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Burgdorf Diese Kirchturmuhr geht oft falsch – und man kann nichts dagegen tun
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Diese Kirchturmuhr geht oft falsch – und man kann nichts dagegen tun
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18:11 14.07.2019
Das Uhrwerk der Turmuhr der St.-Pankratius-Kirche mitten in der Stadt schwächelt etwas und läutet daher meist zur falschen Zeit. Quelle: Joachim Dege/HAZ-Collage
Burgdorf

Anwohner kennen es schon, Gäste in Burgdorf sind zuweilen irritiert: Ob zur Mittagsstunde oder zum Abendgebet – die Kirchturmglocken von St. Pankratius läuten mal kurz vor der vollen Stunde, mal kurz danach. Ein Blick auf die Armbanduhr zeigt: Das Glockengeläut beginnt nicht ganz exakt zur vollen Stunde. Was steckt hinter der Unpünktlichkeit? Ist sie ein Zeichen dafür, dass die evangelische Kirche nicht mehr Schritt hält mit der modernen Zeit?

Das sieht Pastor Dirk Jonas nicht so. Er weiß, dass die Glocken meistens leicht zeitversetzt läuten. An ihnen selbst liegt die Unpünktlichkeit nicht: Das Uhrwerk offenbart vielmehr seine Schwachstellen. „Die Glocken werden von einem der letzten mechanischen Uhrwerke in der Region betrieben. Dies ist extrem witterungsanfällig und verzieht sich bei jedem Wetterwechsel“, erklärt er. Deshalb muss das Uhrwerk immer mal wieder von Hand neu justiert werden.

Handarbeit in der Uhrenstube

Dies ist die Aufgabe von Jens Rheinhardt. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende steigt etwa alle zwei Wochen hinauf zur zweiten Etage des 56 Meter hohen Kirchturms, wo das Uhrwerk seinen Platz hat. In etwa 30 Metern Höhe stellt er manuell das Uhrwerk in der sogenannten „Uhrenstube“. „Das Uhrwerk ist weit über einhundert Jahre alt“, sagt Rheinhardt. An dem Uhrwerkspendel hängt an einem Holzstab ein Gewicht aus Blei. Dieses schwingt hin und her und gibt damit den Impuls für den Sekundentakt der Uhr. Das Holz des Pendels dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen.

So kann es passieren, dass der 9-Uhr-Glockenschlag schon kurz vor 9 Uhr erfolgt oder das Mittagsgeläut erst einige Minuten nach 12 Uhr zu hören ist. Ist die Uhr mal wieder „aus dem Takt“, dreht Rheinhardt mit einer Schraube am Uhrwerk und reguliert so den Sekundenschlag des Pendels. Da ist eine ruhige Hand gefordert. „Es ist eine Kunst, in der entsprechenden Jahreszeit die Genauigkeit hinzubekommen“, beschreibt Rheinhardt die Herausforderung dieser feinmechanischen Arbeit.

Die Glocken können auch komplett verstummen

Immer mal wieder kommt es sogar dazu, dass die Glocken ganz aufhören zu schlagen. Gerade erst Anfang Juli war dies der Fall, nachdem die extreme Hitze ihren Tribut gefordert hatte. Doch Rheinhardt gelang es nach mehreren Versuchen, das Uhrwerk wieder flottzumachen. Erst im Januar waren neue Rollen in das Uhrwerk eingebaut worden. „Doch auch das lief nicht problemlos“, berichtet der Ehrenamtliche. „Die neuen Rollen waren so glatt, dass das Uhrwerk viel zu schnell lief.“

So muss immer mal wieder Hand angelegt werden an das Uhrwerk in St. Pankratius. Für Pastor Jonas gibt es „weitaus Schlimmeres“. Er mahnt zu mehr Gelassenheit und fragt: „Was ist im Leben schon perfekt?“ Man kann fast zu dem Schluss kommen, dass die charmante Unperfektheit der Glocken in St. Pankratius gar ein Projekt zu mehr Menschennähe der Kirche ist – symbolisiert das Glockengeläut doch fast täglich: Auch ich habe meine kleinen Fehler.

Kirchenvorsteher Jens Rheinhardt kraxelt alle 14 Tage hinauf in den Turmuhr-Verschlag und stellt den Zeitmesser der St.-Pankratius-Kirche nach. Quelle: Joachim Dege

Von Gabriele Gerner

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