Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Barsinghausen Engpass: Stadtwerke rufen zum Wassersparen auf
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Engpass: Stadtwerke rufen zum Wassersparen auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:38 06.06.2019
Die meisten der Pumpen in der Pumpenhalle des Grundwasserwerks werden benötigt, um Wasser von Eckerde aus in die Hochbehälter im Deister und auf dem Stemmer Berg zu befördern. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Nach den ersten heißen Tagen des Sommers zeichnen sich im Grundwasserwerk Eckerde bereits wieder Engpässe wegen der begrenzten Aufbereitungskapazitäten ab. Die Barsinghäuser Stadtwerke haben deshalb ihre Kunden dazu aufgerufen, sehr bewusst und sparsam mit Trinkwasser umzugehen und Grünflächen möglichst nicht mehr zu sprengen. „Die Probleme fangen wieder an“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller bei einem Ortstermin auf Einladung der Barsinghäuser FDP.

Wasserversorgung mit Risiken behaftet

Die Freidemokraten wollten vor allem wissen, wie weit die stockenden Pläne zum Neubau des Eckerder Grundwasserwerks gediehen sind. „Unsere Wasserversorgung ist zurzeit mit ganz erheblichen Risiken behaftet“, sagte FDP-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Wiegand. Die Beschlusslage der Stadtwerke-Gremien zugunsten eines Neubaus sei eindeutig, dennoch gebe es immer weitere Verzögerungen. Möller und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Härdrich erläuterten den rund zwei Dutzend Gästen den aktuellen Stand: Demnach prüfen die Aufsichtsratsmitglieder derzeit den Inhalt des neuen technischen Gutachtens, das im Mai vorgelegt worden ist. Darin haben die Gutachter alle für die Wasseraufbereitung in Eckerde in Frage kommenden Verfahren bewertet – so etwa die bisher genutzte Schnellentkarbonisierung, die sogenannte Umkehrosmose und das Carix-Verfahren, das bisher von der Stadtwerke-Führung favorisiert worden war. „Wir müssen sorgfältig planen“, sagte Härdrich. Vom Ergebnis hänge ab, ob auch noch in mehreren Jahrzehnten in Eckerde Wasser als hochwertiges Lebensmittel bereitgestellt werden könne. „Fragen sind deshalb rechtmäßig“, sagte Härdrich. „Aber sie dürfen nicht nur der Verzögerung dienen.“

Wassermeister Heiko Bartling (vorne rechts) erläutert den Gästen das zur Wasseraufbereitung genutzte Verfahren der Schnellentkarbonisierung. Quelle: Andreas Kannegießer

Alle Aufbereitungsverfahren haben Vor- und Nachteile

Aus dem Gutachten geht nach den Worten von Härdrich und Möller hervor, dass nicht ein Verfahren eindeutig als aktueller Stand der Technik auszumachen sei. Alle hätten Vorteile und Nachteile, hieß es. „Beim Carix-Verfahren fallen Rückstände an, die entsorgt werden müssen, während die Umkehrosmose viel Strom verbraucht.“

Der Aufsichtsrat prüfe noch einmal die von den Gutachtern vorgelegten Zahlen, sagte Härdrich. In der nächsten Sitzung am 1. Juli will das Gremium dann sein Votum abgeben und dem Rat der Stadt einen Vorschlag unterbreiten. „Im September könnte der Rat dann endgültig entscheiden.“ Zu Fragen aus der Teilnehmerrunde zu der von Bürgermeister Marc Lahmann ins Spiel gebrachten Kooperation der Stadtwerke mit dem Versorgungsunternehmen Purena wollte Härdrich kein Urteil abgeben. „Politisch will ich das nicht bewerten“, sagte er. Argumentiert werde dabei offiziell mit einer besseren Versorgungssicherheit für Barsinghausen. „Die Einschätzung ist jedem selbst überlassen“, sagte Härdrich.

Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Härdrich (Dritter von links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Möller (Vierter von links) erläutern der Besuchergruppe die Situation im Grundwasserwerk. Quelle: Andreas Kannegießer

Anschluss an Harzwassernetz ist keine Option

Fragen aus den Reihen der Freidemokraten zu einem möglichen Komplettanschluss des Barsinghäuser Netzes an das Versorgungsnetz der Harzwasserwerke erteilten die Verantwortlichen der Stadtwerke eine Absage. „Die Harzwasserwerke könnten in Trockenzeiten selbst nicht genug liefern“, sagte der technische Leiter der Stadtwerke, Torsten Holzhausen. In ersten Gesprächen über eine solche Möglichkeit habe Purena „einen Rückzieher gemacht“, berichtete Möller. „Sie möchten stattdessen unsere Reserven nutzen und in Barsinghausen einen Fuß in die Tür bekommen.“

Nach einem Neubau des Grundwasserwerks hätte Barsinghausen auf lange Sicht offenbar keine Versorgungsprobleme mehr zu befürchten. Das alte Werk kann im Volllastbetrieb 270 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereiten, das neue Werk soll auf 490 Kubikmeter pro Stunde ausgelegt werden. Die Kapazität des Grundwasserleiters in Eckerde reiche auch dann aus, falls langfristig kaum noch Wasser aus dem Deister zufließen sollte, betonte Härdrich.

Antiquierte Technik: Die Schaltschränke mit den uralten Sicherungen im Grundwasserwerk stammen aus den 1960er Jahren. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

Weil zum Start des neuen Kindergartenjahres im August nach aktuellem Stand rund 100 Plätze fehlen, steht nun die Verwaltung im Kreuzfeuer der Kritik. SPD und Grüne fordern schnelle Handlungskonzepte.

05.06.2019

Jetzt kann offiziell gespielt und getobt werden: Der Deistersterne-Verein hat den Wiederaufbau des Waldspielplatzes auf der Försterwiese am Egestorfer Deisterrand abgeschlossen und die Anlage mit zehn neuen Spielgeräten an die Stadt übergeben.

05.06.2019

Die Mariengemeinde feiert am Sonntag, 18. August, ein Tauffest. Die Pastoren Uta Junginger und Jürgen Holly und Vikarin Mira Neckel laden auch Jugendliche und Erwachsene ein, sich taufen zu lassen.

05.06.2019