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Barsinghausen Flüchtlingsband: Musik soll Hoffnung machen
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11:58 27.11.2017
Sound of Hope bei ihrem Auftritt im Rahmen der langen Kirchennacht in der Klosterkirche Barsinghausen.   Quelle: Hermann
Bantorf

 Mittlerweile gehören mehr als zehn Musiker fest zu der Gruppe - vier davon sind Deutsche, der Rest Geflüchtete.  Auch der 14-jährige Nick aus Bantorf hat sich Sound of Hope angeschlossen - nachdem seine Familie den 17-jährigen Ibrahim aus Syrien aufgenommen hat. "Mein Vater hat mir davon erzählt und wir sind dann irgendwie hängengeblieben", sagt Nick, der seit neun Jahren Schlagzeug spielt. Ibrahim hingegen habe vorher keine Musik gemacht, sagt er. Jetzt ist er für die Technik und das Mischpult zuständig. "Und ich lerne Gitarre", sagt der 17-Jährige, der durch das Projekt Anschluss in der neuen Heimat gefunden hat. "Hier sind wir wie eine große Familie."

Ende 2015 wurde das Projekt ins Leben gerufen. Hervorgegangen ist es aus der Initiative "Willkommen neue Nachbarn". Organisiert hat das Projekt der Musiktherapeut Albrecht von Blanckenburg - mit Hilfe seines Teams und zahlreichen Spenden von Bürgern und Firmen. Von Anfang an ist auch Emiljano Cani aus Albanien dabei. Der 22-Jährige ist vor zwei Jahren mit seinen Eltern und seinen beiden Zwilligssschwestern nach Bantorf gekommen - die Eltern leben mittlerweile wieder in Albanien. "Musik mache ich schon seit ich neun Jahre alt bin", sagt Cani. Spezialisiert hat sich der junge Mann auf Akkordeon und Klavier. "Von der Aktion habe ich in der Zeitung gelesen", sagt er. "Das fand ich so interessant, dass ich es mir angucken wollte." Bereits beim ersten Treffen habe er gemerkt, wie spannend das Projekt ist. "In jedem Land ist die Musik so unterschiedlich - für mich ist es toll, so viele neue Stile und Lieder zu lernen." Doch das Projekt war auch in einer ganz anderen Hinsicht ein Glücksgriff für Cani: Dort lernte er auch Stella Burgdorf kennen. Burgdorf leitet das Projekt gemeinsam mit Albrecht von Blanckenburg, Renate Hachmeister und Silvia Hoppe und hat dem Syrer Klavierstunden gegeben. Dabei hat es dann gefunkt - mittlerweile sind die beiden verheiratet.

Leadsänger ist der Hisham Zyad. Der Kurde aus dem Irak ist 27 Jahre alt und lebt in der Flüchtlingsunterkunft in Holtensen. In seiner Heimat hat er als Kameramann beim Fernsehen gearbeitet und auch damals hat er schon gesungen.

Gemeinsames Singen hilft bei Integration 

Auch ein in seiner Heimat fast schon berühmter Musiker gehört dem Ensemble an: Dilyar Shexo aus Syrien hat in seiner Heimat CDs veröffentlicht und Musik unterrichtet. Vor anderthalb Jahren floh er mit seiner kleinen Tochter und seiner Frau und kam schließlich an den Deister. Mittlerweile haben er und seine Familie sogar eine eigenen Wohnung gefunden. Das Multitalent singt, spielt Gitarre, Cajón, Saz - eine Langhalslauten, die vom Balkan bis Afghanistan verbreitet ist - sowie Arbane - eine orientalische Rahmentrommel. "Er ist eine echte Bereicherung", sagt von Blanckenburg. Denn der Vollprofi kenne hunderte Musikstücke und bringe immer neue Impulse zu den Proben und Auftritten.

Und Auftritte haben die Männer und Frauen mittlerweile fast wöchentlich. Bei einem ihrer Konzerte lernte Bahaa Baralsat Bibo eine Lehrerin der Musikschule kennen, sagt er. "Sie hat mir geholfen eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr zu bekommen", sagt der Jeside, der aus dem Irak floh, erfreut. Denn Musik sei alles für ihn. "Ich würde nie aufhören, Musik zu machen", sagt er. Um so mehr habe er sich gefreut, dass er im September an der Musikhochschule anfangen kann - und dann zieht er auch nach Hannover. "Ich habe über ein Jahr lang nach einer Wohnung gesucht und nun endlich eine gefunden", sagt er. Sound of Hope bleibt er aber treu, versichert er. "Das Projekt hat mir geholfen - alles ist einfacher, wenn man Freunde und einen Anschluss hat."

Sound of Hope live erleben

Mittlerweile ist aus dem Projekt eine professionelle Band geworden, die nicht nur Lieder aus den verschiedenen Herkunftsländern sondern auch deutsche und englische Pop- und Rock-Hits spielen. Als nächstes sind Sound of Hope am Montag, 11. Dezember, live zu sehen. Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders laden die Musiker zu einem weihnachtlichen Konzert in die Räume der Alten Schule ein. Die Aktion mit Glühwein, selbst gebackenen Keksen und Livemusik beginnt um 19 Uhr. 

Von Lisa Malecha

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