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Burgdorf Mit Aufklebern gegen häusliche Gewalt
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Mit Aufklebern gegen häusliche Gewalt
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14:56 23.11.2018
Sie gehören zum Arbeitskreis „Gegen häusliche Gewalt“ : die Flüchtlingssozialarbeiterinnen Merle Dobrandt und Izabelle Depta (von links), Frauenberatungsstellenleiterin Brigitte Mende, Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape, Beraterin Sarah Ogirmann, die Leiterin der Koordinierungsstelle gegen Häusliche Gewalt Franziska Burbulla, Anna Rotter und Valentina Koncewoj aus dem Jugendamt sowie Flüchtlingssozialarbeiter Roman Serebryanyy. Quelle: privat
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Burgdorf

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November beteiligen sich die Burgdorfer Gleichstellungsbeauftragte Petra Pape und der „Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt“ in Burgdorf an der Aufkleber-Aktion des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen. „Du bist nicht allein“ ist diese überschrieben. Ein Zeichen setzten gegen Gewalt und gleichzeitig Betroffenen einen Weg aufzuzeigen, aus der verhängnisvollen Spirale auszubrechen ist dessen Anspruch.

Die Aufkleber zeigen eine Telefonnummer: Unter der (08 00) 0 11 60 16 können sich betroffene Frauen seit 2013 rund um die Uhr Hilfe gegen Gewalt jeder Art suchen. Die Aufkleber mit der Nummer des Hilfetelefons sollen zunächst an allen Spiegeln in der Burgdorfer Verwaltung aufgebracht werden und so Frauen darin bestärken, sich Rat und Hilfe zu holen.

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  „Flächendeckend jeden Spiegel zu bekleben, der öffentlich zugängig ist, ist unser Ziel. Es wäre klasse, wenn auch andere Einrichtungen, Kirchen, Vereine, Geschäfte, Restaurants und Cafés an der Aktion teilnehmen“, sagt Pape. Ein Statement gegen Gewalt an Frauen zu setzen und Betroffenen zu zeigen, dass es Wege aus der Gewalt gibt, sei nur mit einem kleinen Aufwand verbunden, könne aber große Wirkung erzielen, sind die Teilnehmenden des Arbeitskreises sich sicher.

„Jede und jeder kann dabei mithelfen, die Situation zu verbessern. Wir zeigen Betroffenen einen Ausweg aus der Gewalt – und machen Mut für den ersten Schritt, indem wir auf Unterstützungsangebote wie das Hilfetelefon hinweisen,“ begrüßt auch Bürgermeister Alfred Baxmann die Aktion. Wer sich beteiligen will, kann die Aufkleber kostenfrei anfordern unter www.Hilfetelefon.de oder per E-Mail an pape@burgdorf.de bei der Gleichstellungsbeauftragten.

82 Prozent der Gewaltopfer in Deutschland sind Frauen

In Deutschland waren im vergangenen Jahr fast 139.000 Personen Opfer versuchter oder vollendeter Gewalttaten wie Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. 82 Prozent der Opfer sind Frauen und knapp die Hälfte von ihnen lebte in einem Haushalt mit ihrem Peiniger. Häufiger als jeden dritten Tag wird, statistisch betrachtet, in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder dem Ex getötet. 2017 starben so insgesamt 147 Frauen, ergab die kriminalstatistische Auswertung von Partnerschaftsgewalt durch das Bundeskriminalamt. Die Dunkelziffer ist hoch. Expertisen sagen, dass jede dritte Frau in Deutschland von Gewalt betroffen ist. Die erste deutschlandweite Studie zu Häuslicher Gewalt gegen Frauen ist 2017 erschienen.

Von Sandra Köhler