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Burgdorf Amtsgericht bekommt einen Fahrstuhl
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Amtsgericht bekommt einen Fahrstuhl
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14:59 18.07.2018
Diskutieren über den neuen Fahrstuhl und künftige Mitarbeiter (von links): Staatssekretär Stefan von der Beck, Geschäftsstellenleiterin Petra Bohlmann, Amtsrichterin Annette Schmidt und Andreas Henze, Direktor des Amtsgerichts. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Noch im Herbst dieses Jahres sollen die Vorarbeiten für den lang ersehnten und dringend benötigten Fahrstuhl am Amtsgericht beginnen. Ab dem nächsten Frühjahr, so der jetzige Zeitplan, können Menschen mit Rollstuhl oder Rollator dann barrierefrei in das Gebäude am Spittaplatz gelangen. Dies kündigte am Mittwoch der Direktor des Amtsgerichts, Andreas Henze, bei einem Besuch von Stefan von der Beck, Staatssekretär im niedersächsischen Justizministerium, an.

Seit Jahren schon ringen Henze und seine Kollegen um einen barrierefreien Zugang, bislang scheiterte das Bauvorhaben am Geld. Für 2019 rechnet von der Beck damit, dass etwa 4 Millionen Euro im entsprechenden Etat zur Verfügung stehen – etwa ein Zehntel entfällt dann auf den Fahrstuhl-Anbau. „Die Baukosten liegen bei 445.000 Euro“, sagt Henze und fügt hinzu, die Planung stamme aus dem Jahr 2014. Deshalb müssten alle Beteiligten davon ausgehen, dass diese Summe angesichts der gestiegenen Baukosten nicht zu halten sei.

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Künftig stoppt der Fahrstuhl nach Aussage Henzes auf der Ebene des Wachtmeisters, der dann den Ein- oder Ausstieg in den beiden oberen Stockwerken ermöglicht. Auf der Hochparterre, vor dem Büro des Wachtmeisters, entstehe zudem eine neue Einlasskontrolle, kündigt von der Beck an und sichert dem Amtsgericht zugleich einen Fortbestand zu. „Unser Ziel sind unabhängige, anlassbezogene Kontrollen, die wir damit besser ermöglichen wollen“, sagt der Staatssekretär, derzeit auf Vorstellungstour durch Gerichte im ganzen Land. Derzeit nicht in der Planung befindet sich der Umbau der Toiletten – mit dem Charme einer Jugendherberge aus den Fünfzigerjahren, wie Henze sagt.

Als weiteren Schwerpunkt seines Besuches thematisierte von der Beck die Personalsituation: „Wir leiten eine Kehrtwende ein, bauen kein Personal mehr ab, sondern auf.“ So gebe es in den Gerichten eine hohe Belastung, die Henze auch für die 29 Mitarbeiter des hiesigen Amtsgerichtes bestätigt. Derzeit fehle ein Mitarbeiter wegen einer Ruhestandsregelung, das bedeute für die Kollegen, dass sie dessen Arbeit übernehmen müssten. „Gerade bei kleineren Gerichten wie hier fällt dann eine Elternzeit oder eine längere Erkrankung besonders auf“, sagt von der Beck und ergänzt zugleich: „Auf der anderen Seite fühlen sich hier alle verantwortlich und unterstützen sich.“

Gleichwohl müsse sich das Land um Nachwuchs bemühen – nicht nur, um frei werdende Stelle wieder zu besetzen, sondern um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Vor allem im mittleren Dienst fehlten qualifizierte Bewerber, sagt Henze. Um sich Schülern vorzustellen beteiligt sich das Amtsgericht unter anderem an der Berufsbörse im Gymnasium, wie Petra Bohlmann, Leiterin der Geschäftsstelle, sagt. Angesichts der geplanten Personalaufstockung spricht von der Beck denn auch von einer Kehrtwende, nachdem jahrzehntelang die Stellen abgebaut worden seien. Aber: „Es ist großer politischer Konsens, dass der Staat im Inneren gestärkt werden muss.“

Von Antje Bismark