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Barsinghausen Wegen Platzmangel: In der Arche ensteht eine neue Kita-Gruppe
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Wegen Platzmangel: In der Arche ensteht eine neue Kita-Gruppe
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15:00 25.07.2019
Die Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde will die Kinder im alten Trakt des Gemeindehauses mit dem ehemaligen Konfirmandensaal (rechts) unterbringen. Quelle: Frank Hermann
Kirchdorf

Kindergarten- und Spielkreisplätze sind Mangelware in der Stadt Barsinghausen – rund 150 Familien warten bislang vergebens auf eine Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder. Die evangelische Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde in Kirchdorf will gegensteuern und kurzfristig eine neue Kindergartengruppe mit 20 Plätzen im früheren Konfirmandensaal des Arche-Gemeindehauses einrichten. Pastorin Ute Kalmbach hofft, dieses Projekt bis zum Jahresende 2019 abschließen zu können.

Die Kindergruppe soll in den alten Gemeindehaus-Anbau aus dem Jahr 1889 einziehen. Dort betrieb die Kirchengemeinde von 1992 bis 2005 bereits einen Spielkreis für bis zu 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Weil damals jedoch die Kinderzahlen spürbar zurückgingen, gab die Gemeinde im Sommer 2005 den Zwergenburg-Spielkreis mit nur noch 13 Jungen und Mädchen aus Kostengründen auf.

Gemeinde bietet Hilfe an, will aber kein Träger werden

Vor dem Hintergrund dringend benötigter Betreuungsplätze im gesamten Stadtgebiet will die Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde nun ihre Hilfe anbieten und die ehemaligen Spielkreisräume wieder reaktivieren. „Damit greifen wir denjenigen Eltern auch aus unserem Dorf unter die Arme, die eine Betreuung für ihre Kinder suchen. Aber auch wir als Gemeinde profitieren davon, wenn wieder mehr Leben in unser Haus kommt“, erläutert Pastorin Kalmbach. Zuletzt nutzte eine kirchliche Eltern-Kind-Gruppe die Räume für ihre wöchentlichen Treffen.

Allerdings steht für die Kirchengemeinde fest, die Räume für eine Kinderbetreuung lediglich an die Stadt zu vermieten und nicht selbst die Trägerschaft für eine Kindergarten- oder Spielkreisgruppe zu übernehmen. „Der Kirchenvorstand hat gesagt: Wir richten die Räume wieder her, wären als kleine Gemeinde mit dem Betrieb aber überfordert“, stellt die Pastorin klar.

Kosten rund 50.000 Euro

Erste Kostenschätzungen für eine Sanierung der Räume im alten Gemeindehaus-Anbau gehen von rund 50.000 Euro aus – finanziert mit dem Investitionsförderprogramm der Region Hannover zur Schaffung von Kita-Plätzen. Erforderlich seien insbesondere eine neue Elektrik und ein neuer Fußboden, kindgerechte Sanitäreinrichtungen sowie die weitere Innenausstattung und die Gestaltung des Außengeländes. Laut Ute Kalmbach seien die Kosten eine spannende Frage, denn in dem alten Gebäude drohten bei Umbau- und Sanierungsarbeiten auch stets unliebsame Überraschungen. Ein Zugang zur Arche-Küche sei für die künftige Kindergruppe gewährleistet.

Vor weiteren Planungsschritten müsse die Kirchengemeinde zunächst die Finanzierungszusage für das Projekt abwarten. Danach bleibe abzuwarten, wie schnell die Bauaufträge an Handwerkerfirmen vergeben werden können. Großer Wunsch sei es, die Arbeiten möglichst bis zum Jahresende 2019 abschließen und anschließend mit der Kinderbetreuung im Gemeindehaus beginnen zu können.

Nothilfeplan der Stadt für 150 Familien

Mit der Einrichtung einer neuen Kita-Gruppe trägt die Kirchengemeinde zu den Anstrengungen der Stadt Barsinghausen bei, kurzfristig zusätzliche Kinderbetreuungsplätze in der Deisterstadt zu schaffen. Rund 150 Familien warten derzeit auf eine Betreuung für ihre Jungen und Mädchen. Mithilfe eines eilig erstellten Nothilfeplans will die Stadt schnellstens 250 neue Kita- und Tagespflegeplätze bis zum Frühjahr 2020 einrichten.

Dazu gehören sowohl Container-Standorte als auch Gebäudeumbauten wie im Arche-Gemeindehaus oder im evangelischen Marienkäfer-Kindergarten in der Kernstadt. Für den Nothilfeplan rechnet die Stadt mit Investitionskosten von insgesamt rund 2,2 Millionen Euro, finanziert über einen dritten Nachtragshaushalt.

Gemeinde betreibt Spielkreis bis Sommer 2005

Von 1992 bis zum Sommer 2005 hat die Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde einen Spielkreis mit 20 Plätzen im Arche-Gemeindehaus neben der Kirche betrieben. Wegen einer sinkenden Nachfrage für die Betreuungsplätze gab die Gemeinde dieses Angebot auf. Zuletzt hatten 13 Jungen und Mädchen den Zwergenburg-Spielkreis mit zwei Betreuerinnen besucht. Als neuer Träger sprang damals der TSV Kirchdorf ein und übernahm die Gruppe in das Spartenangebot des Vereins. Zunächst bezog die Gruppe für eine Übergangszeit die Börke-Halle am Egestorfer Kirchweg und erhielt im Dezember 2005 eigene Räume im TSV-Heim neben dem ehemaligen Sportgelände. Knapp fünf Jahre später gab aber auch der Sportvereins den Spielkreis mit damals 17 Kindern aus Kostengründen auf: Der Verein befürchtete weiter sinkende Kinderzahlen.nn

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Von Frank Hermann

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