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Burgdorf Tödlicher Unfall auf dem Schulweg: IGS lässt Schüler nach Hause gehen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Tödlicher Unfall auf dem Schulweg: IGS lässt Schüler nach Hause gehen
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00:22 26.11.2018
Bei einem Verkehrsunfall am Freitagmorgen in Burgdorf ist eine junge Radfahrerin ums Leben gekommen. Quelle: Christian Elsner
Burgdorf

An normalen Unterricht denken an diesem Freitag nur wenige IGS-Schüler: Einige von ihnen haben am frühen Morgen erleben müssen, wie eine 16-jährige Radfahrerin bei einem Unfall starb. Die Jugendliche wartete nach Aussage eines Polizeisprechers um 7.20 Uhr an der Ampel vor der Kreuzung Vor dem Celler Tor/Gartenstraße, um geradeaus stadteinwärts zu fahren. Als die Ampel auf Grün umschaltete, fuhr die 16-Jährige los – und gleichzeitig ein neben ihr stehender Lastwagen. Dessen 50-jähriger Fahrer sah die Radlerin offenbar nicht. Er bog nach rechts in die Gartenstraße ab und erfasste sie. Dabei erlitt die Jugendliche so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle starb.

Lehrer thematisieren Unfall im Unterricht

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich nach Aussage von IGS-Leiter Rudolf Alker bereits etliche Schüler auf dem Weg zur ersten Unterrichtsstunde: „Einige wurden tatsächlich Augenzeugen, andere kamen an die Unfallstelle, ehe die Polizei sie absichern konnte“, sagt Alker. Die Beamten ließen anschließend die Autos nicht mehr passieren: Autofahrer wurden weiträumig umgeleitet, unter anderem über die Sorgenser Straße. Diese Regelung sorgte kurzfristig für Staus vor der Handelslehranstalt der BBS, wo gerade der Unterricht beginnen sollte. Fußgänger an der Gartenstraße, darunter auch viele Schüler, gingen über den Parkplatz des NP-Marktes, um zur Straße Vor dem Celler Tor zu gelangen.

Unter dem Eindruck des Geschehens vor dem Hauptgebäude hätten die Lehrer, darunter viele mit Mediationserfahrung, viele Gespräche mit den Schülern geführt, sagt Alker. „Einige Kinder weinten und wurden im Sanitätsraum betreut“, sagt er. Jungen und Mädchen, die nicht mehr in der Lage gewesen seien, dem Unterricht zu folgen, seien von den Eltern abgeholt worden. Die Lehrer hätten im Unterricht den Unfall thematisiert und den Schülern Gelegenheit gegeben, darüber zu sprechen. „Wir haben auch per Durchsage bekanntgegeben, dass es kein Kind aus unserer Schule war“, sagt Alker.

Polizei sieht keinen Unfallschwerpunkt

Zudem hätten er und seine Kollegen einen weiteren Punkt aufgegriffen: „Einige haben Fotos oder Videos mit dem Handy gemacht und in sozialen Medien veröffentlicht.“ Es sei wichtig, den Schülern die Problematik solchen Handelns zu erklären. Einige Burgdorfer hatten bereits am Vormittag in sozialen Netzwerken kritisiert, dass sich zu viele Gaffer an der Unfallstelle aufgehalten hätten.

Zugleich häuften sich Aussagen über die Gefährlichkeit dieser Kreuzung – eine Einschätzung, die die Polizei nicht teilt. In diesem Jahr gab es nach Aussage eines Sprechers drei Auffahrunfälle von Fahrzeugen, die an der Ampel anhalten mussten. Je einen Zusammenstoß registrierten die Beamten 2015 und 2016, seinerzeit hatten Linksabbieger vom Celler Tor in die Gartenstraße geradeaus fahrende Radler übersehen. Kritik am Fahrradschutzstreifen teilt die Polizei ebenso wenig: „Radfahrer gehören dort auf die Fahrbahn, für sie wurde extra eine Wartezone eingerichtet“, sagt der Beamte.

Vorrangschaltung für Radler nur auf einer Straßenseite

Auch die Stadtverwaltung stuft die Kreuzung als sicher ein – eine separate Ampelschaltung für Radfahrer wie an der gegenüberliegenden Straßenseite ist dort nach Aussage der zuständigen Mitarbeiterin nicht möglich. „In dem Bereich fahren die Radler nicht auf der Fahrbahn, sondern können dort einen eigenen Weg nutzen und damit auch eine eigene Ampel“, sagt sie. Diese schaltet zudem einige Sekunden eher auf Grün, sodass die Rad- vor den Autofahrern starten. Allerdings lässt die Vorrangschaltung nach Behördenangaben nicht an der Unfallstelle installieren, weil dort die Radfahrer auf der Fahrbahn fahren.

Von Antje Bismark

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