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Barsinghausen Umweltfrevler kippen eine ganze Einbauküche auf Waldparkplatz
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Umweltfrevler kippen eine ganze Einbauküche auf Waldparkplatz
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12:45 09.04.2019
Revierförster Axel Gerlach untersucht die Abfallhaufen auf dem Parkplatz des Nienstedter Passes auf Hinweise auf die Verursacher.
Revierförster Axel Gerlach untersucht die Abfallhaufen auf dem Parkplatz des Nienstedter Passes auf Hinweise auf die Verursacher. Quelle: Forstamt Saupark
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Egestorf

Die Zahl der wilden Müllablagerungen im Wald und in der freien Landschaft nimmt nach Einschätzung der Forstbehörden seit Jahren zu. Mit einem besonders dreisten Fall muss sich derzeit das Staatliche Forstamt Saupark beschäftigen: Unbekannte haben auf dem Parkplatz am Nienstedter Pass auf dem Deisterkamm gleich eine ganze Einbauküche entsorgt. Dabei haben die unbekannten Täter erheblichen Aufwand betrieben, um sämtliche Überbleibsel einer heimischen Küchenmodernisierung verschwinden zu lassen: Neben alten Küchenmöbeln haben sie auf mehreren großen Haufen auf dem Parkplatz auch Tapetenreste sowie Fliesenscherben abgekippt. Der Umweltfrevel muss nach Angaben des Forstamtes offenbar am späten Sonnabendabend begangen worden sein.

„Unglaublich“ findet Revierförster Axel Gerlach, Leiter der Försterei Köllnischfeld, das Vorgehen der Täter und spricht von einer „Schweinerei“. „Die Fälle illegaler Müllentsorgung nehmen immer größere Ausmaße an“, betont der Förster. Das Entsorgen von Müll aller Art im Wald ist aber nicht nur im Forstamt Saupark ein Problem, wie die Landesforsten mitteilen. „Viele Förster klagen über zunehmende Verstöße gegen das Abfallgesetz, obwohl diese mit hohen Geldbußen geahndet werden können.“

Nicht nur Hausmüll und Schutt, auch Grün- und Strauchschnitt sowie andere Gartenabfälle werden gerne am Waldrand in kleineren oder größeren Mengen zurückgelassen. „Die Leute haben bei Grünabfällen kein Unrechtsbewusstsein“, berichtet Gerlach. Gartenabfälle können aber auch nicht heimische Pflanzen enthalten, wie der Revierförster erläutert. „Diese Pflanzen, die sogenannten Neophyten, können zu einem echten Problem bei uns im Wald werden, sie breiten sich aus und verdrängen heimische Arten.“ Bekannte Beispiele seien der Riesenbärenklau oder das Indische Springkraut, das auch im Deister bereits häufig die Wegränder säume, so Gerlach. Und im organischen Müll verborgene Metall- oder Plastikteile stellen eine Gefahr für Waldtiere da. „Und auch jeder Waldbesucher ärgert sich über Abfall- und Müllhaufen“, sagt Gerlach. „Der Wald ist schließlich keine Deponie.“

Angesichts der enormen Zunahme der Verstöße bittet das Forstamt Saupark um Mithilfe. Spaziergänger oder Waldbesucher, die Personen bei der illegalen Müllbeseitigung beobachtet oder verdächtige Fahrzeuge gesehen haben, sollten sich an die Polizei oder unter der Telefonnummer (05041) 94680 an das Forstamt wenden.

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Von Andreas Kannegießer