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Burgdorf Schulprojekt: Jede Woche geht’s zur Ponydame Hilde
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00:15 08.06.2019
Konzentriert bei der Sache: Jasper führt Ponydame Hilde in Begleitung von Zoé (rechts), Emily und der Auszubildenden Stefanie Fischer über die Hindernisse auf dem Reitplatz. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

Ein nicht alltägliches Nachmittagsangebot hat die Gudrun-Pausewang-Grundschule für ihre Schüler organisiert. Sie können auf dem Pferdepensionsbetrieb Gut Backhausenhof von Jana Hansen den Umgang mit Pferden erlernen. Jeden Mittwoch geht es in Begleitung einer pädagogischen Mitarbeiterin zum Pferdehof – zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Dort wartet schon die Ponydame Hilde auf die Kinder.

„Wir sind schon richtige Freunde“, sagt Zoé, die an diesem Nachmittag mit ihren Schulkameraden Jasper und Emily das Mini-Shetty über den Reitplatz führen, striegeln und füttern darf. Dass ihnen der Umgang mit den Pony Spaß macht, ist zu sehen. „Sie öffnen sich, sind nicht mehr so zurückhaltend“, beschreibt Schulleiterin Dorit Steenken die Entwicklung, die die Kinder seit der ersten Pony-Stunde gemacht haben.

Schulprojekt stand innerhalb von drei Monaten

Steenken hatte die Idee für dieses außerschulische Angebot. Auf Jana Hansens besondere Pferdepension sei sie durch die Medienberichte über die Verleihung des CeresAwards aufmerksam geworden. Hansen erhielt diese Auszeichnung für ihre Geschäftsidee. „Den Bericht in der Zeitung hatte ich kaum zu Ende gelesen, da hatte ich meine Jacke schon in der Hand und bin zum Gut gefahren“, erzählt Stenken. „Leider stand ich vor verschlossenen Türen.“ Daraufhin habe sie mit Jana Hansen telefonisch Kontakt aufgenommen. Drei Monate später stand das Schulprojekt.

Jana Hansen ist Botschafterin für Landwirtschaft

Denn genauso so ein Projekt ist im Sinne der Geschäftsidee der 34-jährigen Agraringenieurin und Pferdewirtschaftsmeisterin, für die sie den CeresAward erhalten hat. Sie sehe ihren Pferdebetrieb als Botschafter für die Landwirtschaft, sei es mit der Ausrichtung eines Tags der offenen Tür, dem Besuch von Ferienpasskindern oder bei den täglichen Ausritten mit den Pferden, wo ein gutes Miteinander von Reitern, Fußgängern und Radfahrer wichtig sei.

Gefallen hat Hansen die Idee aber vor allem, weil die Kinder durch den Umgang mit Pferden ganz neue Erfahrungen sammeln können: „Man lernt sich selbst besser kennen, wenn man mit Tieren umgeht. Sie merken, ob man Angst hat. Dann kann man sie nicht überzeugen, von A nach B zu gehen.“

Pony-Ag breitet Kindern viel Freude

Für die Pony-AG hat Hansen extra das kleine Shetlandpony gekauft, das trotz seiner 20 Jahre den Besuch der Kinder sichtbar genießt. Alle anderen Pferde auf dem Backhausenhof sind für die Schüler zu groß. „Ich schaffe noch zwei weitere Ponys an. Hilde braucht Gesellschaft“, sagt Hansen. Zudem sei sie nicht kräftig genug, damit die Kinder auf ihr reiten können. Bislang sind Zoé, Emily und Jasper aber zufrieden, wenn sie Hilde umhegen dürfen. „Am liebsten würden sie das Pony die ganze Zeit putzen“, berichtet die pädagogische Mitarbeiterin Regina Wehking, die selbst Reiterin ist.

Am liebsten beschäftigen sich die Grundschülerin mit dem Putzen von Ponydame Hilde. Quelle: privat

Für die Kinder der Südstadt-Grundschule ist der Nachmittag auf dem Backhausenhof dank Sponsoren kostenlos. „Es geht darum, Kindern, die von zu Hause aus nicht die Möglichkeit haben mit Pferden umzugehen, diese Chance zu bieten“, erklärt Steenken. Viele hätten zum Beispiel gar nicht gewusst, was ein Ponyhof ist. Die Gudrun-Pausewang-Schule besuchen laut Rektorin überdurchschnittlich viel Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Von den rund 320 Schülern werden demnach 75 mit dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) gefördert. Es gibt laut Steenken 62 Flüchtlinge und 67 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund.

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Von Anette Wulf-Dettmer

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