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Barsinghausen Für den Wald im Deister war 2018 ein Katastrophenjahr
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Für den Wald im Deister war 2018 ein Katastrophenjahr
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17:33 27.12.2018
Revierförster Frank Nüsser prüft einen der vielen großen Holzstapel, auf denen das aufgearbeitete Fichtenholz zum Abtransport bereitgelegt ist. Quelle: Andreas Kannegießer
Egestorf

Der Sturm im vergangenen Winter und die folgende, lang anhaltende Dürreperiode haben den Wald im Deister so stark geschädigt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Revierförster Frank Nüsser von der Revierförsterei Georgsplatz in Egestorf spricht von einem „Katastrophenjahr“. „So etwas habe ich in 40 Jahren beruflicher Praxis noch nicht erlebt“, sagt der erfahrene Revierleiter. Als Folge der Trockenheit haben sich die Borkenkäfer besonders rasant vermehrt und Tausende geschwächter Bäume befallen. Bis in den Oktober hinein haben die Forstwirte im Revier Georgsplatz und anderswo alle Hände voll zu tun gehabt, um von Käfern befallene Nadelbäume zu fällen. Nur durch rasches Handeln lässt sich eine noch schnellere Ausbreitung der Käfer verhindern.

Erst kam der Sturm, dann die Dürre und die Borkenkäfer: Von diesem Bestand nahe des Nienstedter Passes sind am Jahresende nur wenige gesunde Bäume übrig geblieben. Quelle: Andreas Kannegießer

Schon im Juli seien im Deister etliche ältere, mindestens 80 Jahre alte Fichten und Buchen vertrocknet, sagt Pressesprecherin Claudia Wolff vom Niedersächsischen Forstamt Saupark. Das Ökosystem Wald reagiere auf solche Extremereignisse mit geringeren Zuwächsen, sinkender Vitalität und reduzierter Abwehrfähigkeit der Bäume. „Borkenkäfer wie Buchdrucker und Kupeferstecher konnten sich explosionsartig vermehren“, erläutert Wolff. Wegen der Trockenheit seien allgemein Neuanpflanzungen aus diesem Jahr zum Teil zum Teil zu 50 Prozent ausgefallen und müssten nachgepflanzt werden. Im Revier Georgsplatz haben immerhin die meisten Jungbäume die Dürre überstanden, wie Nüsser berichtet.

Dafür haben die Borkenkäfer sich durch die Bestände gefressen wie lange nicht mehr. „Die Käfer traten in drei Wellen auf“, sagt Nüsser. Zunächst seien Einzelbäume von Buchdruckern befallen worden, dann traten die Buchdrucker in Massen und in der dritten Welle die Kupferstecher auf. Vitale Fichten können sich normalerweise mit vermehrter Harzproduktion gegen Schädlingsbefall zur Wehr setzen, wie der Revierförster erläutert. Wegen der Trockenheit sei die Harzproduktion aber fast zum Erliegen gekommen, zudem seien die Nadeln vieler Fichten an südlich ausgerichteten Standorten von der Sonne „regelrecht verbrannt“ worden.

Im 1350 Hektar großen Revier Georgsplatz sind nach Nüssers Worten in diesem Jahr 6500 Festmeter Windwurfholz und bis Oktober rund 3500 Festmeter Borkenkäferholz zur Aufarbeitung angefallen. Das sind zusammengerechnet zwar noch deutlich weniger als nach dem Orkan Kyrill vor knapp zwölf Jahren, als 16.000 Festmeter Holz umgeworfen wurden. „Aber die Aufarbeitung ist diesmal ungleich schwieriger“, betont Nüsser. Während Kyrill ganze Bestände komplett umgeworfen hatte, mussten diesmal vor allem einzelne Bäume aufwendig aus dem Wald geholt werden. „In den Beständen sind manche befallene Fichten zudem schwer zu entdecken“, sagt der Revierförster.

Angesichts der großen Holzmengen ist die Vermarktung derzeit schwierig. Teilweise sei das Holz nur mit erheblichen Preisabschlägen zu verkaufen, weil die Stammkunden es nicht abnehmen könnten, sagt Nüsser. „Derzeit fließt nichts ab.“

In den kalten Wintermonaten sind die Borkenkäfer zwar nicht aktiv. Die Förster im Deister und anderswo befürchten aber, dass die Probleme noch längst nicht gelöst sind und im Frühjahr bei steigenden Temperaturen die Schädlinge erneut massenhaft auftreten werden. Schon jetzt steht fest, dass dann auch Käfer-Fangeinrichtungen in großer Zahl in den Beständen aufgestellt werden müssen. Die Borkenkäfer überwintern im Boden, wie Nüsser erläutert. Am ehesten den Garaus machen könnten ihnen Feuchtigkeit und stark wechselnde Temperaturen, sagt der Revierförster. Kälte und eine längere Schneedecke dagegen böte den Schädlingen gute Überlebensbedingungen. Claudia Wolff wünscht sich zudem für den Wald so viele Niederschläge, „dass wir im Frühjahr wieder einen wassergesättigten Boden vorfinden, damit die Bäume sich erholen können“.

In vielen Bereichen im Deister fallen derzeit geschwächte Fichten mit teilweise lichten Kronen auf. Viele dieser Bäume müssen im nächsten Jahr ebenfalls gefällt werden. Quelle: Andreas Kannegießer

Von Andreas Kannegießer

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