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Burgdorf Drogenkonsument stillt mit Marihuana den Schmerz
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Drogenkonsument stillt mit Marihuana den Schmerz
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11:52 15.08.2019
Das Amtsgericht verurteilte einen Mann wegen unerlaubten Drogenbesitzes. Quelle: dpa
Burgdorf

Wenn Beziehungen scheitern, geht das bisweilen mit Verletzungen einher. Im vorliegenden Fall wollte sich eine Frau womöglich nachträglich an ihrem Ex-Partner rächen. Sie zeigte diesen bei der Polizei an und bezichtigte ihn des Drogenhandels. Der 36-Jährige musste sich deshalb jetzt, fast zwei Jahre nach der Anzeige, vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts Burgdorf verantworten. Dieses fand allerdings keine Beweise für einen illegalen Handel. Weil die Polizei aber tatsächlich eine größere Menge Marihuana in der Wohnung des Mannes gefunden hatte, war eine Freiheitsstrafe unumgänglich. Die allerdings fiel denkbar milde aus.

Die Ex hatte nach der Trennung Kontakt zur Polizei aufgenommen. Der berichtete sie über ihren ehemaligen Partner, dass dieser im großen Stil mit Marihuana Handel treibe. Deshalb wechsle er ständig seine Handynummer, um nicht aufzufliegen. Und überhaupt habe er ein gebrochenes Verhältnis zum Arbeiten, weil sich seiner Ansicht nach Geld auch leichter verdienen lasse, beschrieb sie dessen Lebenseinstellung. „Sie wollte meinem Mandanten noch einen mitgeben. Das war schon eine Sauerei“, verurteilte Verteidiger Anselm Schanz die Gangart der Frau, die ihre üble Nachrede bei der Polizei nie zu Protokoll gab, sondern vielmehr einer Vernehmung aus dem Weg ging, schließlich abtauchte und nun auch nicht als Zeugin vor Gericht zur Verfügung stand.

Polizei und Staatsanwaltschaft erkannten in den Anschuldigungen gleichwohl einen Anfangsverdacht, veranlassten eine Hausdurchsuchung. Als Polizisten im November vor zwei Jahren in der Wohnung des Angeklagten auftauchten, zeigte der sich kooperativ, übergab freiwillig eine Dose mit Marihuana und gab auch sonst bereitwillig Auskunft. Alles in allem fand die Polizei mehr als 90 Gramm Marihuana im Zimmer des 36-Jährigen, genug Stoff für mehr als 900 Konsumeinheiten. Die Vernehmung, zu der ihn die Polizei später vorlud, sagte er ab. Stattdessen nahm er sich einen Strafverteidiger aus Hannover zum Anwalt.

Der Anwalt schilderte dem Gericht unter Vorsitz von Richterin Stephanie Lumm im Namen seines Mandanten ausführlich, was es mit dem Drogenkonsum auf sich hatte. Der Mann habe einen Bandscheibenvorfall gehabt und die Drogen gegen die immer stärker werdenden Schmerzen genommen. Inzwischen habe er aber verstanden, dass dieses Verhalten nicht nur illegal, sondern angesichts der konsumierten Mengen von bis zu drei Gramm am Tag – „ohne ging es gar nicht“ – auch saftige Strafen zur Folge haben kann. Die Hausdurchsuchung habe eine Schockwirkung gehabt. Er habe sein Verhalten geändert, sei mit seinem Arzt und der Krankenkasse im Gespräch, ob der Marihuana auf Rezept erhalten könne. Die Entscheidung, ob eine Rücken-OP Linderung verschaffen kann, stehe aus.

Weil bei er Hausdurchsuchung keine Utensilien, die Drogenhändler üblicherweise besitzen, gefunden wurden, schenkten Oberstaatsanwalt Martin Dorn und das Gericht diesen Einlassungen Glauben und unterstellten nurmehr Drogenbesitz in nicht geringen Mengen zum Zweck des Eigenkonsums. Das Geständnis, der Umstand, dass der Mann bisher keine Einträge im Bundeszentralregister aufwies, und der Konsum zur Schmerzlinderung ließen das Gericht zudem von einem minderschweren Fall ausgehen. Zugunsten des 36-Jährigen wertete das Gericht zudem, dass er fast zwei Jahre auf seinen Prozess warten musste, weil das Landeskriminalamt das Wirkstoffgutachten zum Drogenfund nicht eher beibrachte.

Das Urteil sieht deshalb eine Freiheitsstrafe von nur sechs Monaten vor, ausgesetzt zur Bewährung für die Dauer von zwei Jahren. Als Denkzettel machte das Gericht dem Mann aber zur Auflage, 60 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten. Verteidigung und Staatsanwaltschaft verzichteten jeweils auf Rechtsmittel. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Von Joachim Dege

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