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Burgdorf BBS-Zweig Zweiradmechatroniker ist in Gefahr
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09:44 05.05.2019
Mechatroniker Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Auszubildende, die mit Technik etwas am Hut haben und auf Zweiräder stehen, kommen an der Berufsbildenden Schule (BBS) am Berliner Ring voll auf ihre Kosten. Die Schule bildet berufsbegleitend Zweiradmechatroniker der Fachrichtungen Fahrradtechnik und Motorradtechnik aus, ist exzellent ausgestattet und lehrt das Handwerk auf höchstem Niveau. Und doch: Der Schule gehen die Schüler aus, weil viele Betriebe ihre Auszubildenden lieber zur BBS nach Seesen schicken –aus alter Verbundenheit.

Der Mechatroniker-Beruf ist Bewegung

Teamleiter Holger Löwenstein brennt für seinen Ausbildungszweig Zweiradmechatroniker und will die Flinte nicht so leicht ins Korn werfen. Er wirbt mit Inbrunst für den Beruf des Zweiradmechatronikers allgemein und für die BBS Burgdorf im Besonderen. Die Ausbildung dort sei dem Marktgeschehen weit voraus und ertüchtige die Auszubildenden, die Herausforderungen in der Zukunft zu schultern. Einer Mobilitätszukunft, in der das Zweirad noch an Bedeutung gewinnen werde, wie Löwenstein meint: „Ist viel Bewegung drin in diesem Beruf.“ Darin stimmt ihm auch der Zweirad-Koordinator der Schule, Christoph Falkner, zu. Er hat ehedem bei Harley Davidson gelernt.

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Aktuell hat der Zweiradbereich nur sehr kleine Klassen. Vier Lehrkräfte und ein Fachpraxisleiter unterrichten fünf Schüler im ersten Ausbildungsjahr, elf im zweiten und sieben im dritten. Zu klein womöglich, um auf Dauer überleben zu können. Dabei sind Zweiradmechatroniker gefragte Leute. Betriebe in Burgdorf, Hannover und umzu bieten reichlich Lehrstellen an. Denn der Markt wächst – eine Folge des Mobilitätswandels.

Zweiradmechatroniker müssen auch Fahrradspeichen aufziehen und ausrichten können: Alexander Pfau (von links), Ruben Bertram und Kennet Lobemeier aus dem zweiten Ausbildungsjahr üben das. Quelle: Joachim Dege

Die Schule hofft auf mindestens zehn Schüler pro Jahrgangsklasse für die dreieinhalbjährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Zwei Jahre lang lernen alle Zweiradmechatroniker das Gleiche, dann erst erfolgt die Spezialisierung in Fahrradtechnik und Motorradtechnik. Weil sich Fahrräder und Motorräder immer stärker aufeinander zubewegten, wie Falkner sagt: „Technisch wie vom Nutzen her.“

Ein Fully Mountainbike etwa sei heute vorn und hinten voll elektronisch gefedert. Auch die Schaltung werde mithilfe eines Akkus und eines Stellmotors gesteuert – Bordcomputer inklusive. Seit vergangenem Jahr fänden sich sogar hydraulische Bremsen mit ABS an Fahrrädern. Ganz zu schweigen von den Antriebssystemen mit Elektromotoren, die sowohl im Hinterrad wie im Rahmen verbaut sein können.

BBS bietet eine anspruchsvolle Ausbildung

Die Spannbreite bei Fahrrädern ist riesig. Sie reicht vom City- und Trekkingrad über das Pedelec mit Tretunterstützung und das für 45 Stundenkilometer zugelassene Speed-Pelelec bis hin zum Elektrobike, das ganz ohne das Treten der Pedale auf Tempo 45 beschleunigt. Über 30 unterschiedliche Fahrräder stehen für den Bereich Fahrradtechnik zur Verfügung, mitsamt Ersatzteilen, Werkstatt und Radler-Messstand. In der Motorradtechnik sind es zwei BMW-Maschinen, ein Derbie-Roller für die Schaltplanarbeit, vollständige Diagnose-Technik und Labore. Das alles mache den Beruf so reiz- wie anspruchsvoll, versichert Löwenstein.

Von Joachim Dege

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