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Burgdorf Fußgängerzone: Das sagen die Leser
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09:48 20.03.2019
Der Autoverkehr bestimmt das Bild auf der Marktstraße. Viele Burgdorfer beklagen deshalb dort eine mangelnde Aufenthaltsqualität. Quelle: Joachim Dege
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Christine Gross, Ex-Ratsfrau (Die Linke): Die Burgdorfer sind bedeutend fussfauler als die Menschen anderer Städte. Sie würde am liebsten mit dem Auto direkt ins Gebäude fahren. Das sieht man insbesondere in der Marktstraße (z.B. Bosselmann) jeden Tag immer wieder. Und das sind keineswegs Menschen mit Behinderungen, die dort einen halben Meter vor der Eingangstür parken. Andererseits würde sie es vielleicht dann doch sehr gern nutzen, wenn man bei Bosselmann, vor dem Eiscafe oder vor den anderen Geschäften auch mal vernünftig draußen sitzen und einen Kaffee trinken kann, ohne dass einem die Rad- oder Autofahrer durch den Kuchenteller fahren. Denn gemütliches Flair ist etwas anderes als das, was da momentan herrscht. Die momentane Situation bringt einen ja zu "schnell anhalten und kurz ins Geschäft springen" und "nix wie weg". Zum Verweilen lädt die Marktstraße momentan nicht ein. Darum: Ja zur Fußgängerzone.

Imke K.: Fußgängerzone!

Steffi S.: Im Ernst? Shoppen auf der Marktstraße lohnt sich doch gar nicht. Ist die Straße dicht, werden noch weniger Leute kommen.

Heiko W.: Das sind die üblichen Totschlagsargumente, ohne einen Beleg dafür vorzulegen. Das solch ein Argument nicht stimmt, wird anderenorts immer wieder bewiesen.

Katja R.: Das ist die Frage nach der Henne und dem Ei. Ohne eine Fußgängerzone kann die Innenstadt nicht attraktiver werden. Niemand hat Lust sich dort aufzuhalten oder mit seiner Familie bummeln zu gehen. Dafür fährt der Burgdorfer dann in benachbarte Städte mit Fußgängerzone

Fußgängerzone, das wär’s!“

Brunhilde S.: Fußgängerzone, das wär’s! Ich frag mich immer, warum das in BU nicht klappen sollte? In anderen Städten funktioniert es doch auch: Celle, Hameln, Rinteln.

Micha R.: Man sollte mal darüber nachdenken, wenigstens einen Teil der Marktstraße vom Verkehr zu befreien. Damit in diesem Teil dann auch mal etwas Außengastronomie entstehen kann, was mehr Menschen in die Innenstadt ziehen würde. Die jetzige Situation ist total unattraktiv, weil der ganze Verkehr halt auch viel Lärm und Abgase verursacht.

Marcel Meissner, Vertriebsagentur Platzhirsch: Keine Fußgängerzone, keine niveauvolle Gastro. Keine Gastro, kein Einkaufserlebnis- und vor allem keine „Touris“. Schnell vorm Laden parken, reinhuschen und wieder abdampfen macht eh niemand im Zuge von Amazon und Co. Beim verkaufsoffenen Sonntag schieben sich doch auch Unmengen von Menschen über die gesperrte Marktstrasse. Also klares Ja zur Fußgängerzone.

