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Burgdorf Erzieher: Traumberuf mit Hindernissen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Erzieher: Traumberuf mit Hindernissen
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10:04 27.12.2018
Traumberuf: Florentine Hoffmann arbeitet als Erzieherin in der Kita Otze. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Mit einer Dauerausschreibung auf ihrer Homepage sucht die Stadt nach Erzieherinnen für ihre Kitas – allein zum 1. Januar 2019 gibt es nach Aussage von Stadtsprecher Sebastian Kattler zwei vakante Vollzeitstellen, die die Verwaltung nicht besetzen kann. Hoffnung bestehe für den 1. Februar, wenn zwei neue Mitarbeiter beginnen. Insgesamt arbeiten in städtischen Kitas 137 pädagogische Fachkräfte – neben Erziehern auch Sozialpädagogen und sozialpädagogische Assistenten.

Zu den jüngsten Beschäftigten in einer Kita gehört Florentine Hoffmann: Sie hat mit der Arbeit als Erzieherin ihren Traumberuf gefunden – gleichwohl sieht sie Hemmnisse, die andere davon abhalten, sich als Erzieherin ausbilden zu lassen. „Für mich stand schon sehr früh fest, dass ich mit Kindern arbeiten möchte“, sagt die Burgdorferin, die unter anderem die Kinderfeuerwehr in ihrer Heimatstadt geleitet und Babys gesittet hat. Nachdem sie 2013 die Realschule beendet hatte, wechselte sie ans Pestalozzi-Seminar Burgwedel.

Nach zwei Jahren erreichte sie den Abschluss als Sozialassistentin und sattelte weitere zwei Jahre drauf: „Ich wollte immer eine Gruppe leiten, deshalb ging es für mich immer um den Abschluss als Erzieherin“, sagt die 22-Jährige. Eine Vergütung wie Auszubildende in Betrieben sie bekommen, gab es nicht. Stattdessen musste Hoffmann ihre Ausbildung mit dem Schulgeld oder bei Büchern selbst zahlen, das gelang dank des Bafögs. „Und dann konnte ich bei meiner Mutter wohnen und auf diese Weise viel Geld sparen“, sagt sie und fügt hinzu, das Bafög habe gereicht, aber: „Es hätte auch nicht weniger sein dürfen.“ Außerdem habe sie in den Ferien immer schon als Springerin in den städtischen Kitas gearbeitet und so etwas sparen können. „Es war auch gut, dass die Stadt Burgdorf mich dann schon kannte, als ich mich beworben habe, und dass ich die Einrichtungen kennen lernen konnte“, gewinnt sie dem damaligen Druck durchaus Positives ab. Gleichwohl glaube sie, dass der finanzielle Aspekt viele von der Ausbildung abhalte.

Seit 2017 arbeitet Florentine Hoffmann nun in der Kita Otze, leitet dort ihre Gruppe – und ist doch immer wieder erstaunt, wie hartnäckig sich das Vorurteil hält, dass Erzieher eigentlich nur mit den Kindern spielen. „Dabei leisten wir hier jeden Tag harte Arbeit, für die ich mich eigentlich nicht immerzu rechtfertigen möchte.“ Sie wünsche sich vielmehr für alle Kollegen eine gesellschaftliche Anerkennung, die gebe es oftmals bei den Erwachsenen – auch im privaten Umfeld – nicht. Ganz im Gegensatz zu den Kindern: „Gerade vor Weihnachten war es sehr schön, wenn sie morgens mit einem Lachen in der Kita ankommen.“

Von Antje Bismark

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