.

Die Erhöhung der Durchschnittsmieten in Barsinghausen liegt nach Einschätzung der Stadtverwaltung im regionsweiten Trend. „Die Wohnungssituation in Barsinghausen kann nicht als angespannt angesehen werden“, sagt die zuständige Fachdienstleiterin Susanne Zeitz. In jüngster Zeit seien in der Stadt auch relativ hochwertige und hochpreisige Wohnungen in Mehrfamilienhäusern entstanden, „die sich natürlich auch im Mietspiegel wiederfinden“. Mangel herrsche in Barsinghausen hauptsächlich an bezahlbaren Wohnungen für Single-Haushalte und bei Wohnungen mit mindestens vier Zimmern.

Von exakten Daten in den Mietspiegeln hängt für Mieter, aber auch Vermieter und Behörden einiges ab: Die Mietspiegel sind das wichtigste Werkzeug bei der Ermittlung der sogenannten ortsüblichen Vergleichsmiete. Vermieter können unter bestimmten Voraussetzungen eine Mieterhöhung bis zur Höhe dieser ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen.

Von Andreas Kannegießer