„Wer gegen Geschäfte agiert, erntet Leerstände“

Matthias Paul, SPD-Ratsherr und Bürgermeisterkandidat: Für eine zeitweilige Fußgängerzone müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Zum einen müssten die Geschäftsleute sie als „ihr Ding“ mittragen – so wie die verkaufsoffenen Sonntage ja vom Stadtmarketing getragen werden und ein voller Erfolg sind. Wer hier gegen die Geschäftsleute agieren will, wird Leerstände ernten. Zum anderen muss der Verkehr abgewickelt werden – die einfache Verdrängung in nebenliegende Straßen wäre nur eine Schein-Lösung. Besonderes Augenmerk liegt dann auch auf dem Busverkehr: Wie soll man sich eine zeitweilige Fußgängerzone konkret vorstellen, durch die 200 Busse am Tag rollen? Oder sollen die Busse weg und damit die Nahverkehrsanbindung der Innenstadt (so) entfallen? Ich setze mich dafür ein, dass durch Verkehrsplaner die Verkehrssituation auf der Marktstraße erneut untersucht wird, um sie mit den Erwartungen zu vergleichen, die man vor dem Umbau hatte. Die Hochbrücke über der Bahn ist (wahrscheinlich) in den nächsten Jahren (stark) sanierungsbedürftig. Auf der einen Seite wird das eine hohe finanzielle Belastung für die Stadt – vielleicht birgt es auf der anderen Seite aber auch die Chance, die Verkehrsströme in der Innenstadt neu zu denken.

Sinja Münzberg, Vorsitzende der Grünen: Die jetzige Situation mit den Erwartungen von vor zehn Jahren zu vergleichen, erscheint mir wenig zukunftsorientiert. Aber natürlich erreicht man eine sinnvolle Verkehrsberuhigung nicht, indem man einfach die Straße sperrt. Da braucht es ein Konzept, das ÖPNV, Ausweichverkehre usw. beinhaltet. An unserem Grundsatz halten wir aber fest: Die Innenstadt ist für Menschen da, nicht für Autos.

„Nur 4 bis 5 Ausnahmen laden zum Shoppen ein“

Stefan P: Mal Hand aufs Herz: Welche Geschäfte, die sich auf der Marktstraße befinden, laden denn zum Shoppen ein? Sicherlich gibt es 4 bis 5 Ausnahmen. Der Rest besteht aus Gastronomie, Banken oder Vermögensberatung, Billig-Läden etc. – In meinen Augen nichts, was die Marktstraße attraktiv macht.

Johann H: Solange es keine weitere Umgehung der Marktstraße außer der Gartenstraße gibt, ist das alles witzlos. Da kann man das noch so schön finden mit einer verkehrsberuhigten Marktstraße. Das Verkehrschaos findet dann eben in der Gartenstraße statt. Was noch anginge, wäre eine Einbahnstraßenregelung der Marktstraße vom Kreisel bis zur Poststraße als Abbiegemöglichkeit, das ist aber alles.

Thomas Dreeskornfeld, FDP-Ratsherr: Auch ich halte eine Einbahnstraßenregelung für sinnvoller („Burgdorfer Ring“). Dann könnten in der Marktstraße zusätzliche Parkplätze in Schrägaufstellung und ein farbiger Radweg installiert werden. Hier fänden sich sicherlich auch Lösungen bei Bus, Zulieferern und Anwohnern.

Daniel Fernholz, Musiker und Autor des Burgdorf-Lieds: Wenn wir zukünftig zwei Einkaufszentren haben werden, braucht die Innenstadt ein Angebot, dass sich grundlegend von diesen Zentren unterscheidet! Erlebnismeile Burgdorf? Bisher Fehlanzeige.

„Erst braucht es eine Lösung für den Verkehr“

Willi B: Bevor man über eine Fußgängerzone nachdenkt, sollte zuerst eine Lösung für den Verkehr gebracht werden.

Astrid W: Wenn die Marktstraße zu ist, wandern bestimmt einige Südstädter nach Lehrte zum Einkaufen ab. Denn wer den Umweg fahren muss, der kauft auch dort ein. Besser wäre es die Marktstraße attraktiver zu gestalten, inklusive Parkmöglichkeit.

Anette K: Fussgängerzone wäre schon schön. Einbahnstraße finde ich auch sinnvoll. Der Verkehr in die andere Richtung kann auch durch die Hannoversche Neustadt geleitet werden.

Von Joachim Dege

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