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Barsinghausen Familie bittet um Hilfe für sterbenskranken Deniz (13) aus Bantorf
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Familie bittet um Hilfe für sterbenskranken Deniz (13) aus Bantorf
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15:54 14.09.2019
Mit seinem kleinen Bruder Bruce verbringt Deniz viel Zeit.
Bantorf

Er ist gerade mal 13 Jahre alt – und wird bald sterben: Deniz aus Bantorf hat einen Hirntumor. Heilungschancen gibt es nicht. Aber viel Hilfe von Spendern aus der Region und aus ganz Deutschland. Mit dem Geld will seine Mutter Deniz die letzten Wochen seines Lebens so angenehm wie möglich gestalten.

Über den Zustand ihres Sohnes zu reden fällt Stefanie Thornton sichtlich schwer. Immer wieder schießen der Frau Tränen in die Augen, die Worte kommen nur schwer über ihre Lippen. Deniz sei ein Strahlemann, ein Witzbold, unheimlich tierlieb, fängt sie an, ihn zu beschreiben, und ein Lächeln huscht ihr übers Gesicht. Aber Deniz sei auch lauter als andere Kinder, „ein bisschen anders, besonders“ – was es ihm schon immer schwer gemacht habe, Freunde zu finden. Der Junge aus Bantorf hat das Asperger Syndrom, eine Untergruppe von Autismus. „Ich habe mein Leben lang für und mit Deniz gekämpft“, sagt die Mutter. „Viele haben ihn als Störenfried gesehen, aber er ist doch nur ein herzensguter kleiner Junge.“

Und nun hat die Familie die wohl schlimmste Nachricht bekommen, die es für sie geben könnte: Deniz wird bald sterben. Ihre Welt sei von einem auf den anderen Moment eingestürzt.

Therapien können nicht helfen

„Ende März ist er das erste Mal plötzlich umgefallen“, erinnert sich Thornton an die ersten Anzeichen. „So haben wir überhaupt erst gemerkt, dass etwas nicht stimmt.“ Die Ärzte hätten daraufhin den bösartigen Hirntumor (Glioblastom Grad 4) festgestellt. Zudem wurde CMMRD (auch kindliches Krebssyndrom genannt) diagnostiziert. Dieses erbliche Tumorsyndrom erhöht das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen.

Dann kam das Aufatmen: Der Tumor konnte operativ entfernt werden. Doch die Freude hielt nicht lange. Deniz bekam zu viele Medikamente – und die lösten das Stevens-Johnson-Syndrom aus. Die Symptome: Deniz’ Haut schälte sich ab, er bekam Fieber, hatte starke Schmerzen, Ausschlag, Blasen, wunde Stellen auf Haut und Schleimhäuten.

Bei einer Nachuntersuchung war dann ein zweiter Hirntumor im Scan erkennbar – und dieser wuchs rasant an. „Nach der Strahlentherapie und all den Medikamenten haben die Ärzte nun gesagt, dass die Therapien nicht mehr helfen – der Tumor stiehlt unserem Deniz die Zeit“, sagt Thornton, während sie auf ihrem Handy Bilder anschaut, die ihren Sohn mit strahlenden Augen und immer mit einem Lächeln im Gesicht zeigen.

Er versucht, stark zu sein

Wie Deniz mit seiner Krankheit umgehe? „Er versucht, stark zu sein. Ich denke, das versucht er vor allem auch für mich“, sagt Thornton. Doch sie merke, wie sehr die Situation ihren Jungen mitnimmt. „Am Tag der Diagnose hat er ständig die Nase hochgezogen“, sagt Thornton. Das Ganze habe er als Schnupfen abgetan. Erst Tage später habe er seiner Mutter gestanden, dass er den ganzen Tag weinen musste.

Familie will Wünsche erfüllen

Das ganze Ausmaß begreife er aber wohl nicht. „Kürzlich hat er gemeinsam mit mir auf seinen kleinen Bruder Bruce aufgepasst und strahlend erzählt: ,Ich werde ein guter Vater’“, sagt Ouissam Mazouni, eine enge Freundin der Familie. „Das zerreißt einen dann.“ Denn Vater wird Deniz nie werden.

Deniz ist ein lebensfroher, fröhlicher Junge aus Göxe. Doch der Bantorfer ist sterbenskrank.

Ihm bleiben wohl nur noch einige Wochen oder Monate. „Und um die Zeit so schön wie möglich zu gestalten, brauchen wir finanzielle Hilfe“, sagt Thornton. Denn um sich um ihre beiden Söhne kümmern zu können, arbeitet sie nur halbtags und ist nun krankgeschrieben. „Ich bin nicht mehr leistungsfähig, habe regelrechte Aussetzer“, sagt sie. Ihr Mann habe krankheitsbedingt seinen Job verloren. „Wir mussten schon immer aufs Geld schauen, aber wir wollen Deniz dennoch seine Wünsche erfüllen.“

Und die sind ganz normale Kinderwünsche: die Tiere im Serengeti-Park anschauen, denn Deniz liebt Tiere. Ein Besuch im Disney Land in Paris. Auch ein Urlaub will Thornton ihrem Sohn noch ermöglichen. „Wir sind noch nie geflogen und würden gerne die Eltern meines Mannes, der seit zehn Jahren wie ein Vater für Deniz ist, besuchen.“ Die Großeltern leben in Baltimore in den USA, Deniz kennt sie nur durch die zahlreichen Videoanrufe.

Spender wollen Deniz helfen

Es sieht so aus, also könnte die Familie zumindest einige Wünsche ihres Sohnes dank der Hilfe zahlreicher Spender erfüllen. 9056 Euro sind über die Go-Fund-Me-Seite in vier Tagen zusammengekommen. „Selbst einige Mitschüler wollten ihm ihr Taschengeld geben“, sagt Thornton, die von der Hilfe ihrer Mitmenschen überwältigt ist. „Ich bedanke mich bei allen, die gespendet haben“, sagt sie.

Der Schritt, um Spenden zu bitten, sei ihr sehr schwer gefallen. „Ich nehme ungern Dinge an, gebe lieber“, sagt die Mutter. Doch ihre beiden besten Freundinnen, Mazouni und Arzu Alpar, hätten sie schließlich überreden können, in diesen schwierigen Zeiten doch Hilfe von außen anzunehmen.

Wer Deniz und seine Familie unterstützen will, kann dies über gofundme.com/fuer-deniz tun.

Von Lisa Malecha

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