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Barsinghausen Aktion für Polio-Impfung: 1,3 Millionen Plastikdeckel am Deister gesammelt
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Aktion für Polio-Impfung: 1,3 Millionen Plastikdeckel am Deister gesammelt
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19:08 12.06.2019
Ilona und Paul Kurosch bereiten einen der letzten Transporte von Flaschendeckeln zur Sammelstelle in Hannover vor. In den Säcken befinden sich fast zwei Zentner Kunststoffdeckel. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Nach rund drei Jahren ist Schluss: Die bundesweite Hilfsaktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ läuft Ende Juni aus. Die örtlichen Initiatoren Ilona und Paul Kurosch aus Egestorf haben zum Endspurt aufgerufen – und bedanken sich schon einmal für die große Unterstützung, die sie seit 2016 bei ihrem Engagement für die Hilfsaktion am Deister erfahren haben.

3,3 Millionen Schluckimpfungen durch Deckelspenden finanziert

Die Aktion Deckel gegen Polio war ursprünglich von der Rotary-Organisation ins Leben gerufen worden. Der Erlös aus dem Verkauf von jeweils etwa 500 Flaschendeckeln aus Kunststoff reicht für eine Schluckimpfung gegen Kinderlähmung für ein Kind in der Dritten Welt. Bundesweit hat der Verein Deckel drauf e.V. die Hilfsaktion koordiniert. Insgesamt sind in Deutschland seit dem Start des Projekts mehr als 1100 Tonnen Flaschendeckel gesammelt worden. Die Erlöse in Höhe von rund 270.000 Euro haben ausgereicht, um weltweit mehr als 3,3 Millionen Impfungen zu ermöglichen.

Sinkende Rohstoffpreise: Verkauf der Decken lohnt sich nicht mehr

Das Aus zur Jahresmitte ist von den Organisatoren verkündet worden, weil die Preise für sogenannte Sekundärrohstoffe zuletzt stark rückläufig waren und sich der Verkauf der Flaschendeckel nicht mehr lohnt. Zudem wären mittelfristig die Deckel ohnehin ausgegangen, weil die EU in ihrer Kunststoffstrategie festgelegt hat, dass Deckel bald fest mit den Flaschen verbunden sein müssen.

In Barsinghausen hatte sich das Ehepaar Kurosch in den vergangenen drei Jahren mit viel Elan für das Hilfsprojekt eingesetzt. Die beiden Egestorfer haben die Deckelsammlungen im Trinkgut-Markt an der Egestorfer Straße, im Egestorfer Edeka-Getränkemarkt Wunder und in der Glückauf-Apotheke koordiniert und die Kunststoffdeckel zur Sammelstelle an der IGS Mühlenberg transportiert. In der ersten Phase hatten Ilona und Paul Kurosch sogar selbst fast jede freie Minute im Trinkgut-Markt verbracht und Zehntausende Deckel von den leeren Pfandflaschen geschraubt.

Bilanz fällt positiv aus

Die Bilanz der Kuroschs fällt positiv aus. Vor allem die Kunden des Trinkgut-Marktes hätten im Laufe der Zeit hervorragend mitgemacht, sagt Ilona Kurosch. Insgesamt sind am Deister seit 2016 rund 2,6 Tonnen Flaschendeckel gesammelt worden, davon allein 600 Kilogramm in diesem Jahr. Das entspricht mehr als 1,3 Millionen Deckeln.

„Es ist bedauerlich, dass die Deckel nun nicht mehr gebraucht werden“, sagen die Kuroschs. „Die Nachricht vom Ende der Aktion kam für uns sehr überraschend.“ Das Ehepaar würdigt die große Unterstützung, die sie beim Einsatz für das Hilfsprojekt erfahren haben – von den örtlichen Sammelstellen, aber auch anderen Helfern wie etwa dem Schüler Julian Wengler.

Paul und Ilona Kurosch wollen sich nach Abschluss des Hilfsprojekts zunächst eine kleine Pause gönnen. Dann sind die rüstigen Rentner allerdings bereit für neues Engagement: „Wir hoffen, dass Rotary ein neues Projekt auflegt“, sagt Paul Kurosch.

Von Andreas Kannegießer

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