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Burgdorf Alte Hofstelle in Otze wird zum Wohnpark
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Alte Hofstelle in Otze wird zum Wohnpark
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18:20 15.02.2019
Blick von der Burgdorfer Straße auf die Hofstelle Raupers mitten in Otze. Rechts steht die Schmiede, sie muss den Mehrfamilienhäusern weichen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Otze

Altes erhalten – Neues gestalten: Das ist das Motto der S&S Projektentwicklung UG. Genauso wollen Jens Saatmann und Dominik Semrau, die Inhaber von S&S, auf der ein Hektar großen Hofstelle Raupers mitten in Otze vorgehen. Sie planen gemeinsam mit dem Burgdorfer Architektenbüro Riesenberg und Tiarks den Bau von drei Mehrfamilienhäusern sowie von sieben Einfamilienhäusern mit Garten. Dafür werden mehrere Wirtschaftsgebäude wie beispielsweise die Schmiede und die hohen Garagen für die Landmaschinen abgerissen.

Erhalten bleiben das Niedersachsenhaus mit der Diele und dem angrenzenden bäuerlichen Wohnhaus, ein Stallgebäude und das zweistöckige ehemalige Herrenhaus. „Das Herrenhaus wird ein richtiger Eye-Catcher, nachdem wir es saniert haben“, kündigte Saatmann am Donnerstagabend im Otzer Ortsrat bei der Vorstellung der Entwicklungspläne für die alte Hofstelle an, für die er und sein Partner im Bieterverfahren den Zuschlag bekommen haben. „Wichtig ist uns, dass der dörfliche Charakter auf der Hofstelle erhalten bleibt“, ergänzte Semrau.

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Zur Burgdorfer Straße hin sollen die drei Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Gemeinsam mit den historischen Gebäuden werden sie um ein Rondell platziert. Geparkte Autos sollen das Ambiente dieses Innenhofs mit Zuwegen und Grünflächen nicht stören. Für sie wird eine Tiefgarage gebaut. „Dieser Bereich ist in der Planung schon weit fortgeschritten“, berichtete Saatmann. Das bestätigte der städtische Bauamtsleiter Andreas Fischer: Denn dafür werde kein Bebauungsplan benötigt, vielmehr gelte Paragraf 34 des Baugesetzes. Dieser besagt im Wesentlichen: Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist.

Kritisch sieht Fischer hingegen den südlichen Teil der Hofstelle. Dafür sei möglicherweise ein Bebauungsplan erforderlich, erklärte er im Ortsrat. Wie das zu vermeiden ist, um vor allem Zeit zu sparen, werde derzeit mit den Investoren intensiv diskutiert. Bürgermeister Alfred Baxmann versicherte den Bauherren und den mehr als 50 Otzern, die die Ortsratssitzung im Feuerwehrhaus verfolgten: „Wir sind keine Bauverhinderungsbehörde.“

Ein Entwurf, wie das Projekt möglicherweise ohne ein Bebauungsplanverfahren zu realisieren ist, sieht sieben Einfamilienhäuser mit 100 bis 120 Quadratmetern Wohnfläche und eine rund 1700 Quadratmeter große Grünfläche zum Nachbarhof auf der Westseite vor. Ein Regenrückhaltebecken soll im Osten angelegt werden. Die Grundstücke werden vom Kapellenweg erschlossen. Das ist laut Architekt Theodor Tiarks der aktuelle, mit der Stadt Burgdorf abgestimmte Stand der städtebaulichen Planung (siehe Grafik unten).

„Alle Einfamilienhäuser werden einheitlich gebaut mit Klinkersystemen und roten Dachziegeln“, sagte Semrau. Lob für die Pläne gab es von Ortsbürgermeisterin Ulla Träger: „Das ist ein harmonisches Bild. Das finde ich sehr erfreulich.“ Die Investoren planen derzeit mit einem Baubeginn im Mai 2019. „Die ersten Pläne haben wir im Frühjahr 2018 bei der Stadt eingereicht“, sagte Saatmann.

Von Anette Wulf-Dettmer

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