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Burgdorf Investor: „Ich habe es noch nicht geschafft, das anzuschieben"
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Investor: „Ich habe es noch nicht geschafft, das anzuschieben"
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14:07 13.06.2019
Die Gebrauchtwagenhalle, die Reithalle und das ehemalige SternPartner-Autohaus auf der Westseite des Ostlandrings stehen leer und warten auf den Abriss zugunsten neuer Einzelhandelsflächen. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Auch wenn – anders als angekündigt – am Ostlandring im Südosten von Burgdorf noch keine Bagger aufgefahren sind, um die leer stehenden Immobilien der gewichenen Autohäuser abzureißen und Platz zu schaffen für neue Einzelhandelsflächen: Aue Süd kommt. Das hat jetzt der Investor Arcibo GmbH auf Nachfrage versichert.

Das ehemalige SternPartner-Gebäude neben Lidl steht leer. Ebenso die ehemalige Reithalle daneben und eine weitere Halle, in der die B&K GmbH & Co. KG bis vergangenes Jahr noch gebrauchte BMW und Minis feilbot. BMW hat im Gewerbegebiet Nordwest neu gebaut und ist umgezogen. Das Mercedes-Autohaus SternPartner hat das ehemalige BMW-Autohaus auf der anderen Straßenseite übernommen. Investor Acribo, der am Ostlandring mit Aue Süd ein neues Wohn-, Gewerbe- und Einzelhandelszentrum plant, wollte im Frühjahr mit dem Abriss der Altimmobilien beginnen. Passiert ist bislang nichts.

Abriss der Altimmobilien voraussichtlich im Herbst

„Ich habe es einfach noch nicht geschafft, das anzuschieben“, sagt Acribo-Geschäftsführer Thorsten Kröger. Er und seine Mitarbeiter seien zurzeit mit zwei großen Wohnungsbauprojekten in Hannover und in Berlin ausgelastet. Aufgeschoben bedeute aber nicht aufgehoben. „Es ist nicht so, dass nichts geschieht“, sagt Kröger. Dass er die Projekthomepage offline geschaltet habe, bedeute nicht, dass Aue Süd ins Stottern geraten sei. Das habe vielmehr mit der Trennung vom Architekturbüro ASP und der geplanten neuen optischen Aufbereitung des Projekts für das Internet zu tun. Den Abriss der Immobilienbrachen kündigt Kröger nun für den Herbst an.

Hinter den Kulissen treibe Arcibo das Millionenprojekt mit den beteiligten Behörden mit Hochdruck weiter voran, versichert Kröger. Mitte Mai beantragte die Stadt bei der Region Hannover die Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms. Die ist Voraussetzung dafür, dass in Burgdorf überhaupt ein zusätzlicher Versorgungskern wie Aue Süd entstehen darf. Der Bauausschuss des Rates hieß das nachträglich in einer Sondersitzung am 20. Mai gut. Der Verwaltungsausschuss der Stadt gab am 4. Juni grünes Licht.

Das Einkaufszentrum am Ostlandring soll wachsen: Die Regionsverwaltung unterstützt grundsätzlich eine Erweiterung der Verkaufsflächen. Quelle: Joachim Dege

Nun liegt der Ball im Feld der Region Hannover. Der Regionsausschuss für Regionalplanung will sich am 20. Juni mit Aue Süd beschäftigen. Der Ausschuss hat empfehlende Funktion, der eigentliche Beschluss fällt nach jetziger Planung im nicht öffentlichen Regionsausschuss am 25. Juni. Die Regionsverwaltung unterstützt nach eigener Darstellung die Burgdorfer Pläne für ein weiteres Wohn-, Gewerbe- und Einzelhandelszentrum, spricht von einer „verträglichen Umstrukturierung und Verkaufsflächenerweiterung im Rahmen von betriebsbedingten Modernisierungen und aktuellen Filialkonzepten im Lebensmitteleinzelhandel zur Verbesserung der Versorgungssituation mit Gütern des täglichen Grundbedarfs im Mittelzentrum Burgdorf“.

Investor Acribo verfolgt einen ehrgeizigen Zeitplan

Acribo-Chef Kröger zeigt sich optimistisch, dass das Thema Ende dieses Jahres bei der Region Hannover durch sei, er dann Baurecht erhalte und im zweiten Quartal nächsten Jahres mit dem Bau beginnen kann. Das hält Burgdorfs Bauamtsleiter Andreas Fischer für arg ambitioniert. Der von Acribo beauftragte Stadtplaner müsse zunächst einmal einen Vorentwurf für den Bebauungsplan vorlegen. „Der ist bislang nicht auf dem Markt“, sagt Fischer, der zudem auf die Notwendigkeit eines noch zu erstellenden Verkehrsgutachtens für die Kreuzung Uetzer Straße/Ostlandring verweist. Auch sei noch der Flächennutzungsplan zu ändern und schließlich der Bebauungsplan zu verabschieden, in den auch noch Umbaupläne von Lidl einzuweben seien. Die Änderung des Raumordnungsprogramms werde nach seiner Erfahrung mindestens ein Jahr dauern. Ein Baubeginn ist nach Einschätzung des Bauamtsleiters frühestens Ende 2020 realistisch.

Vier neue Hallen bieten mehr Flächen für den Handel

Die Acribo GmbH mit Sitz in Hannover ist ein Unternehmen mit einem Dutzend Mitarbeiter. Es besitzt nach eigenen Angaben Immobilien in der Landeshauptstadt, der Region Hannover, in und um Lüneburg sowie in Berlin. Die Firma von Cosima und Thorsten Kröger treibt das 20- bis 30-Millionen-Euro-Projekt Aue Süd für die 32.500 Quadratmeter große Fläche zwischen Duderstädter Weg und dem Discounter Lidl an der Uetzer Straße seit fast drei Jahren voran und finanziert auch den Bebauungsplan. Neben neuen, größeren Einzelhandelsflächen als den bisherigen plant Aue Süd auch den Bau von 50 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sowie von mehreren Gebäude für Dienstleister und einer Tagespflegeeinrichtung.

Der Investor Acribo will auf sein Gebäudeareal auf 30 Prozent Wohnfläche, 30 Prozent Fläche für Dienstleistungen und Gewerbe sowie 40 Prozent Fläche für den Einzelhandel aufteilen. Acribo will Eigentümer sämtlicher Immobilien bleiben und 12.300 Quadratmeter vermieten. Vier neue Hallen sollen entstehen: für den Discounter Aldi, der seine Verkaufsfläche von 700 auf 1400 Quadratmeter verdoppelt, für Deichmann und das Dänisches Bettenlager (bisher 700, danach 900 Quadratmeter). Die vierte Halle hat sich das Burgdorfer Familienunternehmen Cramer für ein E-Center gesichert, das von der Uetzer Straße an den Ostlandring verlagert werden soll. Händler in der Innenstadt befürchten, dass Aue Süd ihnen in Zukunft das Wasser abgräbt. Eine Auswirkungsnalyse, die die Stadt bei der Gesellschaft für Mark- und Absatzforschung in Auftrag gab, sieht diese Befürchtungen als unbegründet.

Von Joachim Dege

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