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Burgdorf Vorruheständler arbeitet als Bufdi
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14:27 22.01.2019
Gerd Müller engagiert sich zwölf Monate lang im Bundesfreiwilligendienst im Verein Bürger für Bürger. Besonders das Reparatur-Café liegt ihm am Herzen. Quelle: Sybille Heine
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Burgdorf

Der Burgdorfer Gerd Müller (56) ist bereits seit April 2018 im Vorruhestand und engagiert sich zwölf Monate lang im Bundesfreiwilligendienst für das Allgemeinwohl. Viele, die mit diesen Eckdaten konfrontiert werden, mögen sich verwundert die Augen reiben. Wie ist so eine Konstellation möglich? Die Antwort liefert das Modell des „engagierten Ruhestands“, das es Beamten der Post, Telekom und Postbank erlaubt, abschlagsfrei früher aus dem Berufsleben auszuscheiden. Sie müssen allerdings als Gegenleistung für ein Jahr ein Ehrenamt übernehmen.

Gerd Müller war fast 40 Jahre lang als Nachrichtentechniker bei der Telekom beschäftigt, in den letzten 15 Jahren bei einer Telekom-Tochter im Marketing. „Nach einer Herzerkrankung habe ich mich entschieden, meinen Pensionsanspruch nicht voll auszuschöpfen und den engagierten Vorruhestand beantragt.“ Das sei glücklicherweise auch genehmigt worden. „Ich konnte also sofort Ruheständler werden und habe im Vergleich zum Altersteilzeit-Modell ein paar Jahre gewonnen, die ich vernünftig nutzen kann“, erklärt Müller. Seine drei erwachsenen Söhne verdienen inzwischen ihr eigenes Geld, was seinen Entschluss erleichterte.

Von der Entscheidung profitiert vor allem der Verein Bürger für Bürger, in dem sich Müller seit drei Jahren engagiert. Als sich die Frage stellte, wo der Techniker, der im Reparatur-Café des Vereins aktiv ist, seinen Bundesfreiwilligendienst (BFD) ableisten könnte, wurde im Vorstand beschlossen, den Verein als BFD-Einsatzstelle bei der Nachfolgebehörde des Bundesamts für den Zivildienst zertifizieren zu lassen. Das Prozedere sei mühsam gewesen, sagt Müller. Beantragt wurden dann gleich zwei Stellen. Als die Genehmigung vorlag, konnte er am 1. August 2018 seinen Dienst beginnen.

Das Reparatur-Café ist nun nur noch ein kleiner Teil seiner Aufgaben. Müller arbeitet als Vollzeitkraft im Büro, das jetzt auch am Dienstag von 9 bis 16 Uhr besetzt ist. „Ich mache die Pressearbeit, informiere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, kümmere mich um die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung und entwickle neue Veranstaltungsformate“, beschreibt er seine Tätigkeit.

Müllers Lieblingsprojekt ist aber weiterhin das Reparatur-Café. An jedem zweiten Donnerstag im Monat von 15 bis 18 Uhr können Bürger im Freiwilligenzentrum, Mittelstraße 37, defekte Gegenstände reparieren lassen oder mit Anleitung ehrenamtlicher Helfer selbst wieder instand setzen. Nächster Termin in der 24. Januar. Weil Müller als Bufdi mehr Zeit investieren kann, gibt es an jedem letzten Sonnabend im Monat einen zusätzlichen Termin im Unverpackt-Laden an der Poststraße. Erstmals ist das Reparaturteam am Sonnabend, 26. Januar, von 10 bis 12 Uhr dort im Einsatz.

„Wir haben im letzten Jahr 253 defekte Geräte begutachtet und 184 reparieren können“, sagt Müller nicht ohne Stolz. Es sei ihm aber auch ein Anliegen, das Wissen, wie Dinge repariert werden können, weiterzugeben und damit gleichzeitig der zunehmenden Wegwerfmentalität entgegenzuwirken. „Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund wollen wir montags eine Nachmittagsbetreuung für Dritt- und Viertklässler anbieten, unterstützt von einer pädagogischen Fachkraft. Die Kinder sollen lernen, ihr Spielzeug zu reparieren, später auch Haushaltsgegenstände und anderes“, kündigt Müller an. Wenn dieses Projekt angelaufen sei, könne in Zusammenarbeit mit der IGS ein entsprechendes Angebot für ältere Kinder folgen.

Müllers Bundesfreiwilligendienst endet am 31. Juli 2019. Er wird sich dann weiterhin ehrenamtlich für den Verein Bürger für Bürger engagieren. Vermutlich schon im März oder April kann die zweite Bufdi-Stelle des Vereins, der vor 15 Jahren gegründet wurde, besetzt werden. „Wir sind eine Zeit lang zu zweit, und ich kann den neuen Kollegen einarbeiten“, freut sich Müller. Zu tun gibt es genug. Ehrenamtliche helfen zum Beispiel beim Ausfüllen von Formularen. Sie besuchen mit ihren Hunden Bewohner von Seniorenheimen in Burgdorf und Umgebung. Außerdem erklären junge Erwachsene Freitag die Wunderwelt der Handys, Tablets und PCs. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins www.bfb-hilfe.de.

Von Sybille Heine

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