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Barsinghausen Das DGH in Stemmen muss Einbußen verkraften
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Das DGH in Stemmen muss Einbußen verkraften
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15:33 23.01.2019
Die Betreibergesellschaft für das Dorfgemeinschaftshaus Stemmen muss einen erheblichen Rückgang bei den Übernachtungszahlen verkraften. Das nahezu 200 Jahre alte Gebäude ist derzeit wegen einer Dachsanierung eingerüstet. Quelle: Frank Hermann
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Stemmen

Finanzielle Verluste in der Größenordnung von rund 9000 Euro bereiten der gemeinnützigen Trägergesellschaft für das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Stemmen einige Sorgen. Als Grund für das Minus im Jahr 2018 nennt Geschäftsführer Werner Burose die sinkenden Übernachtungszahlen im DGH. Mit gezielter Werbung wollen die privaten Träger das Haus für Übernachtungsgäste wieder interessanter machen.

Das Dorfgemeinschaftshaus Stemmen ist derzeit wegen einer Dachsanierung eingerüstet. Quelle: Frank Hermann

Für 2018 verbucht die Gesellschaft genau 886 Übernachtungen. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 lag die Zahl noch bei rund 2000. Nach Angaben von Werner Burose gab es in den Vorjahren stets ein leichtes Auf und Ab bei den Vermietungen der Gästezimmer – „aber nur 886 Übernachtungen sind ganz klar zu wenig, da brauchen wir wieder mehr“, betont der ehrenamtliche Geschäftsführer.

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Im ersten Geschoss des Gemeinschaftshauses stehen fünf Zweibett- und zwei Einzelzimmer sowie Gemeinschaftsräume für Übernachtungsgäste zur Verfügung. Lange Zeit profitierte das Haus laut Burose von auswärtigen Handwerksbetrieben, die ihre Mitarbeiter auf Montage dauerhaft in Stemmen einquartierten.

„Eine Firma aus den neuen Bundesländern hatte als Dauermieter ihre Leute, die auf einer Baustelle in Hannover tätig waren, drei Jahre lang bei uns untergebracht. Solche lang- und mittelfristigen Mietverhältnisse fehlen uns derzeit“, erläutert der Geschäftsführer. Mithilfe gezielter Werbung bei Firmen und Handwerksbetrieben solle das DGH bei dieser Zielgruppe wieder interessanter gemacht werden.

Stemmer bauten alte Gaststätte in ein neues DGH um

Im Dezember 2006 kauften der Heimat- und Kulturverein (HKV) Stemmen und der Radfahrverein Victoria in einer Gemeinschaftsaktion das ehemalige Gasthaus „Zur gemütlichen Ecke“, um in dem Gebäude aus dem Jahr 1823 einen neuen Dorftreffpunkt zu schaffen. In dieses Projekt war auch die Ortsfeuerwehr einbezogen. Innerhalb von zwei Jahren investierten ehrenamtliche Helfer mehr als 10000 freiwillige Arbeitsstunden für den Umbau in ein Dorfgemeinschaftshaus. Hinzu kamen Finanzierungskosten von damals rund 285000 Euro. Im März 2009 wurde das DGH offiziell eröffnet und dient seitdem als Begegnungsstätte für die Stemmer Bürger sowie als Vereinsheim und Veranstaltungsort mit Übernachtungszimmern. HKV und Victoria gründeten zudem eine Trägergesellschaft, die sich um den DGH-Betrieb kümmert.nn

Darüber hinaus beziehen auch immer wieder Kurzurlauber die DGH-Räume. Aber diese Übernachtungen reichten nicht aus, um den Betrieb rentabel zu führen. Dennoch sei geplant, das DGH künftig auf dem Online-Buchungsportal booking.com zu präsentierten.

Laut Burose benötigt die Trägergesellschaft rund 50000 bis 60000 Euro pro Jahr, damit das DGH keine roten Zahlen schreibt. Da sei der Verlust von etwa 9000 Euro eine spürbare Hypothek. „Aber wir sind finanziell immer noch gut aufgestellt und haben Reserven“, sagt Werner Burose, der seit 2011 die Geschäfte der Gesellschaft führt.

Zu den nächste Aufgaben gehöre es, die Schäden am Dach des nahezu 200 Jahre alten Gebäudes reparieren zu lassen. Das Außengerüst steht bereits. Burose rechnet mit Kosten von rund 24000 Euro – finanziert mithilfe von Spenden und einem neuen Darlehen. Außerdem sei vorgesehen, den alten Tresenbereich mit Zapfanlage in der sogenannten Bauernstube des Erdgeschosses zu erneuern. Konkrete Planungen gibt es für dieses Projekt aber noch nicht.

Von Frank Hermann