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Barsinghausen Burkhard Balz besichtigt Bergmann Automotive 
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Burkhard Balz besichtigt Bergmann Automotive 
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00:40 26.04.2018
Der Europaabgeordnete Burkhard Balz zu Besuch in der Gießerei Bergmann Automotive in Barsinghausen. Quelle: Johanna Kruse
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Barsinghausen

 20 Millionen Zylinderlaufbuchsen für Verbrennungsmotoren werden von der Firma Bergmann Automotive jedes Jahr an diverse Automobilhersteller ausgehändigt. Bei einem Besuch des Europaabgeoordneten Burkhard Balz sprach der Geschäftsführer Jörg Feuring über die Zukunft der traditionsreichen Firma. 

„Wir hatten wirklich einen guten Start ins Jahr“, sagte Betriebsleiter Bernhard Traeger bei der Führung durch den Betrieb. „Die Umsätze lagen sogar über unseren Erwartungen.“ Trotzdem ließe die aktuelle Debatte um Diesel- und Verbrennungsmotoren den Betrieb nicht kalt. „Ich habe aber keine Bedenken, dass es morgen plötzlich keine Autos mehr gibt und wir vor dem Nichts stehen“, bemerkte Feuring lachend. Selbst wenn Zylinder und damit auch die Buchsen irgendwann überflüssig sein sollten, könne die Firma sich anders strukturieren. „Es wäre zum Beispiel möglich auf die Produktion von Bremsen überzugehen“, sagte der Geschäftsführer. Selbst die Krise um den Hauptabnehmer Volkswagen konnte den Erfolg der Firma nicht schmälern. „Das vergangene Quartal war das beste, das wir je hatten in Bezug auf VW“, sagte Feuring. 

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Expansion in die USA angedacht

Generell stehe das Unternehmen aber in scharfer Konkurrenz zu Herstellern aus dem Ausland. Besonders die hohen Energiekosten seien ein wichtiges Thema im Betrieb. „Sechs bis sieben Prozent unserer Ausgaben sind reine Energiekosten“, sagte Feuring. „Dabei sind diese schon so weit wie möglich reduziert.“ 

„Das ist allerdings eine Menge“, bemerkte Balz und fragte, wie dies die Situation am Standort in Barsinghausen beeinflusse. Zwar sei die lokale Produktion aufwändiger, sie habe aber auch immense Vorteile, entgegnete Feuring. „Die Basis, die wir hier haben, ist sehr gut. Die Stadt Barsinghausen unterstützt uns hervorragend, mittlerweile sind wir ja auch ein Industriegebiet und haben viele Freiheiten“, sagte er. Zudem sei die Mitarbeiterschaft sehr loyal. 

Aufgrund der globalen Konkurrenz wolle der Konzern langfristig aber auch in die USA expandieren. „Wir strecken langsam unsere Fühler in diese Richtung aus“, sagte Feuring. Die Firma, die im Jahr 2000 kurz vor dem endgültigen Aus stand, konnte ihren Gewinn in den vergangenen Jahren immens erhöhen. 50 Tonnen Eisen werden jedes Jahr im Betrieb verschmolzen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 280 Mitarbeiter. Ganz neu im Betrieb ist ein automatisches Gießkarussell, das die Produktion beschleunigt. 

Balz bedankte sich für die Führung, an der auch Bürgermeister Marc Lahmann, der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerald Schroth und der Landesvorsitzende der Jungen Union Tilman Kuban teilnahmen. Für den 48-Jährigen war es einer der letzten Besuche als Europaabgeordneter in Barsinghausen. Ab September wird er das Amt des Vorsitzenden der Deutschen Bundesbank übernehmen. 

Von Johanna Kruse