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Barsinghausen Umstürzende Eiche versetzt Festgesellschaft in Schrecken
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Umstürzende Eiche versetzt Festgesellschaft in Schrecken
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00:15 29.05.2017
Ein Loch im Hang unterhalb des Naturfreundehauses kündet von der 100-jährigen Eiche, die urplötzlich umgestürzt ist. Quelle: Andreas Kannegießer
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Barsinghausen

Glücklicherweise habe sich das Geschehen am vorletzten Sonnabend durch lautes Knacken angekündigt, sagt eine Augenzeugin: „Die Gäste haben daraufhin die Beine in die Hand genommen.“

Einen Schock bedeutete die umgestürzte Eiche auch für den Vorstand der Barsinghäuser Naturfreunde, denen das Naturfreundehaus gehört. Es sei reines Glück gewesen, dass nichts Ernstes passiert sei, sagt Vereinsvorsitzender Michael Pöllath. „Zum Glück haben alle richtig reagiert.“ Auch die Pächterin des Hauses, Martina Lichey, war sehr erschrocken. „Aber Tische und Stühle sind immer ersetzbar“, betont Lichey.

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Nach Pöllaths Worten hat der Vorstand unter dem ersten Eindruck des Vorfalls durchaus erwogen, das gesamte Gelände unterhalb des Naturfreundehauses einstweilen für die Nutzung zu sperren. Nach der Konsultation von Baumexperten haben sich die Verantwortlichen dann aber gegen diese sehr weitreichende Maßnahme entschieden. Der Grund: Die umgestürzte Eiche ist die einzige ihrer Art auf dem befestigten Hang zwischen dem Naturfreundehaus und dem tiefer gelegenen Talboden mit Grillplatz und Spielflächen. „Die anderen Bäume haben ein tieferes Wurzelwerk“, sagt Pöllath. Eine unmittelbare Gefahr, dass weitere Bäume umstürzen könnten, besteht nach Einschätzung der Baumexperten nicht. Die Naturfreunde wollen deshalb zunächst das Ergebnis eines Gutachtens abwarten, das sie bei einem Sachverständigen in Auftrag gegeben haben und das für die nächste Woche erwartet wird.

Warum die Eiche umgestürzt ist, ist noch unklar. „Der Stamm war gesund“, sagt Pöllath. Allerdings hätten sich die Wurzeln offenbar von unten zurückgebildet. Der Vorsitzende betont, dass die Bäume rund um das Naturfreundehaus in der Vergangenheit regelmäßig auf ihre Standsicherheit geprüft worden seien. „Bei der Baumbeschau ist nie irgendetwas festgestellt worden“, berichtet Pöllath.

Die Naturfreunde warten nun mit einiger Spannung auf das Gutachten, von dessen Ergebnis wohl die Zukunft von drei bis fünf anderen Bäumen zwischen Haus und Talboden abhängt. „Wir hoffen, dass nur wenige Konsequenzen nötig sind“, sagt Pöllath. „Aber wenn alles schief geht, müssen die Bäume gefällt werden.“ In diesem Fall würde ein Teil des ganz besonderen Ambientes verloren gehen, den der Grillplatz mit seinem ausladenden Blätterdach darüber bisher hatte. Den Verein würde die Baumfällaktion zudem teuer zu stehen kommen: Nach Pöllaths Worten rechnen die Naturfreunde allein für die Beseitigung der beiden größten noch vorhandenen Bäume am Hang mit Kosten von etwa 10 000 Euro.

Von Andreas Kannegießer