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Burgdorf Neues Gewerbegebiet: Schillerslage fühlt sich in die Enge getrieben
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Neues Gewerbegebiet: Schillerslage fühlt sich in die Enge getrieben
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18:00 06.09.2019
Nur die wenigsten Autofahrer halten sich streng an das Tempo-30-Gebot auf der Sprengelstraße. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Autofahrer haben in Schillerslage die Wahl: Halten sie sich auf der Sprengelstraße an das Tempo-30-Gebot, lacht sie die Geschwindigkeitsmessanlage an. Anderenfalls zeigt das Gerät ein rotes Emoji mit hängenden Mundwinkeln. 9000 Autofahrer bekommen das zu sehen – jeden Tag. Denn so viele führen durch das zwischen den Bundesstraßen 3 und 188 eingequetschte Reiterdorf, sagt die frühere Ortsbürgermeisterin und Ratsfrau Gabriele Heldt, die noch mehr Verkehr nicht akzeptieren will.

„Wir kommen heute mit unseren Firmenfahrzeugen oft nicht mehr vom Hof auf die Sprengelstraße“, beschreibt Heldt die Verkehrssituation. Als Burgdorf 2009 seine Umgehungsstraße erhielt, seien für Schillerslage 3000 bis 4000 Autos am Tag prognostiziert gewesen. Wenn nun noch ein neues Gewerbegebiet auf der Nordseite der B 188 vor Schillerslage zusätzlich Verkehr erzeugte, „haben wir eine B 3 im Dorf“, unkt die Unternehmerin.

Frühere Ortsbürgermeisterin erwägt Unterschriftensammlung

Soweit wollen es Heldt und andere im Dorf nicht kommen lassen. Heldt kündigt an, dass sie gegebenenfalls Unterschriften sammeln will gegen ein Gewerbegebiet zwischen Umgehungsstraße und Dorf. Ortsbürgermeister Cord Reißer zeigt sich kämpferisch und schreibt den Baupolitikern des Rates ins Stammbuch: Selbst wenn von der Stadt beauftragte Gutachten zum Ergebnis kämen, dass die Äcker als Gewerbepark taugten, werde Schillerslage keinen solchen hinnehmen, sondern sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Der Ratsmehrheit kreidet Reißer an, sie wolle den Gewerbestandort Schillerslage „durchboxen“.

Selbst der zu versöhnlichen Tönen neigende frühere Ortsbürgermeister Manfred Dunker bezeichnet die Aussicht auf noch mehr Verkehr auf der Sprengelstraße als „Wahnsinn“. Ins gleiche Horn stößt Heinrich Thieleking, der nach Heldt und vor Dunker Ortsbürgermeister war. FDP-Ortsratsmitglied Mario Gawlik bringt vor: Das Integrierte Stadtentwicklungsprogramm sehe gar kein Gewerbegebiet an er Stelle vor. Die Feuerwehr sei überfordert. Diese sei heute für Einsätze auf der B 3, der B 188 und im Gewerbegebiet Nordwest mit zuständig. Käme noch ein Gewerbegebiet hinzu, sprengte das die Kapazitäten des aktuell in Planung befindlichen Neubaus des Feuerwehrhauses.

Stadtplaner will Schillerslager beruhigen

Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann beschwichtigt: Eine Untersuchung der Felder auf ihre Gewerbeflächentauglichkeit diene nur der Faktensammlung. Ob ein Gewerbepark kommt oder nicht, habe später die Politik zu entscheiden. Heldt aber warnt: Hießen Gutachten Schillerslage erst gut, „wird der Rat das auch beschließen. Ich war im Rat und weiß, wie der Hase läuft“.

Die Tempomessanlage an der Sprengelstraße soll Autofahrer auch künftig zur Mäßigung anhalten. Allerdings nicht länger mit teuren Akkus, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Der Ortsrat beantragte, die Stadt möge 3500 Euro investieren und die Messgeräte mit Solarauflademodulen ausrüsten.

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Von Joachim Dege

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