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Barsinghausen Soll die Stadt den Kunstrasenplatz bezuschussen?
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Soll die Stadt den Kunstrasenplatz bezuschussen?
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15:45 25.01.2019
Tut schon weh beim Zugucken: Der alte Tennenplatz in Goltern soll von einem modernen Kunstrasenplatz abgelöst werden. Quelle: Archiv
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Barsinghausen/Großgoltern

Das Lehrschwimmbecken und der Sportplatz in Goltern sollen saniert werden, die Stadt will Fördermittel beim Land beantragen. Darauf einigten sich am Mittwochabend Verwaltung und Politik während der Sitzung des Ordnungs- und Ehrenamtsausschusses. Uneins waren sich die Ausschussmitglieder bei der Frage, wie hoch die städtische Bezuschussung des Kunstrasenprojekts beim TSV Goltern ausfallen soll, falls der Förderantrag negativ beschieden wird.

Einig waren sich alle Fraktionen, dass bei der Sanierung von Sportstätten im Stadtgebiet die des von einem Verein betriebene kleine Hallenbad höchste Priorität genießen soll. Auch wenn die genaue Summe der Sanierungskosten noch ermittelt werden muss, wird dem Rat empfohlen, 1,25 Millionen Euro in den Nachtragshaushalt 2019 einzustellen. So soll Voraussetzung geschaffen werden, vom Land Niedersachsen im Rahmen des Sportstättensanierungsprogramms e.coSport die Höchstfördersumme von einer Millionen Euro zu erhalten.

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Bezüglich der Umwandlung des sich in schlechtem Zustand befindlichen Tennenplatzes auf dem Sportgelände in Goltern, musste die endgültige Entscheidung hingegen vertagt werden. Mit drastischen Worten beschrieb Christoph Sauer den Zustand des vor gut 50 Jahren angelegten Platzes. „Der Tennenplatz ist nicht mehr bespielbar, und auch die Flutlichtmasten sind statisch nicht mehr sicher. Fällt die Spielfläche weg, ist die Existenz des Vereins gefährdet“, sagte der Vorsitzende des TSV Goltern. Dem TSV, der im Jugendbereich gemeinsam mit dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder die Spielgemeinschaft JFV Calenberger Land bildet, stünden im Vergleich zu anderen Vereinen im Stadtgebiet aufgrund fehlenden Platzangebots bereits jetzt weniger Trainings- und Spielzeiten zur Verfügung. Der Verein habe in den vergangenen Jahrzehnten nur selten städtische Zuschüsse erhalten. „Daher hoffen wir jetzt auf Fairness von allen Seiten und möglicht große Unterstützung“, so Sauer.

Trotz dieses Appells ließen sich nicht alle Ausschussmitglieder überzeugen, der Beschlussvorlage in allen Punkten zuzustimmen. Kein Problem haben sie, den Rat zu beauftragen, 361.000 Euro in den Nachtragshaushalt für 2019 aufzunehmen. Der Antrag der Verwaltung, im Falle eines negativen Förderungsbescheids einen städtischen Zuschuss zu den Umbaukosten in Höhe von 40 Prozent, beziehungsweise 144.400 Euro zu gewähren, wurde jedoch abgelehnt. Berthold Kuban, Vorsitzender des Sportrings Barsinghausen, mahnte, zunächst müsse in einem Sportentwicklungsplan, dessen Erarbeitung im Gange ist, die Höhe städtischer Zuschüsse festgelegt werden, um zukünftig eine ungleiche Behandlung der Vereine und Neiddiskussionen zu vermeiden. „Eine 20-prozentige Bezuschussung, wie im vergangenen Jahr beschlossen, macht der Sportring mit, alles andere würde den Prozess des Entwicklungsplans beenden und hätte Veränderungen im Sportring-Vorstand zur Folge“, wurde Kuban deutlich. Gerald Schroth von der CDU-Fraktion pflichtete dem Ersten Stadtrat Thomas Wolf bei, der sagte, das Modernisierungsprojekt sei über die Grenzen Golterns hinaus von so großer Bedeutung, dass die dem Ergebnis des Sportentwicklungsplans vorgreifende Entscheidung, die Umbaukosten mit 40 Prozent zu bezuschussen, durchaus gerechtfertigt sei. Bettina Klein (AfB), Peter Messing (SPD) und Christian Röver von Bündnis 90/Die Grünen sprachen sich dagegen aus. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen, waren sie sich einig. Eine mehr als 20-prozentige Bezuschussung wollten sie nicht mittragen. So einigte sich der Ausschuss lediglich darauf, zunächst Fördermittel beim Land zu beantragen und die Angelegenheit im Finanzausschuss Anfang Februar noch einmal zu beraten.

Von Mirko Haendel