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Barsinghausen Erst nach Unfall ist maroder Radweg vorerst gesperrt
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Erst nach Unfall ist maroder Radweg vorerst gesperrt
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17:12 08.04.2019
Das marode Teilstück des Radweges entlang der Straße Auf dem Damm ist mit Sperrbaken aus Sicherheitsgründen blockiert.
Das marode Teilstück des Radweges entlang der Straße Auf dem Damm ist mit Sperrbaken aus Sicherheitsgründen blockiert. Quelle: Andreas Kannegießer
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Groß Munzel

Ein Fahrradunfall hat nun offenbar den Ausschlag gegeben: Seit wenigen Tagen ist der marode Radweg entlang der Landesstraße 392 in Höhe des Sportplatzes in Groß Munzel voll gesperrt. Neben Verbotsschildern sorgen auch breite Sperrbaken dafür, dass für Radfahrer zurzeit kein Weiterkommen ist und diese auf die viel befahrene Fahrbahn der Landesstraße ausweichen müssen.

Der Zustand des Radwegs entlang der Straße Auf dem Damm steht seit Jahren immer wieder in der Kritik. Besonders beiderseits der Südaue-Brücke und der Sportplatzzufahrt ist der Asphalt an vielen Stellen von Baumwurzeln hochgedrückt und aufgerissen. Nach längeren Verhandlungen hatten sich die Stadt und die Landesstraßenbauverwaltung kürzlich über die Modalitäten der ohnehin anstehenden Grundsanierung der Fahrbahn und der Radwege in der Ortsdurchfahrt geeinigt. Die Hoffnung der beteiligten Behörden, die Radwegereparatur des besonders maroden Stücks bis zum Beginn der Grundsanierung 2020 aufschieben zu können, ist nun aber geplatzt.

Die Stadtverwaltung bestätigt, dass es auf dem Radweg kürzlich zu einem Fahrradunfall gekommen sei. Die Straßenmeisterei Wennigsen hat offenbar in der Folge die Sperrung angeordnet und die Baken und Verbotsschilder aufgestellt. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau sei verkehrssicherungspflichtig, könne dieser Verkehrssicherungspflicht derzeit aber nicht nachkommen, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Aus diesem Grund sei die Vollsperrung des Radweges „folgerichtig“.

„Es macht mich betroffen, dass erst ein Unfall mit Personenschaden passieren musste, bevor die Behörden ihren Verpflichtungen nachkommen“, kritisiert der Landringhäuser SPD-Ratsherr Ulrich Burkat. Er hält es aber nicht für hinnehmbar, dass Radfahrer im Bereich der Sperrung nun auf die Fahrbahn der Landesstraße ausweichen müssen. Auch auf der Fahrbahn soll es nach Burkats Worten bereits zu einem Fahrradunfall gekommen sein, der allerdings glimpflich ausgegangen sei. In die Debatte hat sich auch der SPD-Ortsverein Barsinghausen eingeschaltet und gefordert, dass das gesperrte Teilstück umgehend ausgebessert werden müsse – nicht zuletzt, weil es sich dabei auch um einen wichtigen Schulweg zur Munzeler Grundschule handele.

Baumwurzeln haben den Asphalt des Radweges an vielen Stellen hochgedrückt und aufgerissen. Quelle: Andreas Kannegießer

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung und die Landesstraßenbaubehörde sehen ebenfalls die Notwendigkeit, schnell zu handeln. „Kurzfristig wird die Stadt Barsinghausen eine Deckensanierung vornehmen lassen“, kündigt die Verwaltung an. Im Zuge der geplanten Straßensanierung werde dann die grundlegende Sanierung des Fahrradweges ausgeführt. Obwohl eigentlich die Landesbehörde zuständig ist, wird die Stadt die Sofortmaßnahmen planen und ausführen lassen – „aus Kapazitätsgründen“, wie die Verwaltung mitteilt. „Die Kosten werden von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erstattet.“

Ohne Planung kann aber auch die Stadt Barsinghausen in Groß Munzel nicht zu Werke gehen. Der Erste Stadtrat Thomas Wolf schätzt, dass es etwa acht Wochen dauern werde, bis die Sperrung nach der Grobsanierung wieder aufgehoben werden könne. SPD-Ratsherr Henning Schünhof hat angeregt, dass so lange auf der Fahrbahn mit Hilfe von Baken ein Bereich abgegrenzt werden könnte, der von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden kann. Die Verwaltung will nun in Abstimmung mit der Landesbehörde prüfen, ob eine solche Lösung praktikabel ist.

Von Andreas Kannegießer