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Barsinghausen Stadtbücherei plant mit moderner Technik
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13:22 30.11.2018
Büchereileiterin Ann-Christin Mehnert präsentiert sogenannte Tonies, digitale Hörspiele mit einfachem Bedienkonzept für Kinder, die ab kommendem Jahr in der Stadtbücherei ausgeliehen werden können. Quelle: Mirko Haendel
Barsinghausen

Ein Besuch in der Barsinghäuser Stadtbücherei gleicht einer Zeitreise. Die Einrichtung ist beliebt, auch weil man günstiger kaum sonst nirgendwo lesen kann. Die damalige Gemeinde Barsinghausen hatte bereits 1897 in der Volksschule eine Bücherei eingerichtet. Seit der Fertigstellung der Wilhelm-Stedler-Schule im Jahr 1954 befindet sich die heutige Stadtbücherei im westlichen Seitenflügel. Und dort werden auch heute noch Bücher, Comics und Zeitschriften auf eine Weise ausgeliehen wie vor fünf Jahrzehnten.

„Ja, wir arbeiten noch mit Ausleihkarten“, bestätigt Ann-Christin Mehnert. Insbesondere ältere Besucher zeigten sich freudig überrascht von diesem traditionellen Leihsystem, sagt die Büchereileiterin. Andererseits sei der gesamte Ausleih- und Rücknahmevorgang dadurch sehr aufwendig und zeitraubend. Nicht überraschend, dass zu den Hauptbesuchszeiten bis zu drei Mitarbeiter benötigt werden, um die gesamte Arbeit zu meistern.

Das Erscheinungsbild der Stadtbücherei ist ist ein wenig altertümlich. Die Einrichtung überzeugt eher durch die Auswahl ihrer Bücher. Quelle: Mirko Haendel

Über die Jahre ist die Bücherei zwar gewachsen, das Erscheinungsbild erinnert allerdings weiterhin an die 1960er Jahre. „Wir sind eine sehr klassische und durchschnittliche Bücherei“, sagt Mehnert. Angesichts der Finanznöte, die die Stadt Barsinghausen noch bis vor kurzem quälten, ist das Angebot allerdings beachtlich. Zwischen 10.000 und 11.000 Medien hat die Bücherei im ständig aktualisierten Bestand. Dazu gehören neben Büchern auch CDs, DVDs, Hörbücher, Zeitschriften und Tageszeitungen. Für Neuanschaffungen stehen der Bücherei jährlich 13.000 Euro zur Verfügung. „Bei der Summe müssen wir aber schon genau überlegen, welche Titel wir anschaffen und wo wir einsparen können“, erklärt Mehnert. Das schlägt sich in der Bestandsgröße nieder. Mit 0,27 Medieneinheiten pro Einwohner liegt sie deutlich unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 1,3.

Das Team leistet offensichtlich gute Arbeit. Die Besucherzahlen stiegen von 9.496 im Jahr 2010 auf 16.750 im Jahr 2017, die insgesamt 24.250 Ausleihen tätigten. Die Nutzer können für höchstens 10 Euro im Jahr theoretisch unbeschränkt Bücher ausleihen. „Die Bücherei wird gut angenommen, das Erscheinungsbild scheint nicht zu stören“, berichtet Mehnert, die allerdings auch einschränkt: „Wenn viel los ist, wird es sehr schnell sehr eng. Die Bücherei hat nur wenig Aufenthaltsqualität.“ Kein Wunder bei nur 150 Quadratmetern Fläche.

Die Beliebtheit ist ungebrochen

Insbesondere die neuesten Romane und Sachbücher für Erwachsene und Kinder bis 12 Jahre sind laut Mehnert der Renner. Um den Geschmack möglichst vieler Leser zu treffen, bietet die Stadtbücherei die Top-Titel der aktuellen Romanbestsellerliste. Auch die meisten Sachbuch-Bestseller werden angekauft und können entliehen werden.

Die Digitalisierung ist an der Bücherei allerdings bisher nahezu komplett vorbeigegangen. Es existiert auf der Internetseite der Stadt lediglich eine für Nutzer einsehbare Bestandsliste im Excel-Dateiformat. Das soll sich ändern. Im nächsten Jahr bekommen Mehnert und ihre Kollegin Elke Rebiger-Burkhardt zwei neue Mitarbeiter, die sich für die nächsten Jahre ausschließlich mit der digitalen Katalogisierung des Bestands befassen werden. Anschließend sollen die Nutzer vom heimischen Rechner aus recherchieren und Titel vormerken können. Der Bestand soll mit elektronischen Medien wie E-Books, E-Videos und E-Papers ergänzt werden, die von Zuhause aus ausgeliehen und genutzt werden können.  

Öffnungszeiten: dienstags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, donnerstags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 19 Uhr, freitags 15 bis 17 Uhr.

Bücherei-Mitarbeiterin Elke Rebiger-Burkhardt füllt Ausleihkarten aus. So mancher Besucher freut sich über diese nostalgischen Arbeitsabläufe. Quelle: Mirko Haendel

Von Mirko Haendel

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