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Burgdorf Hornissen im Klassenzimmer – aber kein Grund zur Panik
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Hornissen im Klassenzimmer – aber kein Grund zur Panik
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16:15 06.11.2019
Staunend betrachten die Viertklässler das riesige Hornissennest. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Ein Wespennest – das kennt der siebenjährige Philipp aus dem schwedischen Ferienhaus seiner Familie. Sein Mitschüler Julius indes hat schon einmal beobachtet, wie eine Grabwespe lebt. Seit dieser Woche wissen die beiden Zweitklässler und viele andere Jungen und Mädchen der Astrid-Lindgren-Grundschule aber auch, wie ein Hornissennest aussieht. Denn Ernst Schmidt vom Naturschutzbund übernimmt in elf der 16 Klassen für eine Stunde den Unterricht mit spannenden Einblicken in das Leben der Insekten. Im Mittelpunkt: ein großes Hornissennest, das die Tiere in einem Schuppen auf dem Schulgelände gebaut hatten.

Und dies passierte weitgehend unbemerkt, wie Schulleiter Heiko Blumenstein sagt. Bis zu einem Tag im Frühjahr, als Hausmeister Otto Schulze morgens den Schuppen betrat und damit das Leben der Hornissen mächtig störte. „Die Tiere haben dann nicht nur ihn und mich gestochen, sondern auch etliche Schüler“, erinnert sich Blumenstein. Er rief beim Nabu an und bat um Hilfe – diese kam dann von Schmidt. Er ließ vom städtischen Bauhof einen mobilen Zaun im Abstand von zehn Metern zum Gebäude aufstellen, untersuchte das Nest und zeigte sich schon am Anfang beeindruckt von der Größe.

Hornissennest weckt das Interesse der Grundschüler

Daran hat sich bis zum Schluss nichts geändert: „Ein solch großes Nest habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen“, verrät Schmidt der Klasse 2d, die sich an diesem Mittwochvormittag im Musikraum versammelt hat. Und auch die Viertklässler, die kurze Zeit später ins Klassenzimmer stürmen, fragen als erstes: „Ist das wirklich unser Nest?“ Einen besseren Einstieg in den Unterricht, darin stimmen Blumenstein und Schmidt überein, kann es kaum geben. „Die Schüler kennen die Situation aus eigenem Erleben, auch wenn sie in den vergangenen Monaten nicht mehr in den Bereich des Schuppes durften“, sagt Blumenstein. Hinzu komme ein Elternbrief, den er nach den Stichen verschickt habe: „Das Thema kennen also alle Familien.“

An drei Vormittagen übernimmt Ernst Schmidt vom Naturschutzbund den Unterricht für elf Klassen der Astrid-Lindgren-Grundschule: Die Jungen und Mädchen begegnen Hornissen und Bienen auf Fotos und Larven in einem alten Nest.

Gestochen scharfe Fotos und Videos aus einem Nest

Und sie erhalten in dieser Woche weitere Informationen: Schmidt erläutert anhand farbenfroher und gestochen scharfer Fotos den Unterschied zwischen Hummeln, Wespen und Hornissen, gibt mit kurzen Videos einen Einblick in ein Wespennest und beantwortet geduldig alle Schülerfragen: Haben Hornissen Feinde, und wenn ja welche? „Das können nur die Vögel sein“, vermuten die Zweitklässler unter zustimmendem Nicken des Fachmanns, der auch noch den Menschen als Feind nennt.

Denn nicht immer gelinge der Schutz eines Nestes so gut wie auf dem Pausenhof – davon wiederum werden die Schüler nicht nur im Unterricht profitieren. Schmidt möchte das besonders gut erhalten Exemplar in einem Schaukasten aufbewahren, der auch in anderen Schulen aufgehängt werden kann. In diesen Tagen hinterlässt es bei Nelly, Zoe, Maira, Julius und Philipp noch einen besonderen Eindruck: Sie entdecken Hornissen, die leben – aber längst nicht mehr aktiv sind. „Für mich war das alles neu“, sagt Maira, „und ich habe alles verstanden.“ Das bestätigt auch Julius: „Mir hat heute das Erklären am besten gefallen“, sagt der Zweitklässler.

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Von Antje Bismark

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