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Burgdorf Digitale Notfallkarte soll schnell Leben retten
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00:18 17.02.2019
Ab dem 27. März stellen die Initiatoren den Interessierten die digitale Notfallkarte zur Verfügung. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Im Notfall zählt jede Sekunde, um einem Menschen das Leben zu retten – doch zu oft fehlen Sanitätern und Rettungsärzten bei einem Einsatz oder einem Mediziner im Krankenhaus die Daten, um den Patienten schnell behandeln zu können. Sie zu ermitteln, dauert nach Aussage von Antje Hoffmann, Direktorin des Klinikums Ost, oft zu lange. Deshalb unterstützt die Ärztin eine Initiative von drei Burgdorfer Institutionen, die eine digitale Notfallkarte entwickelt haben. Deutschlandweit einmalig, wie Jürgen Lange bei der Präsentation sagte.

Im Notfall fehlen den Ärzten wichtige Informationen

Schon jetzt nutzen nach Aussage von Dariusz Nowak viele Menschen, vor allem Ältere, eine sogenannte Notfalldose, in der Betroffene ihre Unterlagen wie Medikamentengabe, Operationen, Allergien oder auch Patientenverfügungen speichern und in einem – analogen – Ordner ablegen können. Diese beiden Dokumenten-Sammlungen bilden eine Säule für Patienten, die einem Arzt oder Sanitäter im Notfall die wichtigen Informationen geben soll. „Aber niemand trägt diese Sachen bei sich, und wenn er dann auf der Straße zum Notfall wird, fehlen die Informationen dann“, sagte Nowak, der sowohl als Rettungs- als auch als Klinikarzt gearbeitet hat.

Diese fehlende Säule haben Nowak und seine Mitstreiter vom Seniorenrat, vom Verein Bürger für Bürger und vom DRK nun behoben: Sie entwickelten die digitale Notfallkarte in der Größe einer EC-Karte, die einen USB-Speicher enthält. Auf dem können Interessierte nach einem vorgeschlagenen Schema ihre Daten speichern: Name, Geburtstag, Anschrift, Angehörige und Hausarzt finden sich dort ebenso wie Angaben über Vorerkrankungen, Operationen oder Medikamente, auf die der- oder diejenige allergisch reagiert. Dabei gliedern sich die Informationen in zwei Bereiche: Daten für die Erstbehandlung am Notfallort und Daten für die Behandlung im Krankenhaus. Nowak wie auch Hoffmann bezeichneten es als großen Vorteil, dass die behandelnden Ärzte – sei es in einem Rettungswagen oder in einem Krankenhaus – auf diese Weise sehr schnell die aktuellen Daten abrufen können.

Nutzer müssen ihre Daten selbst speichern und freigeben

„Wir werden diese Informationen nicht in unserem Netzwerk verarbeiten“, sagte Hoffmann mit Blick auf den Datenschutz einerseits und der Netzwerksicherheit andererseits. Aber: In jedem Haus stehe ein Computer, in dem die USB-Karten ausgelesen werden könnten. Auch die Rettungswagen des DRK sollen nach Aussage von Ralf Antabi, Fachbereichsleiter Aus-, Fort- und Weiterbildung der DRK-Rettungsdienste in der Region, mit der entsprechenden Technik ausgerüstet werden. „Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, ob wir Tablets oder Laptops kaufen werden“, sagte Antabi. Klar aber sei, dass seine Organisation das Projekt im Sinne der Patienten unterstützen werde.

Denn alle Beteiligten verweisen darauf, dass der Inhaber der Notfallkarte selbst entscheiden, welche Daten er speichert und er ausdrücklich der Nutzung der Informationen durch Rettungsdienste und Ärzte zustimmt. Dafür hat der Lenkungskreis um Hans Bauer, Jürgen Lange, Dariusz Nowak und Wolf Büttner ein Datenschutzblatt entwickelt, das jeder Nutzer erhält und auf der USB-Karte auch hinterlegt.

Digitale Notfallkarte gibt es ab dem 27. März

Wo bekomme ich die Notfallkarte? Wie speichere ich meine Daten? Und welche Informationen benötigen überhaupt die Einsatzkräfte? Diese und andere Fragen beantworten die Initiatoren vom Seniorenrat, dem Verein Bürger für Bürger und DRK in einer ersten Informationsveranstaltung, die am Mittwoch, 27. März, um 16 Uhr im DRK Aktiv-Treff, Wilhelmstraße 1b, beginnt. Dort erhalten die Interessierten auch erstmals die Karte, von der es bislang nur Muster gibt. Anschließend können Nutzer sie über die drei Burgdorfer Organisationen beziehen.

Die Akteure informieren zum einen über einen Leitfaden und Formate, die Ärzten und Sanitätern im Notfall eine schnelle Recherche ermöglichen, zum anderen aber auch über den Datenschutz. Hans Bauer vom Verein Bürger für Bürger kündigt zudem an, dass seine Mitstreiter die Nutzer der Notfallkarte auch in den folgenden Monaten schulen, damit sie ihre Karte selbst mit Daten bestücken und neue Informationen ergänzen können.

Wolf Büttner vom Seniorenrat betont, dass die Karte zunächst für Burgdorfer konzipiert ist. „Wir wünschen uns aber eine weitere Verbreitung“, sagt er. Deshalb wird die SPD-Landtagsabgeordnete Thordies Hanisch im Landtag die digitale Karte vorstellen und weitere Unterstützer suchen. bis

Von Antje Bismark

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