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Barsinghausen Gasthaus Volker muss Reihenhäusern weichen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Gasthaus Volker muss Reihenhäusern weichen
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00:16 21.05.2017
Die ehemalige Hotel-Gaststätte Volker an der Kreuzung Rehrbrinkstraße/Wilhelm-Heß-Straße wird abgerissen. Quelle: Rocktäschel
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Barsinghausen

Das Gaststättengebäude an der Rehrbrinkstraße war 1857 errichtet, im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und zuletzt in fünfter Generation von Friedrich Wilhelm Volker betrieben worden. Der letzte Inhaber hatte sich im Januar 2015 in den Ruhestand zurückgezogen und wollte den Betrieb verkaufen. Mehrere Makler hatten allerdings keinen Erfolg, wie Volker berichtet. "Barsinghausen braucht eigentlich ein Mittelklassehotel und Gastronomie in der Innenstadt", sagt Volker, der das Haus 35 Jahre lang geführt hat. Letztlich sei es wohl die Bausubstanz des alten Gebäudes gewesen, die einen Umbau für Interessenten zu teuer gemacht hätte. "Das Gebäude hat Sandstein- und Lehmwände mit vielen Balken dazwischen." Letztlich hat Volker selbst die Käufer für seine Immobilie mit Gaststättengebäude, rückwärtiger Scheune und dem angrenzenden Garten gefunden. Zu Weihnachten 2016 sei der Vertrag mit der Immobiliengesellschaft besiegelt worden, berichtet Volker. Die Käufer brauchen allerdings ein leeres Grundstück zur Verwirklichung ihrer Reihenhauspläne. "Deshalb kommt alles weg", sagt Volker. "Wir sind froh, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht."

Sprecher der Hanseatischen Immobilien Treuhandgesellschaft bestätigten am Donnerstag die Pläne zum Bau der Reihenhäuser. Derweil hat ein Abbruchunternehmen mit der Entkernung der alten Gebäude begonnen, bevor diese niedergerissen werden.

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Die Barsinghäuser Stadtverwaltung hätte es lieber gesehen, dass auf dem großen Grundstück in zentraler Lage Mehrfamilienhäuser gebaut worden wären. "Das ist so, ja", bestätigt der für die Bauplanung verantwortliche Fachdienstleiter Florian Jürgens. "Wir haben in Richtung Geschosswohnungsbau beraten." Der Einfluss der Stadt war allerdings begrenzt: Nach Jürgens' Worten existiert für das Areal ein alter Bebauungsplan aus den 1960er Jahren, der den Investoren viel Gestaltungsspielraum lässt. Immerhin habe die Verwaltung Erfolg gehabt mit dem Wunsch nach einer geschlosseneren Gestaltung der geplanten Gebäudekörper, erläutert der Fachdienstleiter. Die Verwaltung hatte auch für den Erhalt einer großen, Ortsbild prägenden Linde auf dem Grundstück geworben, allerdings vergeblich. Der Baum ist schon vor einigen Monaten gefällt worden. Den Bauantrag für das Reihenhausensemble hat die Hanseatische Immobilien Treuhandgesellschaft laut Jürgens noch nicht gestellt.

Von Andreas Kannegießer

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