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Barsinghausen Das ist der aktuelle Stand bei den Feuerwehrhäusern
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Das ist der aktuelle Stand bei den Feuerwehrhäusern
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00:17 27.01.2019
Auf diesem Grundstück neben dem Freibad Goltern soll das neue Gerätehaus für die beiden Feuerwehren aus Groß- und Nordgoltern entstehen. Quelle: Archiv
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Barsinghausen

Ob in Nord- und Großgoltern, in Hohenbostel oder in Holtensen – es geht voran in und an den Gerätehäusern der Ortsfeuerwehren. Teilweise sollen bei den anstehenden Baumaßnahmen ungewöhnliche Wege gegangen werden, unter anderem um die städtische Gebäudewirtschaft zu entlasten. Doch einige Ideen stoßen auch auf Kritik.

Neubau mit Partnerschaft Deutschland ist Pilotprojekt

Erst 2020 wird mit dem Neubau des Feuerwehrhauses Nord- und Großgoltern begonnen, 2021 sollen die Maßnahmen abgeschlossen sein. Der Neubau des geplanten Feuerwehrgerätehauses neben dem Freibad Goltern ist ein Modellprojekt: Erstmals in der Geschichte der Stadtfeuerwehr werden nach der Fertigstellung zwei Ortsfeuerwehren gemeinsam ein Gebäude nutzen. In das neue Gerätehaus ziehen die Feuerwehren aus Großgoltern und aus Nordgoltern ein. Eine Fusion der beiden Ortsfeuerwehren ist aber nicht geplant. Der Neubau kostet rund 3,7 Millionen Euro.

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Die Maßnahmen sollen im Rahmen eines Totalunternehmer-Modells mit vorgeschaltetem Vorplanungskonzept durchgeführt werden. Das haben die Mitglieder des Feuerwehrausschusses am Mittwochabend beschlossen. Die Kooperation mit dem Planungsbüro „Partnerschaft Deutschland“ sei ein Pilotprojekt , sagte der erste Stadtrat Thomas Wolf. „So wollen wir sehen, in wie weit wir unsere Gebäudewirtschaft entlasten können.“ Im zweiten Nachtragshaushalt 2019 werden zusätzlich 660.000 Euro bereitgestellt. Das sei allerdings zunächst eine grobe Schätzung, betonte Fachdienstleiter Bora Kansu (Gebäudewirtschaftsbetrieb).

Doch gerade diese Kostenschätzung sorgte für Kritik: „Bei einer normalen Ausschreibung würden die Kosten deutlich geringer ausfallen“, sagte CDU-Ratsherr Karl-Heinz Neddermeier. Auch Gerald Schroth (CDU) sah die Zusammenarbeit mit einem Totalunternehmer kritisch. „Die lassen sich jede Veränderung teuer bezahlen, wenn wir das so beschließen, dann wird genau nach Zeichnung gebaut.“ Bettina Klein (AfB) wies hingegen darauf hin, dass die Zusammenarbeit Modellcharakter habe, eventuell noch verbessert werden muss aber vor allem die Gebäudewirtschaft entlasten soll.

Soll die Feuerwehr mit anpacken?

Die Freiwillige Feuerwehr Holtensen will ihr Gerätehaus erweitern. Auf der Ostseite (im Bild links) soll eine neue Fahrzeughalle angebaut werden. Quelle: Andreas Kannegießer

Auch der Anbau an das Feuerwehrhaus Holtensen war Thema. Dass dafür Mittel in den Nachtragshaushalt eingestellt werden sollen, dem konnten grundsätzlich alle zustimmen. Allerdings wurde die Frage, ob diese Maßnahmen in Eigenleistung der Feuerwehr erfolgen sollen, kontrovers diskutiert. Wie bereits bei zahlreichen vorherigen Maßnahmen will die Feuerwehr hier wieder einige Arbeiten selber ausführen. „Es geht dabei um leichte Arbeiten, wie Streichen, Rigipsplatten anbringen, Vorarbeiten für Fachfirmen leisten und das Außengelände so herrichten, dass mit den Arbeiten begonnen werden kann“, sagte Ortsbrandmeister Karsten Sieveritz auf Anfrage dieser Zeitung. Er sei zuversichtlich, dass diese Arbeiten von den Feuerwehrleuten erledigt werden könnten. „Es ist auch unsere Art, guten Willen zu zeigen“, sagte er.

Die Ortsfeuerwehr Holtensen braucht eine größere Fahrzeughalle, weil ein neue Einsatzfahrzeug in der alten Garage nicht genügend Platz findet. Hintergrund: Das nahezu 30 Jahre alte und reparaturanfällige Löschfahrzeug LF 8 soll durch ein modernes, aber auch größeres Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) ersetzt werden.

Daher bat Stadtbrandmeister Dieter Engelke auch wiederholt darum, dass es zu keinen Verzögerungen kommt. „Ich sehe die Eigenleistung kritisch“, sagte Schroth und auch Kerstin Beckmann (AfB-WG) stimmte zu: „Wir dürfen die Gebäudewirtschaft auch nicht zu Lasten des Ehrenamts entlasten.“ Immerhin koste ein solches Bauprojekt viel Zeit und gehe dadurch zu Lasten Daher solle überlegt werden, in welchem Umfang die eigentlich in Eigenleistung geplanten Baumaßnahmen von einem Unternehmen übernommen oder unterstütz werden können. Politik und Verwaltung müssten sich generell überlegen, wie mit Eigenleistungen in Zukunft umgegangen werden soll und einen einheitlichen Weg finden, forderte Peter Messing (SPD).

Die Verwaltung soll beauftragt werden, einen Grundstücksanteil zur Größe von 220 Quadratmeter zu kaufen. Zudem sollen 200.000 Euro für den Anbau in den zweiten Nachtragshaushalt 2019 eingestellt werden. Der Ausschuss konnte zu diesem Punkt keine Empfehlung treffen, da zunächst klar gestellt werden müsse, was genau die Feuerwehr in Eigenleistung machen wird. Der Punkt wurde als behandelt erklärt. Das Thema wird im Finanzausschuss nochmals besprochen.

Mehr Geld für Hohenbostel

Die Feuerwehr Hohenbostel bekommt zusätzliche Mittel. Quelle: Andreas Kannegießer

Die Mitglieder des Ausschusses stimmten zudem der Erhöhung der Mittel für die Feuerwehr Hohenbostel um 25.000 Euro zu, damit wird nun von einem Gesamt-Beschaffungsaufwand von etwa 45.000 statt 20.000 Euro ausgegangen. Die zusätzlichen Mittel sind für Inventar vorgesehen. Die Baumaßnahme wird aller Voraussicht nach im Laufe dieses Jahres abgeschlossen sein. Hier soll auf Anregung von Beckmann zudem geprüft werden, ob nicht der gesamte Asphalt vor der Haus durch eine Pflasterung ersetzt werden kann, ohne dass es zu Verzögerungen der Gesamtmaßnahme kommt.

Von Lisa Malecha