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Burgdorf Baumriese erzählt vom ökologischen Nutzen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Baumriese erzählt vom ökologischen Nutzen
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16:15 20.12.2018
Joachim Burkart betrachtet während eines Hundespaziergangs interessiert, was es mit dem Baumriesen am Wegesrand im Stadtpark auf sich hat. Quelle: Joachim Dege
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Burgdorf

Die Umweltstiftung ProTiNa, die sich seit 2007 in Burgdorf für den Tier- und Naturschutz einsetzt, hat ein neues Projekt realisiert. Mithilfe des städtischen Gärtnerbauhofs hat die Stiftung an einem Weg im Stadtpark jetzt den Stamm einer fast hundertjährigen Eiche aufstellen lassen – als ökologisches Mahnmal, das daran erinnern soll, welchen Wert ein solcher Baumriese für den Menschen, das Klima und die Natur hat.

Der aus Transportgründen akkurat in zwei Teile geschnittene, etwa sechs Meter lange Stamm liegt nur wenige Meter entfernt vom Barfußweg, einem weiteren ProTiNa-Projekt. Sturm „Xavier“ hatte die Eiche im Oktober vergangenen Jahres am Lönsweg nur wenige Hundert Meter weit entfernt gefällt. Der Gärtnerbauhof lagerte den Stamm zunächst wie andere große Eichen und Robinien ein, um sein Holz gegebenenfalls für Spielplatzgeräte oder für Bänke zu benutzen.

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Regina und Michael Ethner bringen gemeinsam mit Thore Schombera vom Gärtnerbauhof die Hinweistafel an. Quelle: Joachim Dege

Anfang dieser Woche legten Thore Schombera, stellvertretender Leiter des Gärtnerbauhofs, und sein Team den Stamm auf Holzfundamente auf, die ihn vor Fäulnis schützen sollen. Am Donnerstagvormittag brachten die beiden ProTiNa-Stifter Regina und Michael Ethner mit Schombera und dem Umweltsachbearbeiter der Stadt, Peter Frerichs, eine Hinweistafel an. Stadtpark-Anrainer Joachim Burkart, selbst beim Naturschutzbund engagiert, war beim Spaziergang mit seinem Hund Tarano von der kleinen Oase der Erste, der sich kurze Zeit später kundig machte, was es mit dem Baumriesen auf sich hat.

Der Baum erzählt die Geschichte vom eigenen ökologischen Nutzen, wie die Hinweistafel ausweist: Ein hundertjähriger Baum reinigt die Luft, indem er schädliches Treibhausgas in lebenswichtigen Sauerstoff umwandelt. Er bindet neun Kubikmeter Kohlendioxyd, außerdem Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid. Er gibt jeden Tag 21 Kubikmeter Sauerstoff ab und deckt damit den Tagesbedarf von zehn bis 15 Menschen. Er bietet Tausenden Lebenwesen – Vögeln, Insekten, Käfer, Pilzen und Flechten – Schutz und Nahrung. Sein Stamm bietet die gleiche Energiemenge wie 1000 Liter Heizöl. Aus ihm ließe sich so viel Strom gewinnen, um damit eine 100-Watt-Glühbirne 90.000 Stunden leuchten zu lassen. Wollte man die ökologische Leistung dieses Baumes ersetzten, müsste man 2000 bis 2700 neue Bäume pflanzen.

„Die Idee zu diesem Projekt kam uns während eines Urlaubs an der Müritz“, verriet Michael Ethner dem Ratsherrn und Bürgermeister-Stellvertreter Matthias Paul, der gekommen war, um sich im Namen der Stadt für das naturschutzpädagogische Engagement der Stifter zu bedanken. Von Regina Ethner erfuhr Paul bei dieser Gelegenheit, was ProTiNa als nächstes vorhat: Die Stiftung will im Park große Tafeln aufstellen, um auf bedrohte Tierarten aufmerksam zu machen.

Von Joachim Dege