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Barsinghausen Kunsthandwerker zeigen eine große Vielfalt
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Kunsthandwerker zeigen eine große Vielfalt
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14:53 22.10.2018
Martina Marks (rechts) aus Barsinghausen präsentiert unter anderem bunte Kerzen, die sie aus alten Stearinresten neu gegossen hat. Quelle: Frank Hermann
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Kirchdorf

Von Strickwaren bis zur Glasmalerei, von Schmuckdesign bis zu Patchworkdecken, von Töpferarbeiten bis zu Dekorationsartikeln für Haus und Garten – diese große Vielfalt kunsthandwerklicher Arbeiten lockt immer wieder ein großes Publikum zu den Barsinghäuser Kunsttagen. Erneut haben sich am Wochenende mehr als 90 Aussteller mit ihren Präsentations- und Verkaufsständen an den 14. Kunsttagen im Schulzentrum Am Spalterhals beteiligt, um den Besuchern eine abwechslungsreiche Kunsthandwerker-Schau zu bieten.

Strickwaren gibt es am Stand von Christel Wingenroth (von rechts) aus Celle und Karola Kutsch aus Barsinghausen. Quelle: Frank Hermann

Marlis Fietz aus Bad Nenndorf verbindet Originalität und handwerkliches Geschick, wenn sie aus alten Verpackungskartons kleine Plüschsofas bastelt – einschließlich buntem Stoffbezug und Kissen im Miniaturformat. „Ein echter Hingucker. Immer wieder bleiben die Leute stehen, um sich die Minisofas aus der Nähe anzuschauen“, erläuterte die Hobbykünstlerin aus der benachbarten Kurstadt.

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Wenige Meter weiter zeigen Karola Kutsch aus Barsinghausen und Christel Wingenroth aus Celle an ihrem Stand selbstgestrickte Socken und Strümpfe sowie handgemachte Korbwaren und Kleidungsstücke. Dabei lassen sich die beiden Frauen von den Besuchern beim Stricken auch über die Schulter schauen.

Auf großes Interesse stoßen die Dekoartikel aus Holz mit Tier- und Pflanzenmotiven. Quelle: Frank Hermann

Aus Alt mach Neu: Nach dieser Devise arbeitet Martina Marks aus Barsinghausen, wenn sie ausrangierte Gegenstände vor der Müllabfuhr bewahrt und stattdessen zu neuen Dingen verarbeitet. So enstehen zum Beispiel Geldbörsen aus alten Getränkeverpackungen und Stifthalter aus alten Vinylschallplatten.

Spezialisiert hat sich Marks darauf, alte Kerzenreste einzuschmelzen und daraus neue Kerzen zu gießen. „Viele Reste erhalte ich aus den Kirchengemeinden. Das Stearin wird erhitzt und dann als flüssige Masse zu neuen Kerzen in unterschiedlichen Farben und Formen gegossen“, erklärte die Barsinghäuserin.

Viele Besucher informieren sich bei den 14. Kunsttage im Schulzentrum Am Spalterhals über die Arbeiten der mehr als 90 Aussteller. Quelle: Frank Hermann

Entstanden sei die Idee des sogenannten Upcyclings, weil sie viele Gebrauchsgegenstände nicht so einfach wegwerfen wolle. „Alles, was eigentlich im gelben Wertstoffsack verschwunden wäre, wird von mir noch einmal auf einen möglichen neuen Verwendungszweck begutachtet“, sagte Martina Marks. Auch die Kerzenreste seien aus ihrer Sicht zu schade zum Wegwerfen – so habe ihr Upcycling-Konzept begonnen. „Und die neuen Kerzen aus dem alten Stearin brennen sehr lange“, betont die Kunsthandwerkerin, die sich mit ihren Arbeiten an verschiedenen Ausstellungen beteiligt.

Von Frank Hermann