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Burgdorf Region will FTZ-Gelände 2019 verkaufen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Region will FTZ-Gelände 2019 verkaufen
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13:29 21.12.2018
Die Feuerwehrtechnische Zentrale am Marris Mühlenweg soll einem Neubau mit bezahlbaren Wohnungen weichen. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Seit vier Jahren bekundet die Unternehmensgruppe Führer ihr Interesse am Gelände der ehemaligen Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) – offenbar vergeblich: Die Region Hannover will das 2031 Quadratmeter große Areal entgegen erster Aussagen nicht in einem Bieterverfahren verkaufen, sondern an einen Investor, der bezahlbaren Wohnraum errichten soll. „Dieses Vorgehen erstaunt uns sehr“, sagt Eike Schmiedes, Geschäftsführer der Führer-Gruppe.

Seinen Angaben zufolge hatte das bundesweit agierende Unternehmen im Jahr 2007 das Alten- und Pflegeheim Helenenhof an der Schillerslager Straße von der Region gekauft. Das Grundstück grenzt an die FTZ. Im einstigen Hausmeister-Gebäude befindet sich heute die Telefonanlage des Helenenhofs. „Letztlich umschließen wir die FTZ von zwei Seiten, deshalb wäre ein Kauf des Grundstücks ein logischer Schritt“, sagt Schmiedes und fügt hinzu, dass die Region diese Einschätzung offenbar auch bis vor Kurzem geteilt habe.

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Denn nach dem Auszug der Feuerwehr habe sein Unternehmen ein Interesse am Kauf des benachbarten Grundstücks von der Region signalisiert – und seitdem immer wieder nach dem aktuellen Stand gefragt. „Bis vor Kurzem hieß es, dass das Bieterverfahren noch nicht gestartet sei“, sagt Schmiedes und äußert sich verwundert, dass es nun ganz ausfalle. „Wir wollten uns beteiligen, weil wir dort Wohnungen für Mitarbeiter und betreutes Wohnen für Senioren planen.“ Gleich nach Bekanntwerden der neuen Entwicklung vor wenigen Tagen habe er die Region angeschrieben, aber bislang noch keine Rückmeldung erhalten.

Nach Aussage von Regionssprecherin Frauke Bittner hat sich die Behörde inzwischen gegen eine öffentliche Ausschreibung entschieden, um das Verfahren abzukürzen. „Es finden gerade Verhandlungen mit einem Käufer statt, der zugesagt hat, auf dem Grundstück bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, begründet sie die Entscheidung ihres Hauses. Um wen es sich bei dem Kaufinteressenten handelt, will die Region nicht preisgeben.

In einer Antwort an den CDU-Regionsabgeordneten Oliver Brandt, der im September den Sachstand zur FTZ abgefragt hatte, heißt es, dass eine regionale Grundstücksentwicklungsgesellschaft das Areal zum aktuellen Marktwert kaufen wolle. Der Bodenrichtwert liege bei 155 Euro je Quadratmeter, der Abriss der jetzigen Gebäude koste etwa 140.000 Euro. Die Region habe inzwischen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Sie plane den Verkauf für das erste Quartal 2019.

Die Verzögerung mit Blick auf ein Bieterverfahren und Verkaufsgespräche seit 2014 begründet die Behörde in diesem Schreiben mit Stellenvakanzen beim Flächen- und Liegenschaftsmanagement und damit verbundenen Kapazitätsengpässen. „Maßnahmen zum Verkauf der Liegenschaft konnten seinerzeit nicht wie geplant zeitnah aufgenommen werden“, heißt es weiter.

Von Antje Bismark