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Burgdorf Mauert die Stadt beim Bebauungsplan für Raupers Hof in Otze?
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Mauert die Stadt beim Bebauungsplan für Raupers Hof in Otze?
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14:14 26.05.2019
Mit den mächtigen Kastanien vor dem Eingang wirkt das einstige Herrenhaus auf Raupers Hof wie ein Märchenschlösschen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Otze

Die beiden Burgdorfer Investoren Jens Saatmann und Dominik Semrau, Inhaber der S&S Projektentwicklung UG, könnten einen herben Rückschlag erleiden mit ihren Bauplänen für die ehemalige Hofstelle Raupers mitten in Otze. Nach Einschätzung der Otzer Ortsbürgermeisterin Ulla Träger (CDU) „wird es perspektivisch darauf hinauslaufen, dass wir als Ortsrat uns entscheiden müssen, ob wir den Raupers Hof oder ein Neubaugebiet entwickelt haben wollen“. Das sei ihr Eindruck nach der jüngsten Ortsratssitzung.

Das Niedersachsenhaus mit seiner kunstvoll gemauerten Stirnseite soll erhalten bleiben. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

„Das ist für Otze nicht akzeptabel“, kritisiert Träger. Bislang sei sie davon ausgegangen, dass die Stadt die Pläne für den ehemaligen Raupers Hof unterstütze. Die Investoren wollen dort eine Melange zwischen alter und neuer Bausubstanz schaffen. Außer den Neubauten – drei Mehrfamilienhäuser im Norden und Einzelhäuser im Süden – bleiben mehrere ortsbildprägende Gebäude erhalten und werden saniert. Entstehen soll auf dem Gelände ein Wohnpark inklusive Kinderbetreuungseinrichtung und Pflegeservice für Senioren.

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Ortsbürgermeisterin ist enttäuscht von der Stadt

Die Signale, die während der Ortsratssitzung von der Stadt gekommen seien, hätten sie enttäuscht. „Ich bin davon ausgegangen, dass es bei dem Projekt längst um das Wie und nicht mehr um das Ob geht“, berichtet Träger. „Wir sind drei Schritte zurückgefallen.“

Blick auf den südlichen Teil der Hofstelle, für den der Ortsrat einen Bebauungsplan wünscht. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Auf dem südlichen Teil des insgesamt rund 10.000 Quadratmeter großen Areals wollen die Investoren zehn bis 14 Ein- und Zweifamilienhäuser bauen. Dafür benötigen sie jedoch einen Bebauungsplan. Monatelang hatten sie mit dem Bauamt der Stadt nach einer Lösung gesucht, ohne B-Plan auszukommen, damit sie schneller mit den Bauarbeiten beginnen können. Doch die einzige Bebauung des Grundstücks, gegen welche die Verantwortlichen im Bauamt keine rechtlichen Bedenken hatten, hätte die Zahl der möglichen Neubauten erheblich eingeschränkt.

Saatmann und Semrau waren vor der Ortsratssitzung davon ausgegangen, dass ein Bebauungsplan Mitte/Ende 2020 aufgestellt und rechtskräftig sind würde. „Der Ortsrat sieht jetzt das Problem, dass Otze angesichts der konkurrierenden Projekte ins Abseits gedrückt wird“, erklärt Träger. „Seit Jahren stellen wir den Wunsch nach weiterem Bauland zurück, weil auch andere Projekte in Otze wie Schule, Kita und Sporthalle wichtig sind.“

Ortsrat beantragt Bebauungsplan für Hofstelle

Der Ortsrat hat den CDU-Antrag, für die Hofstelle Raupers einen Bebauungsplan aufzustellen, beschlossen und an den Bauausschuss des Rates verwiesen, berichtet Träger. Doch der Antrag wird höchstwahrscheinlich nicht mehr vor der Sommerpause beraten. Denn die Tagesordnung für dessen nächste Sitzung soll bereits sehr umfangreich sein, hieß es laut Träger in der Ortsratssitzung vonseiten der Stadtvertreter. Darüber hinaus wünscht der Ortsrat einen Ortstermin mit dem Bauausschussmitgliedern, damit der B-Plan schnell auf den Weg gebracht wird. Doch der Ausschuss werde frühestens im August nach Otze kommen, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Von Anette Wulf-Dettmer