Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Burgdorf Fußgängerzone auf der Marktstraße wird Wahlkampfthema
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Fußgängerzone auf der Marktstraße wird Wahlkampfthema
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:15 21.03.2019
Die Innenstadt muss attraktiver werden. Das wollen die Grünen mit der Ausweisung der Marktstraße zur Fußgängerzone zwischen dem Rathaus I und Schützenstraße während der Sommermonate erreichen. Quelle: Sandra Köhler
Anzeige
Burgdorf

Eine Fußgängerzone auf der Marktstraße während der Sommermonate: Dieser Vorschlag der Grünen-Politikerin Anne Frick war Ende Januar im Verkehrsausschuss des Rates von Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD), seiner Verwaltung und der Kaufmannschaft noch abgewatscht worden. Doch der Vorstoß ist nicht vom Tisch. Im Gegenteil: „Wir werden das auf jeden Fall weiter verfolgen und im Bürgermeisterwahlkampf zum Thema machen“, kündigt die Vorsitzende der Grünen, Sinja Münzberg, an: „Wir haben von ganz vielen Bürgern ein positives Feedback bekommen.“

Sinja Münzberg. Grüne: „Wir verfolgen das weiter.“ Quelle: HAZ-Archiv

Bündnis 90/Die Grünen will die Fußgängerzone in den kommenden Wochen erneut auf die Agenda der kommunalpolitischen Debatte setzen. Laut Münzberg planen die Grünen mehrere Veranstaltungen dazu. Details dazu werde sie in Kürze bekanntgeben. Unterstützung erhalten die Grünen von der Partei Die Linke und deren Ratsherrn Michael Fleischmann. Gegen eine Fußgängerzone hat sich bereits die CDU positioniert. Die anderen Fraktionen im Rat der Stadt bekunden nach internen Diskussionen zwar Bedenken, äußern aber bis dato kein kategorisches Nein.

Marktstraße nur zu sperren, ist zu wenig

Blechlawinen wälzen sich täglich durch die Marktstraße. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen Fußgänger verletzt werden – sogar auf Zebrastreifen. In Leserbriefen und Internetforen beklagen Bürger, wie unattraktiv sie die Innenstadt empfinden und wünschen sich mehr Aufenthaltsqualität. Angesicht von 11.000 Fahrzeugen täglich müsse sich etwas tun, das ist die einhellige Meinung der Ratspolitiker.

Rüdiger Nijenhof, Freie Burgdorfer: „Abschnitt falsch gewählt.“ Quelle: HAZ-Archiv

Allein: Die Marktstraße in Teilen dicht zu machen und zu schauen, was passiert, sei zu wenig. Die Grünen müssten erst einmal konkretisieren, welche Aktionen und Pläne es in den drei Monaten geben solle, verlangen SPD und WGS. Beide Fraktionen wollen das abwarten, bevor sie sich entscheiden. „Dann wäre auch eine Bürgerversammlung gut,“ meint der WGS-Vorsitzende Volkhard Kaever. Die Freien Burgdorfer seien nicht gegen eine Fußgängerzone, sagt deren Vorsitzender Rüdiger Nijenhof: „Aber wir halten den Abschnitt für falsch gewählt.“ Es sei nicht sinnvoll, eine solche Maßnahme gegen den Willen der dort ansässigen Kaufleute durchzudrücken. Das Stadtentwicklungskonzept ISEK enthalte viele gute Ideen. „Darauf sollte man zurückkommen.“

Michael Fleischmann, Die Linke: „Verkehr ist kein Heilmittel.“ Quelle: HAZ-Archiv

Gemeinsam mit Kaufleuten Konzept entwickeln

Der Linke Michael Fleischmann wünscht sich, dass die Stadt eine Fußgängerzone wenigstens erproben soll. „Bereits 2011 gab es 1500 Unterschriften für die Fußgängerzone“, sagt er: „Wir brauchen keine Alibi-Bürgerbeteiligung, sondern eine echte.“ Eine temporäre Fußgängerzone auf einem Teil der Marktstraße zu erproben und bei Erfolg dauerhaft auf der ganzen Straße einrichten, lautet sein Plan. Dazu wolle er die Kaufmannschaft ins Boot holen und mit dieser zusammen ein tragfähiges Konzept erstellen: „Für die geht es schließlich um die Existenz.“ Eine Fußgängerzone reiche nicht, das Thema müsse im Kontext der Stadtplanung gesehen werden, mahnt er Weitblick an: „Wenn man den Handel in großen Zentren auf der grünen Wiese am Stadtrand konzentriert, blutet das die Innenstadt weiter aus. Einfach nur den Verkehr durch die Marktstraße fließen zu lassen, ist kein Heilmittel.“

Armin Pollehn, CDU: „Menschen haben Gewohnheiten.“ Quelle: HAZ-Archiv

Verkehrskonzept statt Fußgängerzone

„Menschen haben Gewohnheiten. Die Marktstraße für eine Zeit zu sperren, würde gleich zweimal zu Irritation bei den Verkehrsteilnehmern sorgen“, argumentiert CDU-Chef Armin Pollehn. Seine Partei lehne den Vorschlag der Grünen ab, und zwar wegen der Ablehnung der Kaufleute, der zahlreichen Busse, die durch die Marktstraße fahren und der Auswirkungen auf die Gartenstraße, auf die sich der Verkehr bei einer Sperrung der Marktstraße verlagern würde. Es müssten mehr Kurzzeitparkplätze her und ein Konzept, dass den Anlieferverkehr regelt und Staus auf der Marktstraße vermeidet. Das Ansiedeln weiterer Gastronomieangebote könne die Attraktivität der Innenstadt verbessern. Einkaufswillige in die Innenstadt zu locken und den Durchgangsverkehr gleichzeitig zu verbannen, ließe sich nur mit einer zweiten Umfahrung erreichen, glaubt Pollehn. Für eine solche wolle er sich starkmachen.

Für eine von Bürgermeister Baxmann in Aussicht gestellte Einwohnerversammlung zur Fußgängerzone gibt es nach wie vor keinen Termin, bestätigte Stadtsprecher Sebastian Kattler auf Nachfrage dieser Zeitung. Die Parteien benötigten noch Zeit zur Beratung, sagte er.

Von Sandra Köhler

3950 Euro in Blüten hat ein Unbekannter einem Ehepaar in Burgdorf vor den Hauseingang gelegt. Das Paar gab das Falschgeld bei der Polizei ab.

17.03.2019

Zwei junge Männer haben am Sonnabendabend in der Innenstadt ein Ehepaar überfallen und versucht, der Frau die Handtasche zu entreißen. Die Fahndung der Polizei dauert an.

17.03.2019

In einen Irish Pub hat sich das Landgasthaus Voltmer in Ramlingen anlässlich des St. Patrick’s Day verwandelt – mit Livemusik von Woodwind & Steele und Irish Stew.

20.03.2019