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Burgdorf Klimaschutz soll sich für Bauherren lohnen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Klimaschutz soll sich für Bauherren lohnen
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17:27 05.11.2019
Der Vorschlag liegt auf dem Tisch: Bauherren, die mehr tun und klimafreundliche Energietechnik einsetzen, sollen von er Stadt einen Bonus erhalten. Quelle: Simon Kraus/Fotofolia
Burgdorf

Die Stadt will in Zukunft mehr für den Klimaschutz tun. Wie genau sie das bewerkstelligen will, ist aber noch nicht in Stein gemeißelt. Die im Rat vertretenen Parteien wollen zunächst einmal fraktionsintern Vorschläge ausarbeiten. Erste, vage Anregungen liegen aber schon auf dem Tisch: Die Grünen wünschen sich, dass die Stadt ein Klimaschutzkonzept für Neubaugebiete erarbeitet. Der CDU schwebt ein Bonusprogramm für Bauherren vor, die für die Energieersparnis mehr tun, als der Gesetzgeber vorschreibt.

Vor wenigen Wochen hatte sich die Stadtverwaltung im Ortsrat der Dörfer Ehlershausen und Ramlingen noch den Vorwurf gefallen lassen müssen, sie verschlafe das Thema Klimaschutz. Auslöser der Kritik war der Verzicht auf strenge energetische Vorgaben im Bebauungsplan für das Neubaugebiet am Ehlershäuser Weg. Die Stadtplanungsabteilung hatte dies auch damit begründet, dass zu strenge Auflagen ein Vermarktungshemmnis für die Baugrundstücke seien. Auf Unverständnis stieß auch, dass der von der Stadt beschäftigte Klimaschutzmanager Bauherren nicht berät.

Bauverwaltung der Stadt fühlt sich missverstanden

Inzwischen ist die Bauverwaltung, die sich missverstanden fühlt, in sich gegangen. Im Umwelt- und Bauausschuss des Rates beteuerten Stadtplanerin Sabine Nagel und ihre Chefin Insa Borchers, dass sie beim Klimaschutz keineswegs auf der Bremse stünden. Aber es gebe gesetzliche Vorgaben der Europäischen Union und des Bundes, welche die Stadt mit schärferen Vorgaben nicht aushebeln dürfe. Insbesondere die Grünen forderten ein Konzept, das anwendbar sein soll auf das Neubaugebiet in Ehlershausen und zukünftige Neubaugebiete. Das Konzept soll den Einsatz von Dachbegrünungen, Fotovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen regeln.

Den Vorstoß, der darauf zielt, die Klimaschutzanstrengungen insgesamt zu intensivieren, konterte die Stadtplanungsabteilung mit einem Gegenvorschlag. Borchers brachte dazu eine Klimaschutz-Checkliste für künftige Bauleitplanungen ins Spiel. Diese könnte Hinweise geben zur optimalen Stellung von Gebäuden und zur Vermeidung möglicher Verschattungen. Auch könne die Bauverwaltung Vorschläge machen für eine klimafreundliche Siedlungsentwicklung, die eine stärker verdichtete Wohnbebauung zum Ziel hat. Denkbar sei zudem, Bauherren in Grundstückskaufverträgen zu verpflichten, energetische Standards einzuhalten. Ob sich Bauherren später daran hielten, sei allerdings schwer zu kontrollieren.

Bonusprogramm soll energiesparendes Bauen belohnen

Wo die Stadt Burgdorf aktuell beim Klimaschutz steht, wollten die Grünen wissen. Die Antwort blieb Klimaschutzmanager Alexander Woywode schuldig. Er versprach den Politikern aber, dafür zu sorgen, dass die Klimaschutzleistelle der Region Hannover in der nächsten Ausschusssitzung Informationen zum aktuellen CO2 -Ausstoß gibt.

Für die CDU ließ deren Ratsherr und neuer Stadtverbandsvorsitzende Oliver Sieke keinen Zweifel daran, in welche Richtung sich die Stadt aus seiner Sicht bewegen muss. „Wir müssen was fürs Klima tun. Ein Bonusprogramm funktioniert immer.“ Sieke will erreichen, dass sich die Stadt nicht auf bestimmte Technologien wie die Fotovoltaik festlegt. Stattdessen eröffneten städtebauliche Verträge, die mit Investoren zu schließen seien, Spielräume für mehr Klimaschutz: „Wer mehr macht, als er gesetzlich muss, muss belohnt werden.“ Sieke würde es begrüßen, wenn die Stadt auf die Grundstückspreise einen Aufschlag verlangt, den solche Bauherren später zurückerhalten, die besonders energiesparend bauen.

Der CDU-Politiker wünscht sich außerdem, dass Klimaschutzmanager Woywode Bauherren durch das Überangebot an Informationen lotst. Woywodes Vorgesetzte Borchers schwebt indessen eher ein von der Stadt herausgegebenes Faltblatt vor, das Bauherren aufzeigt, wo sie Informationen und fachkundige Beratung bekommen.

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