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Barsinghausen Lehrgang zur Krisenkommunikation der Feuerwehr
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Lehrgang zur Krisenkommunikation der Feuerwehr
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19:32 23.02.2018
Die Feuerwehrpressesprecher bekommen einen Einblick, welche Situationen sich im Internet für sie ergeben können. Quelle: privat
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Empelde

 Um bei Feuerwehreinsätzen nicht nur das Feuer unter Kontrolle sondern auch „die Fäden der Krisenkommunikation in der Hand zu behalten“, sind Facebook & Co. auch für die Freiwilligen Feuerwehren Mittel zum Zweck. Ziel eines erstmals durchgeführten Seminars in Empelde war es, die Feuerwehrpressesprecher mit den Social Media und deren Rolle bei der Krisenkommunikation vertraut zu machen.

19 Feuerwehrpressesprecher und eine Frau kamen für einen ganzen Sonnabend im Feuerwehrhaus Empelde zusammen, um in praktischen Übungen die Nutzung sozialer Netzwerke bei größeren Schadenslagen konkret anzuwenden. 17 kamen aus der Region Hannover. Teilnehmer aus dem Calenberger Land waren Maximilian Lüerßen aus Ronnenberg und Markus Janz aus Barsinghausen.

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 Das Smartphone und soziale Medien haben das Kommunikationsverhalten erheblich verändert. Schaulustige filmen ungeniert jedes Unglück und posten es anschließend auf verschiedenen Plattformen. Anders als bei den etablierten Medien gelten hier sehr häufig nicht die Grundsätze journalistischer Ethik. Diese Lawine kann sich bei Einsätzen auch gegen die Rettungskräfte wenden. Dann ist professionelles Krisenmanagement gefragt. „Ich habe gelernt, dass wir uns bei besonderen Lagen viel intensiver um die sozialen Medien kümmern müssen“, sagte Lüerßen. Privat würde er sich indes mehr zurücknehmen und um entsprechende Kommentare nur reagieren, wenn sie strafrechtlich relevant sind, erklärt er.

In praktischen Übungen nahmen die Teilnehmer wechselweise anhand von Einsatzbeispielen die Rollen eines Social Media-Betreuers der Feuerwehr und der der sogenannten Trolls ein. Auf die fiktiven Reaktionen im Netz mussten die Pressesprecher auch bei vier Einsatzszenarien reagieren und eine objektive Sicht der Lage vermitteln. Bei besonderen Lagen sollten die Informationen im Netz veröffentlicht werden, solange es den Einsatz nicht beeinträchtigt, resümierte Lüerßen seine Erkenntnis. Vielfach könne so auch die Bevölkerung beruhigt werden. 

Von Uwe Kranz