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Barsinghausen Region will früheren Gasthof wieder verkaufen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Region will früheren Gasthof wieder verkaufen
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16:08 30.01.2019
Die Region braucht das kurze Zeit als Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge genutzte ehemalige Gasthaus Zur Eiche endgültig nicht mehr. Das Gebäude wird verkauft. Quelle: Archiv
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Großgoltern

Der ehemalige Gasthof Zur Eiche an der Hauptstraße in Großgoltern hat endgültig als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgedient. Die Region Hannover als Eigentümerin der Immobilie will das seit mehr als zwei Jahren leer stehende Gebäude verkaufen und hat einen Barsinghäuser Makler mit der Vermarktung beauftragt.

Die frühere Gaststätte ist weniger als ein Jahr lang tatsächlich als Unterkunft für junge Zuwanderer genutzt worden. Die Regionsverwaltung hatte das Dorfgasthaus mit Fremdenzimmern und großem Saal im Herbst 2015 – auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise – von der Familie Volker erworben und es zu einer Außenstelle des regionseigenen Kinder- und Jugendheimes Am Waldhof gemacht. Im November 2015 waren die ersten jugendlichen Flüchtlinge mit ihren Betreuern in das Gasthaus eingezogen. Schon damals galt das Gebäude aber nicht als optimal geeignet: Die Zahl der zwölf Unterkunftsplätze war vergleichsweise gering im Verhältnis zu der großen Nutzfläche, die das Gaststättengebäude mit seinem lang gestreckten Saal bietet.

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Weil im Jahr 2016 die Zuwandererzahlen deutlich rückläufig waren, wurde das Gaststättengebäude schon bald nicht mehr gebraucht. Im September 2016 zogen die letzten Bewohner bereits wieder aus, und die Regionsverwaltung schloss die Unterkunft. Ein sofortiger Verkauf kam damals aber nicht infrage, wie Regionssprecherin Sonja Wendt erläutert: „2016 war es noch nötig, oft kurzfristig auf steigende Bedarfe reagieren zu können.“ Die Entwicklung ab 2017 habe dann aber dazu geführt, dass mittlerweile ausreichende Versorgungsangebote vorhanden seien.

Bundesweit seien 2016 in Deutschland im Jahresschnitt rund 64.000 unbegleitete minderjährige Ausländer von den Jugendämtern betreut worden, berichtet Wendt. Derzeit liege die Zahl bundesweit bei rund 40.400 – darunter 178, die vom Jugendamt der Region Hannover betreut werden. Die meisten würden in Einrichtungen von freien Trägern der Jugendhilfe versorgt, sagt die Regionssprecherin. Außerdem betreibt das Kinder- und Jugendheim Am Waldhof eine Unterkunft in Wunstorf mit 38 Plätzen. Zwischenzeitlich hatte die Region Hannover auch auf dem Areal des Kinder- und Jugendheims selbst mobile Unterkunftscontainer aufgestellt, um zusätzliche Kapazitäten vorhalten zu können. Auch diese Container wurden nur kurze Zeit benötigt und sind längst wieder abgebaut.

Von Andreas Kannegießer