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Barsinghausen Trockenheit hat vor allem alten Bäumen zugesetzt
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Trockenheit hat vor allem alten Bäumen zugesetzt
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16:35 30.11.2018
Die Ahornbäume entlang der Calenberger Straße gedeihen nicht so gut wie erhofft. Neun von ihnen haben zudem so ausgeprägte Schäden am Stamm, dass sie gefällt werden müssen. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung plant für die Wintermonate an zahlreichen Stellen im Stadtgebiet Baumfällungen. Betroffen sind fast durchweg kranke, abgestorbene und nicht mehr verkehrssichere Bäume. Um Protesten von Naturschützern – so wie in manchen Vorjahren – vorzubeugen, hat die Verwaltung das gesamte Fällprogramm am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses ausführlich vorgestellt.

Der extrem trockene Sommer 2018 hat auch den Bäumen im Stadtgebiet sehr zugesetzt, wie Rainer Bernsdorff vom Fachdienst Tiefbau erläuterte. Bei den Neuanpflanzungen seien wenig Ausfälle zu beklagen, weil der Baubetriebshof einen extrem hohen Bewässerungsaufwand betrieben habe, sagte Bernsdorff. Große Ausfälle gebe es aber in den Altbaumbeständen, vor allem bei Fichten, Lärchen, Birken, Rotbuchen und Ebereschen. Glücklicherweise habe es im Herbst bisher noch keine starken Stürme gegeben. „Wegen der Trockenheit können die Bäume weniger Schwingungen aufnehmen und sind bruchgefährdeter“, erläuterte Bernsdorff. Für zusätzliche Probleme sorgt das Auftreten von Baumkrankheiten wie dem Erlensterben, dem Eschentriebsterben oder der Kastanienkomplexkrankheit. Entsprechend höher sei die Notwendigkeit, Bäume zu fällen. Bernsdorff betonte, dass die Baumkontrollen in städtischen Waldgebieten und in der Feldflur noch nicht abgeschlossen seien, sodass möglicherweise weitere Fällarbeiten zu dem vorläufigen Programm hinzukämen.

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Zu den größten Einzelmaßnahmen gehört die Fällung von 18 Fichten am Waldparkplatz an der Bantorfer Höhe, die von Borkenkäfern befallen sind. „Die Bäume sind bereits größtenteils abgestorben“, sagte Bernsdorff. Am Waldlehrpfad westlich des Naturfreundehauses sind mehrere Fichten und Lärchen, eine Birke, eine Pappel und eine Linde abgestorben und müssen entfernt werden. Entlang des Barsinghäuser Industriegleises sieht die Verwaltung ebenfalls Handlungsbedarf. Dort sind Eschen, Kastanien und Traubenkirschen teilweise vertrocknet, teilweise von Pilzen befallen. „Die Verkehrssicherheit zwingt uns zur Entnahme“, betonte Bernsdorff. Eine allgemeine Durchforstung plant der Fachdienst an der Zuwegung zur Deister-Freilichtbühne. Bruchgefährdete oder von Borkenkäfern befallene Fichten, Lärchen und Robinien müssen dort fallen. Auch im Zechenpark am Conrad-Bühre-Weg stehen mehrere bruchgefährdete Bäume, die keine Zukunft haben, vor allem Ahorne und Weiden.

Die Fichten am Waldparkplatz an der Bantorfer Höhe sind von Borkenkäfern befallen und müssen gefällt werden. Quelle: Stadt Barsinghausen

Große Sorgen bereiten der Verwaltung die Straßenbäume entlang der Calenberger Straße. Die dort nach dem Bau der nördlichen Entlastungsstraße angepflanzten Ahornbäume bleiben mit ihrem Wachstum weit hinter den Erwartungen zurück, wie Bernsdorff erläuterte. Die mangelhafte Vitalität könnte auf den verdichteten Boden und den Einfluss von Streusalz zurückzuführen sein. Manche Stämme weisen zudem Schäden durch Anfahren auf, an anderen sind Einfaulungen zu sehen. Die Folge: Elf der Ahorne müssen gefällt werden.

In Kirchdorf auf einem Grünstreifen westlich der Landstraße unmittelbar an der S-Bahn-Strecke muss in Absprache mit der Deutschen Bahn eine Baumgruppe aus drei Fichten, einer Birke und einer Kiefer weichen. Auf der Liste der zu fällenden Bäume stehen außerdem ein rundes Dutzend Einzelexemplare, so etwa an der Potsdamer Straße, am Gelände des Waldkindergartens, an der Schmiedekampstraße, am Steinradweg, der Wichmarstraße und am Margeritenweg.

Der Naturschutzbund (Nabu) appellierte an die Stadtverwaltung, die Stämme der zu fällenden Bäume etwa drei bis vier Meter hoch stehen zu lassen. Die Totbäume seien ein wertvoller Lebensraum für Insekten. Der Nabu-Ortsverband hat dazu das Muster einer Informationsplakette entworfen, die zur Erklärung an den toten Stämmen angebracht werden könnte.

Am Conrad-Bühre-Weg auf dem Zechengelände stehen ebenfalls Baumfällarbeiten bevor. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer